Filmtipps

GayOut

In & Out

[schwule Thematik][Tipp]

Komödie, USA
Regie: Frank Oz
Darsteller: Kevin Kline, Tom Selleck, Matt Dillon u.a.

"In & Out" ist eine Komödie erster Klasse, bei der alles durch ein Versehen beginnt:
Howard Bracket (großartig: Kevin Kline) ist ein Lehrer in einem kleinen Nest und verfolgt im Fernsehen wie fast jeder gespannt die Oscar-Verleihung, auf der ein ehemaliger Schüler (Matt Dillon) für seine Rolle als homosexueller Soldat ausgezeichnet wird - und sich daraufhin bei seinem ehemaligen Lehrer bedankt, mit dem Hinweis: "Und er ist schwul!" - Das war diesem jedoch neu. Und seiner Verlobten, die neben ihm sitzt, auch. (Man stelle sich ihr Gesicht vor!) Schließlich steht die Heirat ja kurz bevor. Hier beginnt das Hin und Her zwischen der Frage, ob an dem unabsichtlichen Outing nicht evtl. doch etwas Wahres ist oder nicht. Eine große Rolle dabei spielt der aufdringliche TV-Reporter (herrlich gespielt von Tom Selleck), der natürlich seine Story haben will.
Ob Lehrer Bracket nun schwul ist oder nicht, wird nicht verraten - und das ist auch nicht so wichtig, denn "In & Out" ist einfach eine Komödie, bei der man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt, ähnlich wie bei "Der Bewegte Mann", oder sogar noch mehr. Der Film nimmt einfach alles auf die Schippe, seien es die Medien, Hollywoodstars oder auch schwule Klischees. 

Klasse Drehbuch (vom schwulen Autor Paul Rudnick), Darsteller (u.a. gibt das Model Shalom Harlow ihr Filmdebüt - als nichtessendes Model), Regie (Frank Oz). Einzige Kritik: zweimal war das Mikro im Bild (zusätzlich zu dem des TV-Reporters, das übrigens echt war).
Die Idee zu diesem Film entstand übrigens, als Tom Hanks auf der Oscar-Verleihung 1994 für "Philadelphia" ausgezeichnet wurde und sich dort bei seinem hervorragenden Highschool-Lehrer bedankte, der schwul war! :-)

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It's in the Water

[lesbische Thematik][schwule Thematik][AIDS-Thematik][Tipp]


Komödie, USA 1998, OmU
Darsteller: Keri Jo Chaman, Teresa Garrett, Nancy Chartier, Derrick Sanders, John Hallum u. a.

Ich habe es doch schon immer gewußt: Doppelmoral ist eine der größten "Stärken" der US-Amis... Jetzt kommt der "Beweis" in Form dieses Filmes. Und zu meiner besonderen Freude versteht er es, eben diese Doppelmoral auf das Köstlichste der Lächerlichkeit preiszugeben.

Stellt Euch vor: Südstaaten, 1998...
In der Kleinstadt Azalea Springs wird das Leben von hochkonservativen Kreisen bestimmt. Die Damen der Gesellschaft beschäftigen sich in der "League", einem der Wohltätigkeit verschriebenen Frauen-Verein. Als der Vorstand beschließt, ein paar freiwillige Arbeitsstunden im neuen AIDS-Hospiz des Ortes zu leisten, regt sich Tumult. Insbesondere die dumm-biestige Sloan (Nancy Chartier), die sich eigentlich gewünscht hatte, mit Babies zu "arbeiten" und sich jetzt vor den "schmutzigen" AIDS-Kranken ekelt. Einzig Alex Stratton (Keri Jo Chaman, die weibliche Hauptdarstellerin) ist begeistert von der Idee. Das mag vielleicht auch damit etwas zu tun haben, dass sie an diesem ungewöhnlichen Ort eine alte Freundin aus Highschool-Tagen wieder trifft: Grace Miller (Teresa Garrett) und sie kommen einander näher. Ja, Mädels, es kommt zum klassischen Coming Out Dialog; herrlich "peinlich". Alex ist davon so beeindruckt, daß sie sich in der örtlichen Videothek mit den Klassikern des Lesbenfilms eindeckt und sich in einer Nacht auf den aktuellen Stand bringt. So ganz nebenbei entdeckt sie, daß ihre öde Ehe mit dem Ekelpaket Robert (Matt Tompkins) vielleicht aus einem "gewissen" Grund so öde ist... Ihre Mutter – tragende Säule der League und beste Kundin im Friseur-Salon und beim Innenausstatter – ist blank entsetzt, als sie erst vom Dienst ihrer Tochter im "Hope House" und dann auch noch von deren lesbischen Neigungen erfährt.

