Der Club der gebrochenen Herzen

(Eine romantische Komödie)

Im Mittelpunkt dieses Mayjor-Company-Filmes steht der schwule Fotograf Dennis (Timothy Olyphant). Als sein 28. Geburtstag am Horizont erscheint, stürzt er in eine satte "Midlife-Crisis".  Er macht sich von Tag-zu-Tag mehr Gedanken über sein Leben, seine Freunde, sein Liebesleben und die damit verbundenen Probleme.

Kreisschluss
"
Seit wann ich schwul bin, weiß ich nicht mehr, aber wann ich diese Jungs getroffen habe... meine Freunde..."  So beginnt der Film - und so endet er auch. Allerdings sagen diese selben Worte zwei verschiedene Jungs. Netter Bogen.

Gemeinsamkeiten
So unterschiedlich die "Einzelschicksale" der Protagonisten auch sein mögen, sie haben dennoch einige Gemeinsamkeiten: Sie sind schwul und die Gruppe der Freunde bedeutet ihnen sehr viel. Es ist die en vogue gewordene Wahlfamilie, die sich vor dem Auge des geneigten Kinobesuchers ausbreitet. Hauptfigur Dennis lebt mit dem angehenden Schauspieler und aufstrebenden Statisten Cole (Dean Caine, ja der "Superman" aus Lois & Clark) zusammen in einem Haus. Sie sind Freunde; mehr nicht. Der gesamte Zirkel ist übrigens der Meinung, dass Cole ein Zuckerboy ist. Er weiß seine Attraktion durchaus einzusetzen und angelt sich laufend neue "Kurzbeziehungen", was von seinen Freunden ein wenig neidisch und ein wenig verachtend kommentiert wird. Die meisten Jungs jobben im Restaurant des älteren schwulen Paares Jack (John Mahoney) und Mr. Violett "The Broken Hearts" und mimen einmal im Jahr ein Softball-Team, den "Broken Hearts Club"; was dem Film zu seinem doppeldeutigen Originaltitel verhalf. Denn eigentlich sind alle Jungs auf der Suche nach einer Beziehung oder gerade in oder nach einer verkorksten solchen.

Komödie statt Drama
Klingen obige Inhaltshinweise doch vielleicht eher nach dramatischen Momenten, so sei an dieser Stelle betont, dass der Streifen Situationskomik und Wortwitz der Sonderklasse bietet. Eine leichtfüßige Komödie über die alltäglichen Sorgen und Problemchen der schwulen Mitbürger Los Angeles'. So spielen die Jungs gerne 'mal "Wer macht am längsten den Hetero" und brubbeln mit tiefen Stimmen Dinge wie "muschfreie Zone"; nur um einige Sekunden später in tuckiges Gegacker auszubrechen. 
Patrick (Ben Weber) hält sich für unattraktiv, sucht Trost beim väterlichen Jack und hat eine lesbische Schwester (Mary McCormack). Nicht genug damit, denn sie und ihre Butch-Freundin Leslie (Nia Long) haben ihn als Samenspender fürs Wunschbaby auserkoren. Dadurch kommt Patrick in die Bredouille, in einer Klinik sein Sperma abgeben zu müssen. Aber ohne Wichsvorlage sieht er sich außerstande. Und die Jahresausgabe von "Hustler" hilft ihm da nicht wirklich weiter. So lässt er sich ein schwules Pornomagazin besorgen und sich von Leslie drängen "Jetzt komm' 'mal aus der Hüfte!".
Während des Softball-Turniers, bei dem unsere tapferen Recken regelmäßig zu verlieren pflegen, treten sie auch gegen die Mannschaft der freiwilligen Feuerwehr an. Dabei sind sie von den gutaussehenden Männern so abgelenkt, dass sie schier keinen Spielzug zustande bringen. Rein statistisch müsste sich ein Schwuler in der gegnerischen Mannschaft befinden. Die Wetten werden gemacht. Cole obliegt die vornehme Pflicht, den "Familienangehörigen" zu outen. Er tippt auf den Fänger und macht ihn kunstvoll an, heiß und reif. Es ist Kerr Smith (der "Jack" aus Dawson's Creek), strunzgeil ;-)

Erwachsenwerden
Die Clique hilft sich gegenseitig - bewusst und unbewusst -  bei dem doch manchmal schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens. Jedes Mitglied wird reicher an Erfahrungen und entwickelt sich im Laufe des Filmes weiter. Die einzelnen Figuren in der lebensbejahenden Charakterstudie wachsen dem Betrachter ans Herz. Dennis und seine Wahlfamilie beginnen langsam, ihren Weg zu finden und sie erkennen, dass Freundschaft das Wichtigste ist, um es in dieser Welt aushalten zu können. 

Übrigens
Greg Berlanti, sonst im Dawson's Creek Team, debütiert hier in der Regie und schrieb auch das Drehbuch des beim Sundance Festival vorgestellten Werks. 

Offizielle Website des Verleihs

 

Broken Hearts Club
USA 1999
Komödie

Regie & Drehbuch: Greg Berlanti

 

 




 

 

© 2001 Dieter Herchenbach