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Hachemi hat Angst vor der arrangierten Hochzeit. Und vor Frauen, die mehr von ihm wollen als einen höflichen Gruß. Jeder schwule Araber kann sich darin wiederfinden. Auch wenn Rückblenden eine außergewöhnliche Ursache seiner Selbstzweifel enthüllen: Der Meister, bei dem er das Schnitzhandwerk lernte, hat ihn vergewaltigt. Sein Freund Farfat fiel dem Mann mit den zwei Gesichtern - Familienvater und Gönner, Ausbeuter und Kinderquäler - gleichfalls zum Opfer. Er wurde zum Außenseiter. Die Stadt verhöhnt ihn: "Farfat ist kein Mann". Der Vater verstößt ihn. Können die Freunde einander helfen? Nouri Bouzid, ein früherer Mitarbeiter Spielbergs, lässt dem sich anbahnenden Drama Zeit, sich in atmosphärisch dichten und sinnlichen Bildern zu entfalten: Die außergewöhnliche Kamera malt mit den Farben und grellen Licht-Schatten-Kontrasten von Sfax schmerzhaft schöne Tableaux. Der Schluss mit Bordellbesuch, Totschlag und Flucht gab Anlass zu Missverständnissen, aber die Auflösung ist hintergründiger, als es auf den ersten Blick scheint: Das letzte Bild zeigt Farfats fröhlichen Sprung in die Freiheit der modernen Welt. Der erste Film aus dem Maghreb über Homosexualität, Homophobie und Kindsmissbrauch ist kein Pamphlet, er ist Nouri Bouzids bester Film.
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Drama |
© 2000 Dieter Herchenbach