"That way..."
Die öffentliche Meinung wird stark mitgeprägt von der Lokalzeitung, für die auch Mark (Derrick Sanders), der Sohn des Herausgebers, arbeitet. Alles, was die Auflage stärkt, wird gedruckt. Auf dem Azaleen-Ball, dem alljährlichen Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens, verkündet der als "he is that way" (=homosexuell) bekannte Innenausstatter Spencer (John Hallum): "It's in the water!", der Grund für die zunehmenden homosexuellen Neigungen... Das ist das natürlich ein gefundenes Fressen für die Presse. Mark versucht zwar, seinen Vater davon abzubringen, gibt eine Wasserprobe zur chemischen Analyse, aber vorerst nimmt das Gerücht seinen Gang und treibt herrliche Blüten.

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Kommt Mausi raus?!

[lesbische Thematik][Tipp]


Deutschland
lesbischer Coming Out-Film

Kati, genannt Mausi, ist schüchterne 20, als sie frisch vom Dorf in die Großstadt kommt. Hier sucht sie, was im Kleinkaff undenkbar war: die Liebe der Frauen. Und sie findet sie auch: erst bei der flippigen Jo, die, wie sie selbst sagt "... kein' Bock auf so'n Romantikscheiß" hat, ihr aber ein guter Kumpel bleibt. Dann bei Yumiko, zu der eine große Liebe im Bioladen beginnt.

Alles könnte so schön sein, hätte Kati da nicht ein kleines Problem: Sie steht nicht öffentlich zu ihrem Lesbischsein. Das stört die Freundin und die Liebe. Das Zauberwort heißt "Coming Out". Und so tritt Mausi endlich die Reise zurück ins westfälische Hinterland ihrer Kindheit an, in Gedanken bei Yumiko, im Gepäck den "Coming Out leichtgemacht"-Ratgeber, denn da steht drin: "Wenn Du es Deiner Mutter gesagt hast, ist der Rest ein Kinderspiel." Daß dem nicht ganz so ist, merkt Mausi spätestens, als sie mit Sonja, ihrer Sandkastenfreundin, die Dorfkirmes besucht. Umzingelt von neugierigen Weibern, eifersüchtigen Jungmännern und hungrigen Matronen kommt Mausi schließlich raus... Etwas anders als sie dachte - aber mit Happy-End.

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Lola und Bilidikid

[Travestie-/Transvestie-Thematik][Transgender-Thematik][schwule Thematik][Tipp]


Drama, BRD 1999, 91 min.
Regie und Buch: Kutlug Ataman
Darsteller: Baki Davrak, Souad Hakan Tandogan, Lokum Cihangir Gümüstürkmen, Erdal Yildiz, Gandi Mukli u.a.

Der 17-jährige Türke Murat lebt in Berlin zwischen zwei Kulturen. Er leidet unter dem autoritären Charakter seines Bruders Osman, der ihn ständig bedrängt, endlich mit einer Frau zu schlafen. Murat interessiert sich aber eher für seine männlichen Mitschüler. Da aber die Homosexualität in seinem Familienkreis frontal abgelehnt wird, ist er verunsichert. Als er dann erfährt, daß sein älterer Bruder "Lola" wegen seiner Homosexualität von Osman aus dem Elternhaus vertrieben wurde, versucht er, ihn zu finden. Auf seiner Suche nach Lola gerät er in die Schwulenszene und tankt Selbstbewußtsein. Als eines Abends Lola ermordet aufgefunden wird, findet Murat den Mut, nach Hause zurückzukehren. Er fordert Osman heraus, seine Schuld an Lolas Tod zu gestehen...

In seinem dritten Spielfilm zeichnet Kutlug Ataman das Porträt einer Gruppe von krassen Außenseitern, die als Emigranten der zweiten Generation und als Homosexuelle in einem doppelten Exil leben. Ataman nähert sich gefühlvoll den Figuren dieser extravaganten Szene. Mit verschiedenen parallelen Handlungen erstellt Ataman ein breit angelegtes Porträt einer Subkultur, das in keinem Moment auf Oberflächlichkeiten oder Klischees zurückgreift.

