Belle Epoque

    

Oscar-prämierte erfrischende Sittenkomödie und unterhaltsamer Sexreigen, des Öfteren auch als aufreizende Mittsommernachtssexkomödie tituliert, kommt dieser sehr zu empfehlende spanische Streifen des spanischen Altmeisters Fernando Trueba nach nunmehr schon 13 Jahren endlich auf DVD heraus!

Die Handlung spielt in der schönen alten Zeit, was aber nur den Hinter-Grund für die einlullende Kulisse, archaische Stimmung und eben das modische Accessoire vor allem der weiblichen Darsteller bietet. Na ja, auch in Anbetracht der sexuellen Triebhaftigkeit bei gleichzeitiger vermeintlicher Verklemmung musste dieser Kunstgriff in die Geschichte erfolgen. Was aber weder dem Unterhaltungswert Abbruch tut, noch dem Film generell schadet, wird er doch dadurch auch zum Bilderkunstwerk. 

Nun denn, einen politischen Hintergrund gibt es auch, aber der ist für die Handlung wirklich irrelevant.

Der Film spielt im Spanien im Frühjahr 1931, das Land steht kurz vor dem Bürgerkrieg.

Der junge Fernando (Jorge Sanz) hat mit dem Ganzen wenig am Hut und flieht kurzerhand irgendwo in die spanische Provinz. Ein toller Anfang des Filmes übrigens: man sieht nur einen Koffer einsam in der Gegend rumstehen, den ein äußerst eigenwilliges Polizistengespann (Schwiegervater und Schwiegersohn á la Dick und Doof) aufgabelt und erst kurz darauf taucht dessen Besitzer, eben jener Fernando, vom Errichten seiner Notdurft aus dem Busch wieder auf - und wird prompt verhaftet. Allerdings nicht für lange, will vernünftiger Schwiegerpapa doch den Deserteur laufen lassen und wird daraufhin vom übereifrigen Schwiegersohn erschossen, der sich kurz darauf selbst umbringt. Ein toller Streich!

Fernando macht sich schleunigst aus dem Staube und wird im Bordell des Nachbarortes kurzerhand von dem die meiste Zeit des Jahres vereinsamten Alten Don Manolo (ein zauberhafter Fernando Fernán Gómez, "Alles über meine Mutter"), Maler, Freidenker und Sohn vierer aufreizender Töchter, die allerdings die meiste Zeit des Jahres nicht da sind. Die beiden freunden sich an, doch rechtzeitig vor Eintrudeln seiner Töchter will Manolo seinen lieb gewonnen Gast loswerden. Allerdings misslingt dieser Versuch: auf dem Bahnhof laufen sich die vier Töchter und Fernando über den Weg und es funkt auf beiden (allen fünf) Seiten.

Kein Wunder, sind doch sowohl die Frauen als auch die Männer seit Monaten sexuell aufgeladen und verlangen nach Entladung! So bleibt denn Fernando vor Ort und entfacht der Reihe nach für alle vier Schwestern.

Zunächst für die zweitälteste Schwester Violeta (Ariadna Gil) - oder sagen wir lieber Bruder? Nämliche entpuppt sich nämlich als Lesbe, die auf eine Frau steht und gipfelt am Karnevalabend im Geschlechtertausch: wird Fernando in die ihm gar nicht gelegene Kostümierung einer Gutszofe gesteckt und geht Violeta selbst als fescher Offizier auf den Markt, wo sie/er ihre Auserwählte auch prompt auf eine nahe gelegene Tenne führt und vernascht.

Die Beichte samt übereiligen Handanhalten Fernandos wiegt Manolo kurzfristig in guten Hoffnungen, doch Violeta stellt schon bald den "Irrtum" klar. Trost - und neues Feuer - findet Fernando daraufhin bei der überheißen Rocío (Maribel Verdú), die zwar eigentlich mit dem reichsten Jüngling des Provinznestes zusammen ist, diesen aber immer wieder nur hinhält. Was Wunder, ist Fernando vom Äußerlichen die attraktivere Wahl :-) Doch Sex ist ja was anderes als finanzielle Sicherheit und so lässt denn auch Rocío ihn wieder abblitzen.

Nach einer schon verzweifelten Verführung durch die älteste Schwester Clara (Miriam Díaz Aroca) landet Fernando schließlich, wenngleich nicht überglücklich, in den Armen des Nesthäkchens Luz (eine ebenso junge wie überzeugende Penélope Cruz, "Blow", "Fanfan - der Husar", "Alles über meine Mutter"). Nicht nur ist sie die einzige, die ihn auch wirklich richtig an sie ranlässt, nein mit ihr landet er schließlich auch noch vor dem Altar.

Kein übermäßig neuer Einfall, aber ein allemal sehenswerter wie unterhaltsamer Filmspaß mit bekannten Darstellern des spanischen Filmes und mit dem ausreichenden Schuss Erotik und Bilderpracht. Eine Empfehlung.


Die DVD

Bildformat: 2,35:1 (16:9 anamorph codiert)
Ton: Dolby Digital 2.0

Audio:      Deutsch, Spanisch
Untertitel: Spanisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bonusmaterial: Making Of (ca. 24 Minuten)

FSK: ab 12 Jahren
Länge: ca. 105 Minuten

 

Sittenkomödie

E/P/F 1992

Regie: Fernando Trueba

DVD-VÖ 25.04.2005

 

 

Darsteller und ihre Rollen

Jorge Sanz ....................... Fernando
Fernando Fernán Gómez .... Manolo
Ariadna Gil ........................ Violeta
Maribel Verdú .................... Rocío
Miriam Díaz Aroca .............. Clara
Penélope Cruz ................... Luz
Gabino Diego .................... Juanito


 
 

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