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Wer Wolfgang Petersens "Troja"
noch in Erinnerung hat, wird sich auf "Alexander" gefreut haben.
Ein weiteres "Sandalenepos" aus der Monumentafilm-Liga. Und hey,
die Achilles-Sache wird mehrfach zitiert.
Der Inhalt in Kürze
Griechische Stadtstaaten uneins.
Großreich der Perser als Nachbar.
Unter Mazedonen ist ein Einäugiger König (Philip).
Sohnemann Alexander erfährt strenge Erziehung von allen Seiten.
Machtgeile Mutter
mit Hexenqualitäten.
Schlacht, Schlachten, Schlächter.
Wahre Liebe gibt's halt nur unter Männern.
Und in ganzer Länge
Der Film ist recht lang geraten. Knapp 30 Lebensjahre
wollen in 3 Stunden Film komprimiert sein. Aber müssen sie das auch?
Regisseur Stone zeigt uns den "größten Feldherrn aller Zeiten"
vom Hosenmatz (äh... Tunikamatz) über das Ephebenstadium bis hin zu
seiner Ermordung wenige Tage vor seinem 33. Geburtstag. Seine Kindheit
wird ausgiebig dargestellt. Sogar seine besondere Beziehung zu seinem Pferd
wird minutenlang aufgearbeitet. Klar, dass die Mutter Olympias (mit einer
besonderen Affinität zu Schlangen) noch epischer vorgestellt wird; denn
schließlich prägen die Eltern ein Kleinkind ganz gewaltig. Aber den
ganzen Kladderadatsch hätte auch Ptolemäus in seine drei zweibeinigen
Diktiergeräte blubbern können.
Sinn und Zweck soll wohl die Beleuchtung der Hintergründe sein. Warum
ist Alexander so geworden, wie er war? Wie wir ihn aus den
Geschichtsbüchern zu kennen glauben. Aber leider verfranst sich der Film
in den Hintergründen und Nebenfiguren. Nur geschichtlich versierte
Zuschauer(innen) blicken bei der Unzahl von historischen Figuren, die
recht breit ausgewalzt werden, noch durch. Weniger wäre mehr gewesen.
Colin Farrell ist ein anerkannt guter Schauspieler - keine Frage
- aber den Alexander nehme ich ihm nicht ab. Obwohl er alle Register von
zart bis hart zieht, er den gefühlvollen, ruhmhungrigen, dem Wahnsinn
anheim gefallenen mit Inbrunst auf die Leinwand bringt. Charismatisch ist
er nicht. Und genau das muss Alexander gewesen sein: charismatisch. Wie
sonst hätte er über Jahre seine relativ kleine Armee von Sieg zu Sieg
führen können?
Unter uns Betschwestern...: Jared Leto als Hephaistion
hat in dem Film mehr Ausstrahlung. Und das liegt nicht (nur) am reichlich
angewendeten Kajal ;-)
Schade, dass Stone die geschichtlich gesicherte homosexuelle
Liebesbeziehung zwischen Alexander und Hephaistion nur in Worten und
innigen Blicken zeigt. Und selbst dass war einer Gruppe von griechischen
Anwälten schon zu viel. Ein griechischer Volksheld schwul? Oioioi... Das
geht den Erfindern der "Knabenliebe" dann doch zu weit. Was im
angeblich rückständigen 4. Jahrhundert vor Christus keine große Sache
war, ist im angeblich so aufgeklärten 21. Jahrhundert n. Chr. ein heißes
Eisen. Tuntenball in Babylon.
Oliver Stone, 58, erklärte in der Wochenzeitung "Die Zeit" Alexanders Homosexualität zum zentralen Punkt. "Normalerweise würde man homosexuelle Liebe in einer Großproduktion nie so darstellen", betonte er. Aber die Liebe zwischen Alexander und Hephaistion sei eine "echte, mit allem, was dazugehört: Nähe, Vertrauen, Körperlichkeit". Pluspunkt
in Kürze
Es gibt doch noch etwas lobend zu erwähnen: Die Choreografie der
Massenszenen. Sehr beeindruckend aus der Vogelperspektive (im wahrsten
Wortsinne), aufwühlend im Wüstensand und mitreißend
im indischen Dschungel. Blutig,
dreckig, detailgetreu. Eine Steilvorlage für Albträume und/oder
Pazifismus.
Die
DVD als Premium
Edition (2 DVDs)
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1 und DTS) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Audiokommentar mit Oliver Stone (Regie/Drehbuch) und Robin Lane Fox (historischer
Berater)
• Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte möglich
• Laufzeit: 176 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. Mai 2005
• Produktion: 2004
• Bonusmaterial der Doppel-DVD:
- Dokumentarfilm "Kampf gegen die Zeit: Oliver Stones Alexander" (in engl. mit deutschen UT, ca. 80 Min.)
- Auf den Spuren Alexanders des Großen (ca. 20 - 25 Min.)
- Featurette (in engl. mit deutschen UT, ca. 12 Min.)
- Interviews mit Angelina Jolie (Olympias), Anthony Hopkins (Ptolemaios), Colin Farrell (Alexander), Jared Leto
(Hephaistion), Jon Kilik (Produzent), Moritz Borman (Produzent), Oliver Stone
(Regie/Drehbuch), Rosario Dawson (Roxane), Val Kilmer (Philipp), Vangelis (Musik) - (in engl. mit deutschen UT, ca. 18 Min.)
- Filmografien Colin Farrell (Alexander), Angelina Jolie (Olympias), Val Kilmer (Philipp), Anthony Hopkins (Ptolemaios), Rosario Dawson
(Roxane), Jared Leto (Hephaistion), Christopher Plummer (Aristoteles), Oliver Stone (Regie/Drehbuch)
- Blick hinter die Kulissen (ca. 15 Min.)
- Premierenimpressionen (ca. 5 Min.)
Weitere Informationen zu dem Hauptmenü-Punkt "Auf den Spuren Alexanders des Großen": Unter diesem Menüpunkt erhält man eine
Landkarte mit 10 Goldstücken, welche Orten entsprechen, die wichtige Stationen im Leben Alexanders darstellen. Durch Anwahl der einzelnen
Goldstücke über die Fernbedienung des DVD-Players gelang man zu einer Unterseite, die eine kurze Textinformation zu dieser Lebensphase von
Alexander enthält. Nach einigen Sekunden erscheint durch Überblendung ein Rolltext mit weitergehenden Informationen zu der jeweiligen
Lebensstation, der parallel dazu vorgelesen wird. Nach Beendigung des Textes gelangt man zur Karte mit den 10 Goldstücken zurück. Der
komplette Ablauf ist mit der Filmmusik aus ALEXANDER unterlegt.
Die
DVD als Single
Edition (1 DVD)
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1 und DTS) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
• Laufzeit: 176 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. Mai 2005
• Produktion: 2004
• Bonusmaterial:
keines
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Drama,
Monumentalfilm USA 2004 Originaltitel: Alexander Regie: Oliver
Stone
Drehbuch: Oliver Stone, Christopher Kyle, Laeta Kalogridis
DVD-VÖ
25.05.2005
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