Ben Hur

   

1924-1926
Zuerst war da der 1880 zuerst veröffentlichte Roman von Lewis Wallace - ein unglaublich erfolgreicher Roman. Es folgten mehrere Bearbeitungen für die Bühne und 1907 die erste bescheidene Verfilmung. 
1924 legte dann MGM los: Mit Riesenaufwand begannen die Dreharbeiten in Italien, die zu einem Chaos wurden und Todesopfer forderten. Dann wurde in Hollywood weitergedreht. Das Ergebnis war ein äußerst erfolgreicher Film, der aber viel zu teuer geworden war, um Profit zu machen. 
Der Stummfilm (jetzt mit der prächtigen Musik von Carl Davis) und das Remake fordern natürlich den Vergleich heraus, und da erscheint der Film von 1959 merkwürdig müde und uninspiriert. Das bewunderte Wagenrennen von 1959 ist, schaut man nur genau hin, bis in die Details eine Wiederholung des Wettkampfs von 1926. Schließlich sind auch die Farbteile des Stummfilms (im frühen Technicolor-Verfahren) animierender als die „normalen“ Farben des Remake.
Sandalen und gestählte Oberkörper... Ein schwuler Hauptdarsteller noch obendrauf...

Der junge Judah Ben Hur wächst nach der Geburt Christi als Sohn einer fürstlichen Familie in Jerusalem auf. Sein einstiger Freund Messala kehrt sich als römischer Offizier gegen ihn; Ben Hur kommt auf eine Galeere. Später von einem römischen Tribun adoptiert, kann er sich in einem dramatischen Streitwagenrennen an Messala rächen. Angesichts der Leiden Jesu, den er mit militärischer Macht vor dem Tod am Kreuz bewahren will, bekehrt er sich zum Christentum.

Rom ist auf der Höhe seiner Macht, als rund zwanzig Jahre nach der Geburt Christi der neue Statthalter Gratus Einzug in Jerusalem hält. Dabei gerät der junge Judah Ben Hur fälschlich in den Verdacht, ein Attentat auf Gratus begangen zu haben; sein früherer Freund Messala, inzwischen römischer Offizier geworden, nimmt ihn fest. Ben Hurs Mutter und seine Schwester Tirzah werden in den Kerker geworfen, er selbst kommt als Sklave auf eine Galeere. Als er in einer Seeschlacht gegen Piraten einen römischen Tribun rettet, macht dieser ihn aus Dankbarkeit zu seinem Adoptivsohn. Auf der Suche nach seinen Angehörigen reist Ben Hur später nach Antiochia; dort trifft er seine geliebte Esther wieder und besiegt in einem dramatischen Streitwagenrennen den Verräter Messala. Bald danach wird er auf dramatische Weise Zeuge der Leidensgeschichte Christi. - Nach Rudolph Valentinos Tod im Jahr 1926 trat der Mexikaner Ramon Novarro (1899 - 1968) das Erbe als Hollywoods "Latin Lover" an. Höhepunkt seiner Stummfilm-Karriere wurde seine Rolle in Fred Niblos "Ben Hur". Der monumentale Film, der mit sechs Millionen Dollar seinerzeit rund fünfzehnmal mehr als ein durchschnittlicher damaliger Film kostete, sollte ursprünglich in Italien gedreht werden, aber dort zeigte man sich den technischen Anforderungen nicht gewachsen. So wurde in Los Angeles ein zweiter Circus Maximus gebaut, in dem im Herbst 1925 mehrere Wochen lang das berühmte Wagenrennen gedreht wurde. Unter rund dreißig Regie-Assistenten, die tausende von Statisten als Zuschauer dirigierten, war auch William Wyler, der spätere Regisseur des "Ben Hur"-Remakes von 1959. Die Authentizität der Kulissen, die Atmosphäre der Genreszenen in Jerusalem und vor allem die grandiosen Actionszenen ließen sich aber auch eine Generation später nicht übertrumpfen.

 

 

1959 - wohl bekannteste Verfilmung des Sandalen-Themas. Stephen Boyd wurde gesagt, seine Rolle mit Ben angeschwult zu spielen; Charlton Heston sagte man davon nichts. ;-)

Abenteuer


Stummfilm, USA 1926 (142'24'')
Darsteller:
Ben Hur Ramon Novarro
Messala Francis X. Bushman
Esther May McAvoy
Jungfrau Maria Betty Bronson
Ben Hurs Mutter Claire McDowell
Iras Carmen Myers
Simonides Nigel De Brulier
Arrius Frank Currier
Tirzah Kathleen Key
und andere

Drehbuch: Carey Wilson, Beth Meredyth und June Mathis
Kamera: Rene Guissart, Percy Hilburn, Karl Struss und Clyde DeVinna
Musik: Carl Davis
Regie: Fred Niblo
                                            

© 2000 Dieter Herchenbach