Filmtipps

GayOut

Another Country

[schwule Thematik][Tipp]

GB 1984
Regie: Marek Kanievska
Darsteller: Rupert Everett, Colin Firth, Michael Jenn

Im Sommer 1932 sieht der Internatsschüler Guy dem Ende seines vorletzten Schuljahres entgegen. Jetzt hat er die Chance, zu den "Lords" aufzusteigen, jenen Schülern der Abschlussjahrgänge, die praktisch uneingeschränkte Herrschaft über die jüngeren Jahrgänge ausüben können. Homosexualität wird geduldet, sofern zwei Regeln eingehalten werden: Die Betroffenen müssen sich klar machen, dass dies nur eine vorübergehende Phase ist, und sie dürfen sich nicht erwischen lassen.

Guy hat eine Affäre mit Harcourt, einem jüngeren Mitschüler, und ihm wird mehr und mehr klar, dass er diesen Jungen wirklich liebt und dass sein Schwulsein keine vorübergehende Phase ist. Als seine Beziehung zu Harcourt bekannt zu werden droht, verschärft sich die Situation, denn als Schwuler kann er auf keinen Fall "Lord" sein, und auch sein Berufswunsch, Botschafter zu werden, wird kaum in Erfüllung gehen können.

Der Film, der auf dem Theaterstück von Julian Mitchell basiert, schildert die wahre Geschichte des schwulen Spions Guy Burgess, der sich 1951 unter mysteriösen Umständen aus England abgesetzt hatte und fortan für die Sowjetunion spionierte.

s. auch GayMovies

Beautiful Thing

[schwule Thematik][Tipp]


Coming Out-Komödie
GB 1996,
Autor: Jonathan Harvey, Regie: Hettie MacDonald
Darsteller: Glenn Berry, Scott Neal, Linda Henry, Tameka Empson, Ben Daniels u. a.

Ein wirklich schöner Coming Out-Film aus England - ursprünglich ein Theaterstück, das von der Regisseurin in emotionale Filmbilder umgesetzt wurde.

Er schildert die Geschichte der beiden 16-jährigen Arbeiterklasse-Jungs, die in einer trostlosen Vorstadtsiedlung in - gelinde gesagt - chaotischen Familienverhältnissen leben. Die ersten zärtlichen Berührungen, das erste, gestammelte Liebesgeständnis, die Entdeckung der Homosexualität durch das Nachbarsmädchen und der Mutter, die Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn und schließlich das überraschende Ende sind packend und anrührend gezeigt.
Jamie, der Außenseiter, mag keinen Fußball und hat ein Auge auf seinen Klassenkameraden Ste(ven) geworfen, der auch noch in der Wohnung nebenan wohnt. Als Ste wieder einmal heftig Prügel bezogen hat, bringt Sandra den Jungen mit nach Hause und Jamie und Ste schlafen in einem Bett. Dies ist der Beginn einer erotischen Beziehung, die für die beiden Jungen zu einer Bewährungsprobe wird, als ihre Liebe öffentlich wird.

Hettie MacDonalds erfrischend ironischer und optimistischer Liebesfilm wurde in englischen Kinos zum Überraschungserfolg des Jahres 1996.

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Better than Chocolate

[Transgender-Thematik][lesbische Thematik][Tipp]


Canada
lesbische Coming Out-Komödie
Regie: Anne Wheeler
Darsteller: Karyn Dwyer, Christina Cox, Wendy Crewson, Kevin Mundy, Peter Outerbridge u. a.

"Eine verführerische Komödie" lautet der Untertitel der kanadischen Produktion unter der Regie von Anne Wheeler.

Umkehrung einer "Binsenweisheit":
Im Internet gibt es ja mehrere Seiten à la "10 Gründe, warum Schokolade besser als Männer/Frauen ist"; hier wird der Gegenbeweis angetreten.
Maggie hat ein Geheimnis; Kim wird abgeschleppt; Frances wird zensiert; Judy heißt eigentlich Jeremy; Lila macht eine Entdeckung; Paul wird verführt; Carla liebt sie alle, und auch Dildos machen glücklich...
Das Ganze etwas ausführlicher? Gerne! – aber bitte bei GayMovies nachschauen, da die Besprechung wirklich sehr ausführlich ist.

Jedenfalls ist Better than Chocolate wohl einer der besten lesbischen Coming Out-Filme der letzten Jahre. Die Liebes- und bisweilen auch Leidensgeschichte von Maggie und Kim ist einfach schön, und darüber hinaus bietet der Streifen einige herzlich gute Lacher...

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Boca a Boca

[schwule Thematik]


Boca a Boca (Eine ganz heiße Nummer) aus Spanien ist eine Screwball-Komödie um Sex, Karriere, Ruhm und andere Lächerlichkeiten. Ein erfolgloser Schauspieler macht ein paar Mark mit Telefonsex und ein Klemmi-Schwuler verliebt sich in dessen Stimme. Chaos ist vorprogrammiert. Eigentlich recht witzig gemacht; erfrischend un-amerikanisch zumindest. Leider kommen aber auch ein paar nicht gerade schwulenfreundliche Äußerungen vor; was will man von einem Macho-Spanier auch erwarten...? Aber letztlich siegt die Toleranz und das Coming Out!

