|
Lorenz ist Art-Director bei einer erfolgreichen Werbeagentur. Adrian, der Boß, ist sein bester Freund. Eine Liebe zwischen Männern, mit einer gemeinsamen Wohnung, einem Schlafzimmer und einem Frühstückstisch. Es ist die perfekte Ehe, erfüllt von viel Liebe und noch mehr Zärtlichkeit. Bis eines Tages Lorenz an die Sekretärin Nina gerät. Nina arbeitet im Rathaus. Sie hat eine kleine Tochter und Kai, ihren Mann. Das Problem: Er hat sie gerade verlassen. Der Grund: Kai hat entdeckt, daß er sich vor allem nach einem sehnt, dem männlichen Geschlecht.
Lorenz verliebt sich in Nina und versteht die Welt nicht mehr. Ein überzeugter Homosexueller entpuppt sich als heißblütiger Hetero. Und das Coming Out als sein Gegenteil: Ein Coming In.
Währenddessen sind Lorenz' Freunde, allen voran Adrian, in großer Sorge. Lorenz ist seltsam unkonzentriert. Die Werbepräsentation läßt er schleifen, für den Aktionstag der Schwulenbewegung zeigt er kaum Engagement. Und als ihm eines Tages Kai, in Begleitung der homosexuellen Aktionsgruppe, über den Weg läuft, ergreift er Hals über Kopf die Flucht und läßt ein paar ratlose Gesichter zurück. Aber auch mit Nina beginnt es zu kriseln. Nina ist sauer, daß Lorenz ihr Geburtstagsmenü in einem teuren Nobelrestaurant im Fast-Food-Tempo absolviert. Sie ahnt nicht, daß er zur gleichen Stunde mit Adrian zu einem Versöhnungsessen verabredet ist. Als dann auch noch Lorenz' Kampfgenossen überraschend auftauchen und Lorenz sich verstecken möchte, reißt Nina der Geduldsfaden. Der Weg zum Happy-End, die Frage ob Homo oder Hetero, ist, wie Lorenz erfahren muß, mit Hindernissen versehen. Und ein Coming In ist nicht minder schwierig als ein Coming Out.
COMING IN (1996), der vierte Film von Thomas Bahmann, ist eine Liebeskomödie unter Männern. Daß dabei unversehens eine Frau die längst geouteten Geschlechtsorientierungen zum Einstürzen bringt, gibt der Komödie ihren Titel. Thomas Bahmann drehte die turbulente Tragikkomödie KLEINER KÖNIG ERICH (ARTE 16.2.1996), und inszenierte die Alpenkomödie DER GUTE KURT (ARTE 16.6.1992). Seine aktuelle Produktion SÜDSEE, EIGENE INSEL (1999) ist eine Komödie mit Ben Becker.
Franka Potente spielt Nina. Ihr kometenhafter Aufstieg begann mit dem Kino-Überraschungserfolg aus der SWF/ARTE Koproduktionsreihe "Debüt Spezial" NACH FÜNF IM URWALD (ARTE 3.10.1997), für den sie 1996 mit dem Bayerischen Filmpreis als beste
Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde und für den der Regisseur Hans Christian Schmid den Bayerischen Filmpreis für die beste Produktion erhielt. Nach Bernd Eichingers Revuekomödie DIE DREI MÄDELS VON DER TANKSTELLE (1997), spielte sie in BIN ICH SCHÖN? (1998) von Doris Dörrie, der mit dem Bayerischen Filmpreis belohnt wurde, und in OPERNBALL (1998), der 1999 für den Adolf Grimme Preis und den deutschen Kamera Preis nominiert und 1998 mit dem Goldenen Löwen von RTL prämiert wurde. Mit Tom Tykwers LOLA RENNT (1998) hatte Franka Potente einen weiteren durchschlagenden Erfolg, nominiert für den Goldenen Löwen in Venedig, 1999 ausgezeichnet mit dem Bayerischen Filmpreis, sowie dem Ernst Lubitsch Preis, dem Europäischen Filmpreis und dem Publikumspreis des Sundance Film Festivals.
Danach drehte sie ANATOMIE (1999) und beendete vor kurzem mit Friedemann Fromm SCHLARAFFENLAND (1999).
Steffen Wink ist Lorenz, ein Homosexueller, der sich zwischen Nina oder Adrian entscheiden muß. Neben seiner Rolle in zahlreichen Schimanski-Filmen spielte er in: EINFACH NUR LIEBE (1993) von Peter Timm, der 1997 mit dem Bayerischen Kinderfilmpreis ausgezeichneten STORY VON MONTY SPINNERRATZ (1997), in Thomas Jahns KAI RABE GEGEN DIE VATIKANKILLER (1998) und in Doris Dörries BIN ICH SCHÖN (1998). Mit Gil Mehmert hat er gerade den Kurzfilm UKULELE BLUES (1999) abgedreht.
Helmut Berger studierte Schauspiel und Regie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz. Er arbeitete mit Dani Levy an DU MICH AUCH (1986), führte Regie bei NIE IM LEBEN (1990), 1991 wurde er dafür mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnet, und bei BAUERNSCHACH (1993). Als Darsteller war er in DER GLÄSERNE HIMMEL (1987), 1988 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet und für das Filmband in Gold nominiert, THEA UND NAT (1992, ARTE 7. 1. 94) von Nina Grosse und STILLE WASSER (1996) von Max Linder zu sehen.
|
Deutschland 1996
Regie: Thomas Bahmann
|