Das Ding von Konate 

Diénéba bringt nach einem Besuch bei ihrem Cousin Salif in der Stadt ihrem Mann Konaté, der als Schürzenjäger bekannt ist, ein Päckchen Kondome mit. Konaté, der ein Verhältnis mit der vielfach begehrten Fati führt, schenkt den Beschwörungen seiner Freunde, die Kondome nicht zu benutzen, um nicht seine Männlichkeit zu verlieren, mehr Glauben als den Erzählungen seiner Frau über die Gefahr von Aids. Die Situation eskaliert, Diénéba verweigert sich ihrem Ehemann, Konaté wird impotent. Selbst die so verführerische Fati weiß keinen Rat mehr, worauf sich Konaté an einen traditionellen Heiler wendet. Dieser weissagt Konaté, dass er seine Männlichkeit erst wiedererlangen würde, wenn er den Baum findet, "auf dem die Kondome wachsen" (Baum der Rettung). Auf der Suche nach diesem mysteriösen Baum verlässt Konaté sein Dorf. Er begegnet einer Aids-Aufklärungsgruppe, die der ländlichen Bevölkerung Kondome verteilt und ihren Gebrauch demonstriert. Hier verliebt sich Konaté in die schöne Awa, ein Mitglied der Gruppe, was das Finden des Baums der Rettung um so dringender macht. Awa kommt letztlich auf die glorreiche Idee, dass es sich bei dem gesuchten Objekt um eine bestimmte Art von Gummibaum handelt, aus denen Kautschuk, der Rohstoff für Kondome, gewonnen wird. Im Vollbesitz seiner männlichen Kräfte und auch eines neu erworbenen Wissens um die Gefahren von AIDS kehrt Konaté in sein Dorf zurück, um festzustellen, dass seine Suche in der Fremde gar nicht nötig gewesen wäre. In seinem Garten steht ein "Baum der Rettung".

Nach "Un certain matin" (1992, Tanit d'or für den besten Kurzfilm beim Filmfestival von Karthago 1992) und "Puk Nini" (1995; Lobende Erwähnungen bei diversen Festivals) realisiert Fanta Régina Nacro mit "Le Truc de Konate" ("Das Ding von Konate") ihren dritten Kurzfilm. Wieder ist das Thema die Auseinandersetzung mit den männlichen Verhaltensweisen diesmal im Zusammenhang mit der AIDS Problematik: Vor dem Hintergrund der sich ausdehnenden Epidemie auf dem afrikanischen Kontinent und Todesfällen in der eigenen Familie, stellt das Exposé von Fanta Nacro und ihrem Koautor ein leidenschaftliches und humorvolles Plädoyer für die Verwendung von Kondomen dar, ohne dabei in einen pädagogischen Duktus zu verfallen.

 

Kurzfilm
(Le Truc de Konaté)
31 Min.
Frankreich/Burkina Faso 1996, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie und Buch: Fanta Régina Nacro

Mit: Basmane Ouédraogo, José Somda, Djeneba Dao

 

© 2001 Dieter Herchenbach