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den frühen 80er Jahren brach unter den Schwulen in den
USA Panik aus. Langsam tauchte eine neue Krankheit auf,
von der vorher niemand etwas gewusst hatte. 'GRID' wurde
sie damals genannt (=Gay Related Immune Deficiency); im
Volksmund wurde sie auch oft als 'Schwulenkrebs'
bezeichnet. Ziemlich schnell war klar, dass es eine
Krankheit mit tödlichem Verlauf ist und dass immer mehr
Männer daran erkrankten. Konservativen Politikern kam
diese Krankheit gerade recht, konnten sie doch so wieder
mal zur Hetzjagd auf die Homosexuellen blasen. Doch schon
relativ bald fand man heraus, dass die Krankheit nicht
nur Schwule betraf: 1986 entdeckte man den HI-Virus.
Viren können auf alle Menschen übertragen werden. Somit
war klar, dass diese Krankheit auch heterosexuelle
Menschen befallen konnte. Was ist HIV? Was ist Aids?
Über das Virus weiss die heutige Medizin relativ viel,
und über die Abwehrvorgänge im menschlichen Körper
werden laufend neue Kenntnisse gewonnen, aber das Ziel,
sich vollständige Klarheit über die krankmachenden Vorgänge
zu verschaffen, ist noch nicht erreicht. Wir wissen, dass
das HIV ein sehr empfindliches Virus ist. Ausserhalb des
Körpers ist es nicht überlebensfähig. HI-Viren
befallen unter anderem Zellen des Abwehr- oder
Immunsystems (z.B. die T-Helferzellen). Dadurch kommt es
mit der Zeit zur Lahmlegung des Immunsystems. Wer sich
mit HIV infiziert, merkt zunächst meist nichts davon.
Manchmal kommt es zu einem grippeähnlichen
Krankheitsbild mit Fieber und Lymphknotenschwellungen.
Der Organismus versucht, sich gegen den fremden
Eindringling zu wehren, indem er Antikörper bildet.
Diese können mit einem Bluttest nachgewiesen werden.
Falls solche Antikörper gefunden werden, nennt man
diesen Zustand 'HIV-positiv'. Als 'Aids' wird der Zustand
bezeichnet, bei dem der Körper infolge der
fortgeschrittenen Immunschwäche andere Krankheiten (z.B.
Lungen- oder Darmentzündungen usw.) nicht mehr abwehren
kann. Trotz weltweiten Anstrengungen und ständig
wiederkehrenden Sensationsmeldungen in der Presse ist
eine wirksame Schutzimpfung in naher Zukunft nicht zu
erwarten. Die heute einzige Möglichkeit, sich vor Aids
zu schützen, ist, dem Virus keine Möglichkeit zu geben,
in den eigenen Körper zu gelangen.
Wie wird HIV übertragen?
Eine Infektion wird ausgelöst, indem HI-Viren von einem
Menschen in die Blutbahn eines anderen gelangen. Da die
Viren in hoher Zahl vor allem in Blut, Sperma oder
Scheidenflüssigkeit vorkommen, ist der Kontakt mit
diesen drei Körperflüssigkeiten besonders risikoreich.
Konkret: HIV kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
(anal oder vaginal) oder durch Spritzentausch übertragen
werden.
Die Schleimhaut in After oder Scheide und an der Eichel
ist sehr fein und das darunterliegende Gewebe sehr stark
durchblutet. Beim Bumsen entstehen häufig kleinste
Verletzungen, die vom Auge gar nicht wahrgenommen werden
können, jedoch für eine HIV-Übertragung ausreichen können.
Ausserdem kann das Virus auch unverletzte Schleimhaut
durchdringen. Das macht klar, warum Bumsen ohne Gummi so
riskant ist. Obwohl Speichel eine virenhemmende Wirkung
hat, kann eine Infektion über den Mund beim Oralverkehr
nicht ganz ausgeschlossen werden. Beim Küssen ist jedoch
keine Infektion möglich.
Wie schütze ich
mich?
Als Schutz vor einer Ansteckung gibt es
eigentlich nur 3 Verhaltensweisen:
- Kein Sex: Naja gut...
- Monogamer Sex: das
heisst Sex mit der gleichen Person, von der man
überzeugt ist, dass sie auch monogam ist. Das
funktioniert natürlich nur, wenn sich beide nach
einer dreimonatigen 'Safer Sex-Zeit' haben testen
lassen und beide negativ sind.
Vertrauen alleine ist kein Schutz!
- Safer Sex: Beim
Bumsen immer ein Kondom und wasserlösliches
Gleitmittel brauchen
- Beim Blasen auf
keinen Fall in den Mund abspritzen!
Merke:
Du infizierst dich nicht durch die Unachtsamkeit deines
Partners, sondern wenn du selbst die Safer-Sex-Regeln
missachtest: Du bist dafür verantwortlich, dass dein
Partner einen Gummi trägt, wenn du dich bumsen lässt.
Du trägst die Mitverantwortung, dass dir niemand in den
Mund abspritzt!
Alkohol und gewisse Drogen schränken die
Selbstverantwortung ein und erhöhen das Risiko, sich in
Situationen zu begeben, die du mit klarem Verstand
vielleicht nicht eingehen würdest! Wenn die Sonne brennt
und das Meer ruft, schmelzen oft die guten Vorsätze
dahin. Daher Vorsicht: In den Ferien macht man oft
Sachen, die zu Hause nie denkbar wären.
Ebenfalls eine Risikosituation ist die Verliebtheit. Wer
vermiest schon gerne die romantische Stimmung mit einem
Gummi, wenn's zum ersten Mal mit dem neuen Schwarm ins
Bett geht. Darum: Auch wenn der Himmel voller Geigen hängt;
Safer Sex nicht vergessen! Zugegeben, das Thema Aids kann
Angst machen. Eines jedoch ist ganz wichtig: Safer Sex
gehört heute unbedingt dazu. Safer Sex ist cooler Sex.
Du kannst alles machen, wozu du Lust hast. Aber
safe muss es sein!
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