The Birdcage

 

The Birdcage ist die Neuverfilmung des französischen Klassikers "Ein Käfig voller Narren" made in Hollywood. Mit Robin Williams (in der Hosenrolle) und Nathan Lane als Diva.

Das schwule Paar Albert und Armand führt in Miami den schrillen Nachtclub "The Birdcage", dessen Attraktion noch immer Armand alias Starina ist. Gemeinsam haben sie auch Armands Sohn Val grossgezogen, der nun die Tochter eines erzkonservativen Senators ehelichen möchte und von seinen "Eltern" verlangt, beim ersten Treffen ein heterosexuelles Familienleben vorzutäuschen. Das muss schiefgehen. "The Birdcage" ist das Hollywood-Remake des französischen Welterfolges "La cage aux folles", hochkarätig besetzt mit Robin Williams, Gene Hackman und Nathan Lane.

Seit 20 Jahren teilen Armand (Robin Williams) und Albert (Nathan Lane) Tisch, Bett und Business. In Miamis Künstlerviertel South Beach betreiben sie den schrillen Travestieclub "The Birdcage", wo Albert als unbestrittener, wenn auch in die Jahre gekommener und zickiger Star unter dem Pseudonym "Starina" auftritt. Gemeinsam haben sie Armands Sohn Val (David Futterman) grossgezogen, der zu einem selbständigen, vorurteilslosen Mann herangewachsen ist. Sie sind nicht gerade begeistert, als Val, gerade 20 geworden, von seinen Heiratsplänen erzählt. Und als sich Barbara (Calista Flockhart), die Zukünftige, auch noch als Tochter des erzkonservativen und schwulenfeindlichen Senators Keeley (Gene Hackman) entpuppt, verschlägt es den beiden die Sprache. Unterdessen erklärt Barbara ihren Eltern, dass sie sich verlobt hat und schwindelt den beiden vor, Vals Vater sei als Kulturattaché in Griechenland ein gebildeter und kultivierter Herr, dessen Gemahlin sich in häuslichen Pflichten übe. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Weil der Vorsitzende von Keeleys christlich-dogmatischer Partei im Bett einer minderjährigen Prostituierten sein Leben aushaucht, kommt es zum Skandal und Keeley muss vor der geifernden Presse flüchten. Da kommt ihm eine Stippvisite bei der Familie des Schwiegersohns gerade recht. Und das wiederum sorgt in Miami für Aufruhr, den Val will seine Verlobte nicht kompromittieren und verlangt von seinen "Eltern", während des Besuchs ein normales, sprich heterosexuelles Familienleben vorzutäuschen. Verschwinden soll neben der allzu eindeutigen Wohnungseinrichtung vor allem auch Albert, dessen effeminiertes Verhalten auf keinen Fall geduldet werden kann. Aus Liebe zu seinem Sohn bemüht sich Armand, aus Albert im Schnellgang einen Macho zu machen. Bei dem Versuch geht so ziemlich alles schief, und einer lebenslangen Beziehung droht das Ende. Doch Albert hat einen unschlagbaren Trumpf im Ärmel.

1978 landete Regisseur Edouard Molinaro mit dem Spielfilm "La cage aux folles" nach einem Bühnenstück von Jean Poiret einen Kassenschlager. Die für damalige Verhältnisse ziemlich gewagte Komödie erhielt denn auch zwei Fortsetzungen. Ausserdem schrieb Komponist Jerry Herman das Stück zu einem ebenso erfolgreichen Musical um, dessen Hit "I Am What I Am" noch heute ins Repertoire jeder Travestieshow gehört. Fast zwanzig Jahre dauerte es, bis auch Hollywood sich dazu durchringen konnte, den Stoff zu adaptieren. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch den Erfolg des Spielfilms "Philadelphia". Das starbestückte Aids-Drama war die erste Produktion eines großen Hollywood-Studios, das dem amerikanischen Publikum Homosexualität jenseits der gängigen Schwulenklischees präsentierte. Regisseur Mike Nichols und seine Drehbuchautorin Elaine May ("Primary Colors") haben die Geschichte entstaubt, ins moderne Amerika transportiert, politisch zugespitzt und mit Robin Williams, Gene Hackman und Nathan Lane prominent und exzellent besetzt.

Komödie
(The Birdcage)
USA 1995

Regie: Mike Nichols

Drehbuch: Elaine May nach dem Bühnenstück "La cage aux folles" von Jean Poiret. 
Kamera: Emmanuel Lubezki. 
Musik: Jonathan Tunick. 

Darsteller: 
Robin Williams (Armand Goldman), Gene Hackman (Senator Keeley), Nathan Lane (Albert), Dianne Wiest (Louise Keeley), Dan Futterman (Val Goldman), Calista Flockhart (Barbara Keeley), Agador (Hank Azaria)

© 2001 Dieter Herchenbach