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Das Decameron / Decamerone Insgesamt markiert diese Trilogie einen gewissen Umbruch in Pasolinis Schaffen hin zu einer heiteren, lasziveren und auch mainstreamtauglicheren Erzählweise. Wie der Name schon nahe legt, geht es tatsächlich um das von dem florentinischen Dichter Giovanni Boccaccio (1313-1375) verfasste Sammelwerk mit über 100 Novellen um (meist betrogene und betrügende) Liebe samt dazugehöriger Freizügigkeit in der sexuellen Darstellung - und die kommt eben auch im Film zu tragen. Aber auch in anderen Bereichen wird becirct und betrogen was das Zeug hält. Insofern entwirft Pasolini - seiner Vorlage folgend - ein Panoptikum unterschiedlicher Charaktere, wenngleich die gehobenen Schichten doch überwiegen. Wie im Buch auch sind die einzelnen Episoden durch eine Art Rahmenhandlung nur lose miteinander verbunden. Ein paar Beispiele gefällig? Nun, da haben wir den jungen und zunächst Gärtner, der nach Erzählungen eines alten Mannes in einem Nonnenkloster anheuert. Verstellt als Taubstummer wird er von den Nonnen bald als willfähriges Lustobjekt benutzt. Zunächst sich im siebten Himmel, gelangt er bald an die Grenzen seiner Manneskraft und zieht die Notbremse und beschwert sich bei der Schwester Oberin: diese ruft daraufhin ein Wunder aus (der wieder sprechende Taubstumme) und ein die Interessen aller Bedürftigen wie des Hahn im Korb unter einen Hut bringendes Arrangement wird getroffen - zum Gefallen aller. Dann haben wir eine dreiste Ehefrau, Peronella mit Namen (Angela Luce), die ihren Mann, sobald er aus dem Haus ist, betrügt und als er überraschend diesen mehr als nur die Hörner aufsetzt. Zuerst einmal verkauft sie den Eindringling als Interessenten für einen riesigen, zum Verkauf stehenden Krug und dann lässt sie diesen auch noch von ihrem Mann putzen, während sie von ihrem Lover genommen wird. (Naja, wenigstens geschäftstüchtig: muss doch der Lover den Krug danach auch nehmen) Eheanbahnung auf Florentinisch: offiziell kann man es ja der Tochter nicht sagen, aber der ihr Augen machende Sohn der besten Familie am Ort wäre schon sehr nach dem Geschmacke der Eltern. Also wird ihr offiziell zwar Keuschheit auferlegt und jeglicher Kontakt zu dem Manne verboten. Als diese aber zu einer List greifen, unterstützen dies die Eltern - nur um die beiden in flagranti zu erwischen und dem jungen Manne die Pistole auf die Brust zu setzen ... Und so häufen sich denn die mal vom heutigen Standpunkt normalen, eher langweiligen wie die abartigen Geschichtchen rund um die großen und kleinen Betrügereien des Lebens. Selbst eine zumindest nach dem Gesagten schwul zu nennende Story gibt es: ein Homosexueller, der sich zeit seines Lebens wenig um Gott gekümmert und neben dem fleischlichen zahlreiche weitere Sünden auf seinem Kerbholz versammelt hat, lügt kurz vor seinem Ende das Blaue vom Himmel und der herbei gerufene, hochkeusch und fast schon heilig beleumundete Priester geht dem Manne nicht nur auf den Leim, sondern ruft ihn vor der versammelten Trauergemeinde wenn schon nicht zum Heiligen, so doch zu nichts weniger als einem Vorbild christlicher Tugend aus. So kann's einem gehen. Im Übrigen tritt Meister Pasolini als Maler Giotto („kleiner dürfte er wirklich nicht sein...“) auch selbst im Film auf, der aus den Erzählungen, die ihm zugetragen werden, Inspiration für seine Werke schöpft. Für 1970/71 gedreht hat der Film eine beeindruckende Farbqualität und Kameraführung!
FSK: 16 Audio Bildformat: 16:9, 1,85:1 |
Sittenkomödie 111 Minuten Regie: Pier Paolo Pasolini DVD-VÖ 25.10.2004 |
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Darsteller Franco Citti .......... Ciappelletto |