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"Boys Don't Cry" ist die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte von Teena Brandon, die als Brandon Teena in einem kleinen Kaff lebt. Als ihre wahre Identität als Frau zutage kommt, wird sie vergewaltigt und ermordet. Starker Tobak in einem starken Film.
Leider leidet die Glaubwürdigkeit unter ein paar Fehlern in der Ausleuchtung. Trotzdem ein preisgekröntes Werk und nicht nur für Transsexuelle interessant.
Der charmante, sensible Neuankömmling Brandon Teena ist im Provinznest Falls City zum beliebten Mittelpunkt avanciert. Als jedoch herauskommt, dass Brandon in Wahrheit ein Mädchen ist, begehen seine Kumpel ein schreckliches Verbrechen...
Lincoln, Nebraska in den frühen 90ern: Die 18-jährige Teena Brandon glaubt, in ihrer Haut ersticken zu müssen. Sie will kein Mädchen sein, sondern leben und lieben wie ein junger Mann. Deshalb wickelt sie ihren Busen bis zur Unkenntlichkeit flach, schlüpft in Jeans, Baumwollhemd und Cowboyhut und wird von Teena Brandon zu Brandon
Teena.
Als Brandon sich in einer Bar als Beschützer der jungen Candace betätigt, gerät er in eine handfeste Schlägerei. Er flieht mit Candaces Freunden John und Tom, die ihn zu einer Party in dem 75 Meilen entfernten Provinznest Falls City einladen. Im Haus von Candaces Eltern wacht Brandon am nächsten Morgen stolz auf sein blaues Auge und überglücklich auf: Hier hält man ihn für einen Mann. Er beschließt, in dem gottverlassenen Kaff zu bleiben.
In der neuen Umgebung, in der die Jugendlichen an der Tankstelle herumhängen, viel trinken und ihren ungelebten Träumen nachtrauern, wird der charmante, etwas schüchterne Junge schnell zum beliebten Mittelpunkt: Die Frauen sehen in Brandon den perfekten Gentleman und Liebhaber, während sich seine Kumpanen geschmeichelt fühlen, weil er ihre Männlichkeit bewundert. Und die schöne Lana, auf die Brandon ein Auge geworfen hat, liebt den interessanten Fremden vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Sensibilität gegenüber Frauen.
Die ganze Illusion bricht zusammen, als durch Zufall Brandons wahre Identität ans Tageslicht kommt. Während Lana fest an ihre Liebe glaubt und Brandon weiterhin als die Person sieht, die er sein möchte, fühlen sich seine Kumpel tief in ihrer fragilen Mannesehre verletzt. Wie weit her ist es mit ihrer eigenen Männlichkeit, wenn sie auf eine als Mann verkleidete Frau hereinfallen? Um die traditionelle Ordnung wieder herzustellen, begehen sie ein grausames Verbrechen.
Hintergrund
Kimberly Peirces hochgelobter Debütfilm "Boys Don't Cry" basiert auf einem authentischen Fall, der sich 1993 in Nebraska ereignete. Fünf Jahre hatte die Regisseurin recherchiert, bevor sie sich an die Nachzeichnung des tragischen Lebenslaufs von Brandon Teena wagte und an seinem/ihrem Beispiel die Identitätssuche amerikanischer Jugendlicher im staubigen Herz Amerikas erforschte. Ohne zu werten inszenierte sie diese Geschichte als Chronik einer angekündigten Katastrophe, bei der die amerikanische Provinz ein Ort ist, an dem gescheiterte Existenzen ihren ungelebten Träumen nachtrauern, und jemand wie Brandon Teena Angst, Hass und Neid zum Opfer fallen muss.
Als die damalige New Yorker Filmstudentin 1993 von dem spektakulären Fall las, packte sie eine Art Besessenheit: "Hier existierte eine Person, die schon Monate nach ihrer Ermordung zu einer Ikone wurde". Sie wollte alles über Brandon wissen und ihn der Welt so zeigen, wie sie ihn sah - als charismatischen, tragischen Helden. Das Engagement lohnte sich: Kimberly Peirce wurde mit Preisen überhäuft, und ihre Hauptdarstellerin Hilary Swank avancierte über Nacht zum Superstar.
Hillary Swank hatte sich das Haar geschoren und einen Monat als Junge gelebt, um sich auf die schwierige Rolle vorzubereiten. Viel Gage brachte ihr das nicht ein (sie bekam 75 Dollar am Tag), dafür aber umso mehr Ehre: Für ihr eindrucksvolles Spiel wurde sie unter anderem mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet. Seither überzeugte die Ehefrau von Schauspieler Chad Lowe in Filmen wie
"The Gift - Die dunkle Gabe", in "Insomnia - Schlaflos" und in Jon Amiels Sci-Fi-Thriller
"The Core - Der innere Kern". Außerdem spielte sie unter anderem neben Colin Hanks, Barbara Hershey und Patrick Swayze eine Hauptrolle in dem Drama "11:14".
Chloë Sevigny wurde für ihre Rolle in "Boys Don't Cry" als beste Nebendarstellerin für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Auf sich aufmerksam gemacht hatte sie zuvor mit einer Hauptrolle in der Tragikomödie
"The Last Days Of Disco", Auftritte in Filmen wie "American Psycho" und Lars von Triers
"Dogville" folgten.
"Der Film zeigt, wie es im Herzen eines Rebellen aussieht, und er erzählt davon so, wie Country-Balladen es tun. Er hat den bittersüßen Schmelz und den harten Kern, er hat die Leichtigkeit und die Tiefe, und er weiß um das traurige Ende, das in Amerika von Country-Songs und von Rebellen erwatet wird." (Süddeutsche Zeitung)
"Hart und authentisch: die Story vom kurzen Glück einer jungen Frau, die ein Leben als Mann führt und dafür ermordet wird. Darstellerin Hilary Swank gilt schon jetzt als sichere Oscar-Kandidatin." (Cinema)
"Die New Yorker Debüt-Regisseurin erzählt die tragische Story einer Frau, die ein Mann sein wollte. Ein Meisterwerk, sagt sogar Hollywood."
(kulturSpiegel)
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Drama
USA 1999
Buch: Kimberly Peirce, Andy Bienen
Original Titel: Boys Don't Cry
Regie: Kimberly Peirce
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