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Coming In

[schwule Thematik][Tipp]

Deutschland 1996
Regie: Thomas Bahmann
Darsteller: Steffen Wink, Franka Potente, Helmut Berger, Sebastian Rudolph, Lars Pape, Philipp Moog

Lorenz ist Art-Director bei einer erfolgreichen Werbeagentur. Adrian, der Boß, ist sein bester Freund. Eine Liebe zwischen Männern, mit einer gemeinsamen Wohnung, einem Schlafzimmer und einem Frühstückstisch. Es ist die perfekte Ehe, erfüllt von viel Liebe und noch mehr Zärtlichkeit. Bis eines Tages Lorenz an die Sekretärin Nina gerät. Nina arbeitet im Rathaus. Sie hat eine kleine Tochter und Kai, ihren Mann. Das Problem: Er hat sie gerade verlassen. Der Grund: Kai hat entdeckt, daß er sich vor allem nach einem sehnt, dem männlichen Geschlecht. Lorenz verliebt sich in Nina und versteht die Welt nicht mehr. Ein überzeugter Homosexueller entpuppt sich als heißblütiger Hetero. Und das Coming Out als sein Gegenteil: Ein Coming In.

Währenddessen sind Lorenz' Freunde, allen voran Adrian, in großer Sorge. Lorenz ist seltsam unkonzentriert. Die Werbepräsentation läßt er schleifen, für den Aktionstag der Schwulenbewegung zeigt er kaum Engagement. Und als ihm eines Tages Kai, in Begleitung der homosexuellen Aktionsgruppe, über den Weg läuft, ergreift er Hals über Kopf die Flucht und läßt ein paar ratlose Gesichter zurück. Aber auch mit Nina beginnt es zu kriseln. Nina ist sauer, daß Lorenz ihr Geburtstagsmenü in einem teuren Nobelrestaurant im Fast-Food-Tempo absolviert. Sie ahnt nicht, daß er zur gleichen Stunde mit Adrian zu einem Versöhnungsessen verabredet ist. Als dann auch noch Lorenz' Kampfgenossen überraschend auftauchen und Lorenz sich verstecken möchte, reißt Nina der Geduldsfaden. Der Weg zum Happy-End, die Frage ob Homo oder Hetero, ist, wie Lorenz erfahren muß, mit Hindernissen versehen. Und ein Coming In ist nicht minder schwierig als ein Coming Out.

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Coming Out

[schwule Thematik][Tipp]


DDR, 1989 / 90
Regie: Heiner Carow
Darsteller: Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer, Michael Gwisdek, Axel Wandtke u. a.

Kaum zu glauben, aber wahr; dieser Meilenstein deutscher Schwulen-Filme stammt aus der (ehemaligen) DDR. Zur Wendezeit entstanden, erzählt Heiner Carow die Geschichte eines Lehrers (Matthias Freihof), der erst sehr spät erkennt, daß seine Gefühle für einen Jungen (Dirk Kummer) homosexueller Natur sind.

Gelungenes Portrait auch mit Charlotte von Mahlsdorf.

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Das Hochzeitsbankett

[schwule Thematik][Tipp]


Originaltitel: Hsi Yen
Spielfilm, Taiwan 1993, 103 Min.
Regie: Ang Lee
Buch: Ang Lee, Neil Peng, James Schamus
Kamera: Jong Lin
Musik: Mader
Darsteller: Winston Chao, May Chin, Mitchell Lichtenstein u. a.

Das Hochzeitsbankett gerät zum Selbstläufer. Der Taiwan-Chinese (Winston Chao) im US-Exil soll aus familiären Gründen heiraten, findet auch tatsächlich eine Frau, nur - wohin mit seinem Lover (Mitchell Lichtenstein), wenn die lieben Eltern zu Besuch kommen? Lösung: Untermieter... Und so wollen er und sein Freund ein traditionelles Bankett veranstalten.
Die beiden Schwulen haben einige Probleme damit, daß die Eltern nun für Wochen mit in ihrem Haus leben und nicht mitbekommen sollen, daß sie eben kein Vermieter-Mieter-Verhältnis zueinander haben.

Der Zuschauer lacht sich in's Fäustchen, wenn er sieht, wie liebevoll sich Simon um seinen eltern-gestreßten Wai-tung kümmert. Und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt das schließlich auch den Eltern nicht verborgen...

Göttliche Komödie um schwulen Beziehungsalltag in Grenzsituationen.