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Maurice

[schwule Thematik][Tipp]


GB 1987
Regie: James Ivory
Darsteller: James Wilby, Hugh Grant, Rupert Graves, Ben Kingsley

Der Film spielt im viktorianischen England. Maurice und Clive studieren an derselben Universität. Anfänglich diskutieren sie nur miteinander, aber dann kommen sie sich immer näher und schließlich gestehen sie einander ihre Liebe. Auf Clives Wunsch hin bleibt sie platonisch, er ist davon überzeugt, daß Liebe unter Männern nur auf diese Weise akzeptabel sein kann. Nach Ende der Studienzeit zieht sich Clive jedoch mehr und mehr zurück und beschließt, vom Selbstmord eines schwulen Studienkollegen verunsichert, zu heiraten. Als er Maurice diesen Entschluß nach seiner Griechenlandreise mitteilt, bricht für diesen eine Welt zusammen. Er beschließt, einen Arzt aufzusuchen, um sich seiner Veranlagung zu entledigen.

Als er Clive kurz nach dessen Hochzeit auf seinem Landsitz besucht, lernt er seinen Wildhüter Alec kennen, einen hübschen Jungen, der aber von niederem Stand ist. Eines Nachts als Maurice im Schlaf einen Schrei ausstößt, »Komm!«, taucht Alec in seinem Schlafzimmer auf und wird sofort leidenschaftlich zärtlich. Von nun an beginnt für Maurice eine neue Zeit: Er muß lernen, seine Homosexualität zu akzeptieren und sich über den Standesdünkel seiner Zeit hinwegzusetzen.

Der Film nach E. M. Forsters Roman, der 1914 entstand, aber erst ein Jahr nach dem Tod des Autors 1971 veröffentlicht werden durfte, ist ein zeitloses Plädoyer für die Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber.

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Mein Leben in rosarot

[Travestie-/Transvestie-Thematik][schwule Thematik][Tipp]


Frankreich
Originaltitel: Ma vie en rose

Es war einmal ein Junge, der lieber ein Mädchen sein wollte. Aber irgendwie stößt er damit bei seiner Familie und Umwelt auf Unverständnis. Er flüchtet in eine Traum- und Phantasiewelt, voller greller Bonbonfarben und einer Art (Fernseh-)Fee. Doch alles Flüchten hat keinen Sinn: Die lieben Eltern wollen nun mal einen "richtigen" Jungen aus ihm machen - sie schneiden ihm die langen Haare und erlauben ihm nicht länger, die Sachen der Mutter anzuprobieren...

Bei einer Geburtstagsfete kommt es jedoch ans Licht, denn unser kleiner Liebling läßt es sich nicht nehmen, grell geschminkt als Reinkarnation eben jener guten Fee mitten in der Festgesellschaft aufzutauchen... Bald sehen sich die Eltern Repressalien und Getuschel ihrer lieben Nachbarn ausgesetzt, der Vater muß seinen gutbezahlten Job aufgeben, und schließlich bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die schicke Vorortvilla gegen ein billiges Häuschen in einer weitaus weniger angenehmen Gegend einzutauschen. Doch in dieser Gegend herrscht Ehrlichkeit, denn in der Nachbarschaft lebt ein kleines Mädchen, das gerne ein Junge sein möchte... Und so kommt es doch noch zu einem richtigen Happy End...

Französischer Film über die Selbstfindung, Selbstachtung und Coming Out.

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Mein wunderbarer Waschsalon

[schwule Thematik][Tipp]


Originaltitel: My Beautiful Laundrette
England 1985, 94 Minuten
Regie: Stephen Frears
Drehbuch: Hanif Kureishi
Kamera: Oliver Stapleton
Musik: Ludus Tonalis
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Gordon Warnecke, Roshan Seth, Saeed Jaffrey, Shirley Ann Field, Rita Wolf, Richard Graham u.a.

Der junge Pakistani Omar arbeitet als Autowäscher in der Parkgarage seines Onkels Nasser, als dieser ihn zum Manager eines heruntergekommenen Waschsalons befördert. In dieser Situation engagiert Omar ausgerechnet einen jungen englischen Arbeitslosen, der mit rassistischen Ideen sympathisiert - seinen Schulfreund Johnny. Der Waschsalon wird glanzvoll renoviert und erfreut sich bald großer Beliebtheit bei den Kunden. Omar und Johnny entdecken, daß sie nicht nur ihre alte Schulfreundschaft verbindet - aus ihnen wird ein Liebespaar. Das Happy-End scheint vorprogrammiert, wären da nur nicht Johnnys alte Kumpel, arbeitslose Jugendliche voller Haß auf alle Ausländer, die diese Entwicklung mit wachsender Wut verfolgen.

