Coco Chanel - Ein wildes Leben

„Wer hat Coco Chanel gesehen?“ lautete der Titel eines Chansons, mit dem Gabrielle Chasnel in Tingeltangel-Cafés in der französischen Provinz auftrat. Fortan nannte sie sich Coco Chanel. Geboren in einem Armenhaus, aufgewachsen unter Waisenkindern, suchte sie wie ein herrenloser Hund Beschützer, und die fand sie reichlich. Französische Grafen, russische Großfürsten, ein englischer Herzog und ein deutscher SS-Mann wurden ihre Bewunderer, ihre Geliebten. Zeitlebens wohnte sie in einer Luxus-Suite im Hotel Ritz, aber sie sehnte sich nach einem Ehemann, nach Kindern und dem einfachen Leben auf dem Land. „Sie war wild, launisch und aggressiv“, erinnert sich Karl Lagerfeld, der ihr Modehaus heute weiterführt, an die große alte Dame der Haute Couture. „Es gibt nur drei Namen in Frankreich, die über dieses Jahrhundert hinaus für Frankreich Bestand haben werden“, meinte einmal der frühere französische Kulturminister André Malraux: de Gaulle, Pablo Picasso und Coco Chanel.

 

© 2000 Dieter Herchenbach