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"Danach" ist eine bizarr-surrealistische Vision der Metropole London drei Jahre nach einem nur wenige Minuten währenden Atomkrieg, mit makaberem Humor und satirischer Schärfe. Drei Jahre nach einem Atomkrieg führt eine kleine Gruppe von Leuten eine unsichere Existenz in einem desolaten Großbritannien. Darunter befindet sich eine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Tochter, die in einem U-Bahn-Zug lebt, ein Feuerwehrmann, der Chef der Regionalregierung, eine männliche Krankenschwester im Fummel, zwei Polizisten, die in einem Ballon schweben, und Mrs. Ethel Shroake, die Königin von England wird, weil sie die nächste in der Thronfolge ist. Das Mädchen Penelope ist seit eineinhalb Jahren schwanger, ein Inspektor und ein Sergeant sorgen mit Bulldozern für den Abriss der noch stehenden Gebäude und halten alle in ständiger Bewegung, damit der Feind kein Ziel hat. Penelopes überaus vitale Mutter erhält von einem Sanitäter ihre Sterbeurkunde, ihr Mann verwandelt sich in einen Papagei, Lord Fortnum mutiert zu einem Wohnschlafzimmer. Das Leben - oder was davon übrig geblieben ist - geht ansonsten seinen gewohnten Gang. Nur wirken die Gebräuche und Riten jetzt noch seltsamer, als sie es schon vor dem Atomschlag waren. - 1968 gab United Artists Richard Lester ein Millionen-Dollar-Budget und freie Hand, und er machte daraus den wohl unkommerziellsten Film, der ihm nur irgendwie einfallen konnte. In den Nachwehen des Dritten Weltkrieges, der genau zwei Minuten und 28 Sekunden dauert, verwandelt sich Sir Ralph Richardson in ein möbliertes Apartment, Rita Tushingham gebiert etwas sehr Seltsames, die BBC macht Hausbesuche, die britische Mittelklasse verbringt ihre letzten Tage damit, in den Überresten der U-Bahn - Circle-Line! - im Kreis zu fahren, und Polizisten steigen hin und wieder aus einem Ballon, um die Bevölkerung zu ermahnen: "Weitergehen! Weitergehen!" Produzent und Regisseur Richard Lester drehte in Sepia-Tönen und schuf einen Furcht erregend-komischen Alptraum. Kein Wunder, dass er nach dieser bemerkenswert scharfen und bösen Satire fünf Jahre nicht arbeiten konnte. Es gibt eine Reihe von exzellenten Darstellerleistungen; die Besetzung umfasst die besten britischen Komikertalente der letzten dreißig Jahre - besonders Marty Feldman ist grandios, aber es sind die surrealen Bilder, die besonders beeindrucken, darunter Reste einer Autobahn mit hunderten von halb im Schlamm begrabenen Autos und ein Lift, der in eine fast zur Gänze mit zerbrochenem Geschirr bedeckte Landschaft führt. |
Komödie
Drehbuch: John Antrobus und Charles Wood, nach einem Bühnenstück von
Spike
Milligan und John Antrobus |
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Darsteller: |
© 2001 Dieter Herchenbach