Regisseur Stephen Frears wollte ursprünglich selbst nicht daran glauben, daß Hanif Kureishis Geschichte »eines schwulen pakistanischen Waschsalon-Besitzers« Finanziers und Publikum finden könnte, aber das Experiment gelang: Der Film wurde ein Welterfolg.

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Raus aus Åmål

[lesbische Thematik][Tipp]

Originaltitel: Fucking Åmål
aka Weg von Åmål

Dies ist die rührende Geschichte eines lesbischen Jugendlichen-Lebens in der tiefsten skandinavischen Provinz. In dem Nest gibt es keine Zukunft für ein Mädchen, das nach Höherem strebt...

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Sebastian

[schwule Thematik][Tipp]


Norwegisch-schwedisch-dänischer Spielfilm von 1995
Regie: Svend Wam
Drehbuch: Svend Wam, Petter Venneröd und Hansi Mandoki,
nach dem Roman "Svart Cayal" von Per Knutsen
Darsteller: Hampus Björck, Nicolai Cleve Broch, Ewa Fröling, Helge Jordal, Rebecka Hemse u.a.

Ein liebevoll und unspektakulär erzählter Film über das Coming out eines jungen Mannes. Obwohl im "aufgeklärten" Skandinavien angesiedelt, wird wieder einmal mehr deutlich, wie schwierig die Erkenntnis zu verarbeiten ist, daß man sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Regisseur Sven Wam nutzt das Mittel des inneren Monologs, um die Gefühle seines Helden ein-, aber nie aufdringlich nachvollziehbar zu machen. Mit Hampus Björck besetzte er einen sehr natürlich agierenden Darsteller, der Sebastians Ängste und Hoffnungen einfühlsam gestaltet.

Der 17jährige Sebastian (Hampus Björck) ist ziemlich genervt von seinen Eltern (Ewa Fröling, Helge Jordal). Ihr wichtigstes Thema scheint zu sein, wann er sich das erste Mal verliebt. Dabei hat sich Sebastian schon verliebt - in seinen Kumpel Ulf (Nicolai Cleve Broch). Als der ihn eines Tages besucht, verleben die beiden einen ausgelassenen Abend. Der findet aber ein jähes Ende, als Sebastian Ulf im Überschwang der Gefühle küßt. Als die Eltern heimkehren und sich über das Chaos in der Wohnung beschweren, erzählt er ihnen, daß er schwul ist. Sie versuchen - ganz moderne Eltern - ihm Verständnis entgegenzubringen und können ihre Betroffenheit dennoch nicht verbergen. Mit klopfendem Herzen sieht Sebastian dem Wiedersehen mit Ulf entgegen. Doch der sieht die Situation gelassen: Er kann Sebastians Liebe nicht erwidern, was aber nichts an ihrer Freundschaft ändert. Ähnlich sehen es auch Lisbeth und die anderen aus der Clique, von denen sich Sebastian zurückgezogen hat, für sie ist ein schwuler Freund kein Problem.

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Westler

[schwule Thematik][Tipp]


Drama, BRD 1985, 94 min.
Regie: Wieland Speck
Buch: Wieland Speck, Egbert Hörmann

Ein absoluter "Gay Classic" aus der Zeit als die "Wessis" noch "Westler" hießen.

Angeregt durch den Besuch eines amerikanischen Freundes in Berlin, der auch den Ost-Teil der Stadt besichtigen will, kommt der Westler (bzw. West-Berliner) Felix in die Hauptstadt der DDR. Frei nach "Liebe auf den ersten Blick" verguckt er sich in den jungen Thomas. Es folgen ungezählte Tagestrips, um sich heimlich wiederzusehen. Große Heimlichkeiten, große Liebe. Doch Thomas will mehr; er will "rübermachen". Über eine gemeinsames Treffen in Prag soll es schließlich so weit sein.;

1985 war der Film eine kleine Sensation: Ganz selbstverständlich wurde hier im Kino die Liebe zweier Männer und dazu noch eine innerdeutsche Beziehung dargestellt. Da Speck natürlich keine Drehgenehmigung für Ost-Berlin hatte, wurde an den dortigen Originalschauplätzen mit einer kleinen, versteckten Handkamera gefilmt und das Material über die Grenze geschmuggelt. Die verwackelten, leicht unscharfen und in der Farbgebung auffälligen Aufnahmen besitzen heute geradezu historischen Wert.

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