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Das Kuckucksei

[Travestie-/Transvestie-Thematik][schwule Thematik][Tipp]


Originaltitel: Torch Song Trilogie
USA 1988
Regie: Paul Bogart
Darsteller: Harvey Fierstein, Matthew Broderick, Anne Bancroft

Dieser Film erzählt von den Höhen und Tiefen im Leben des jüdischen, schwulen Travestiestars Arnold, der jeden Abend als Virginia Ham in einem Nachtclub in New York mit drei Freunden seine Show hat. Kurz nach dem schmerzhaften Ende einer Beziehung mit dem bisexuellen Lehrer Ed, der sich wieder in eine Frau verliebt hat, lernt Arnold den jungen Alan kennen. Alan wird zur Liebe seines Lebens; ihre Beziehung ist so stark, dass sie beschließen, ein Kind zu adoptieren. Als sie einige Monate später die Zusage erhalten, den schwulen 15-jährigen David adoptieren zu können, beschließen sie umzuziehen, um ihrem "Baby" ein angemessenes Heim bieten zu können. Ihre Idylle wird allerdings jäh zerstört, als Alan eines abends Zeuge wird, wie eine Schlägerbande einen Schwulen verprügelt, und ihm zu Hilfe eilt.

Der auf Harvey Fiersteins Theaterstück basierende Film ist mit Gefühl und viel Humor in Szene gesetzt. Seine stärksten Momente hat er zweifellos in jenen Szenen, wo sich Arnold mit seiner Mutter auseinandersetzen muss, die vor seiner Homosexualität noch immer die Augen verschließen will.

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Edge of Seventeen

[schwule Thematik][Tipp]


in engl. Sprache
USA 1999
Regie: David Moreton

Eric lebt in einer Kleinstadt im mittleren Westen der USA und will sich in den Ferien etwas hinzuverdienen. Gemeinsam mit seiner besten Freundin Maggie jobbt er in einem Schnellimbiß des örtlichen Vergnügungsparks. Dort arbeitet auch Rod, ein Collegestudent aus der nächsten Großstadt. Bald schon beginnt dieser, heftig mit Eric zu flirten. Zunächst ist Eric verwirrt, doch bald läßt er sich auf ein gemeinsames Date ein und erlebt das erste Mal, was es heißt, einen Mann zu lieben... Doch nur allzu bald sind die Ferien vorüber, und Eric wartet vergebens auf ein Lebenszeichen von Rod. Denn für den war das ganze nur eine kurze Affaire. Eric geht das erste Mal in eine Schwulendisco und versucht, sich bei anderen Männern zu trösten, doch die Sehnsucht nach echter Liebe bleibt. Zwischendurch versucht er sogar, sein Schwulsein zu verdrängen, indem er sich mit Maggie einläßt, doch dies gelingt nicht, und ihre Freundschaft wird schwer belastet. Erics Mutter bleiben die Stimmungsschwankungen ihres Sohnes nicht verborgen, und eines Tages stellt sie ihn zur Rede...

Ein wunderschöner Film über die erste Liebe, den Wert von Freundschaft und letztlich auch über das gelungene Coming Out eines sympathischen jungen Mannes.

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Get Real - Von Mann zu Mann

[schwule Thematik][Tipp]


Originaltitel: Get Real
GB
Darsteller: Ben Silverstone, Brad Gorton u. a.

Was uns "In & Out" vorexerziert hat, spielt dieser Film nun nach. Steven (Ben Silverstone, Baujahr '79) ist im Film süße 16 und damit beschäftigt zu vertuschen, daß er schwul ist. Denn außer seiner "besten Freundin" Linda (einer Fag Hag, wie sie im Buche steht und mit gnadenlos sarkastischem Humor gesegnet) kennt niemand sein Geheimnis. Erschwerend kommt hinzu, daß er sich in den Supersportler und Mädchenschwarm an der Schule "Sex on Legs"-John (Brad Gorton) verliebt. Der ist auch noch "Anführer" der Clique, die unseren süßen Steven regelmäßig malträtiert. Zum "Ausgleich" stellt ihm auch noch Jessica nach... Er mag dieses Mädchen, aber er kann sich nicht in sie verlieben. Doch seine scheinbar unerfüllbare Sehnsucht beginnt sich in der kleinstädtischen Klappe in pralle Realität zu verwandeln, als er dort den Angebeteten trifft. Die Romanze zwischen ihnen will John aber aus Imagegründen vor der Clique geheimhalten. Dafür ist er sogar bereit, seinem Liebsten sehr weh zu tun.

Es prallen zwei detailreich gezeichnete Figuren aufeinander. Der einerseits ängstliche Steven, der aber seine Homosexualität schon lange für sich akzeptiert hat, aber sein Coming Out nach außen noch vor sich hat. Und der völlig verunsicherte John, der seine aufkeimenden Gefühle für Männer und vor allem für Steven zum Teil durch regelrechte Verzweiflungstaten zu unterdrücken versucht. Und Steven? Der legt am Ende des Films ein Coming Out der Extraklasse hin!

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