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Carl Maria von Weber (1786-1826) |
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Euryanthe (1823) Große heroisch-romantische Oper in drei Aufzügen
an der Semperoper Dresden
Camilla Nylund (Euryanthe)
Chor der Semperoper
musikalische Leitung: Jun Märkl,
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16.03.2009 Montag 19:00
Die Handlung erscheint zum Teil unmotiviert und oft unfreiwillig komisch. So ist die übertrieben Reaktion Adolars ( Klaus Florian Vogt) als er erfährt, dass Euryanthe (Camilla Nylund) das Familiengeheimnis ausgeplaudert hat, nicht nachzuvollziehen, selbst dann nicht, wenn man sich in den Geist der Zeiten (Biedermeier bzw. Mittelalter) zurückversetzt. Die Oper beginnt mit einer inszenierten Ouvertüre, die dem Zuschauer helfen soll, die nachfolgende Handlung besser zu verstehen. Der Chor der Frauen, in weißen Uniformen an Rote-Kreuz-Schwestern erinnernd, sonst aber vom Krieg scheinbar völlig unbeschadet, ist in freudiger Erwartung ihrer Männer und des künftigen Kindersegens. Tanzend, und sich gegenseitig neckend halten sie Ausschau nach den Kriegsheimkehrern, die, verwundet und niedergeschlagen, sich in einem geordneten Zug über die Bühne langsam den Frauen nähern. Nach gegenseitiger Begrüßung, bekommen die Männer vor laufender Kamera eines Fernsehteams von den Offiziellen statt eines Ordens eine Krücke verliehen, mit der sie dann zum Ende der Ouvertüre von der Bühne humpeln. Nun erst beginnt das eigentliche Drama.... Dabei zeichnet sich die Inszenierung (Inszenierung: Vera Nemirova) durch einen steten Wechsel aus von romantisch-schauerlichem „Idyll“ einerseits ( Euryanthe / Eglantine und Lysiart / Eglantine an Emmas Grab (1. Akt 2. Szene/ 2. Akt 1. Szene)) absurder Komödie andererseits. Wenn zum Beispiel im dritten Akt Adolar seine Euryanthe am Brautschleier hinter sich her durch den (Ur)Wald schleppt, dann hat das schon etwas von einer Groteske. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn man sicher sein könnte, dass dies auch in der Absicht der Inszenierung lag. Aber auch im dritten Akt, wenn der Chor der Irren mit blöden Gesichtern und den obligatorischen Zuckungen einherzieht und schließlich Euryanthe in der Irrenanstalt vor Freude tot umfällt, muss man sich mit dem Lachen schon sehr zurückhalten. Allerdings wie, wenn nicht komisch, könnte es sein, in einer Oper vor Freude tot umzufallen? Viele Schwächen dieser Inszenierung sind sicher dem schwachen Libretto zuzuschreiben. Diese Schwächen könnten aber genauso gut auch ihre Stärke sein, wenn man nur den Mut gehabt hätte sie deutlicher zu überzeichnen. So aber läuft die Oper Gefahr nicht ernst genommen oder gar langweilig zu werden. Das theoretische Konzept, das - laut Programmheft - der Inszenierung zu Grunde lag, ist sehr gut. Und diese Oper birgt auch viel Potential, das von dieser Inszenierung zwar in Aussicht gestellt aber oft nicht genutzt wird. Die musikalische Ausführung der Inszenierung: Ensemble, Chor und Orchester, war durchweg gut bis sehr gut. Besonders hervorzuheben ist Camilla Nylund, die mit Euryanthe die einzige Rolle innehatte, die sich im Lauf der Handlung auch entwickeln konnte. Diesem Umstand ist sie mit ihrer schönen Stimme mehr als gerecht geworden. Und es ist nicht zuletzt ihr zu verdanken gewesen, wenn besagte Waldszene ((3.Akt 1.Szene), in der Euryanthe mit zersaustem Haar, das Brautkleid in Fetzen, ihrem Gatten hinterher stolpert, auf Grund ihres stimmlichen Ausdrucks nicht vollkommen ins Lächerliche abgleitet. Webers Euryanthe in der Dresdner Inszenierung der Semperoper ist ist trotz einiger Schwächen mehr als sehenswert. Zu empfehlen ist, sich zuvor das Programmheft durchzulesen, das eine sehr gute Einführung in Oper und Inszenierung leistet. Zudem bietet die Semperoper 45 Minuten vor jeder Aufführung im Kellerrestaurant eine kostenlose Werkeinführung an.
*** Pressetext *** Handlung - Mit Genehmigung der Semperoper dem Programmheft entnommen
Ouvertüre
1. Akt Euryanthe sehnt sich nach Adolars Rückkehr. Sie sucht seine Nähe am Grab seiner Schwester Emma. Ihre einzige menschliche Gesellschaft und Vertraute ist Eglantine. Eglantine, Tochter eines vom König geschlagenen Rebellen, hat Adolar das Leben gerettet. Sie ist eifersüchtig auf Euryanthe. Es gelingt ihr, Euryanthe das Geheimnis um Emmas Grab zu entlocken: Emma beging aus Trauer um den nicht aus dem Krieg heimgekehrten Geliebten, Udo, Selbstmord. Nur die Tränen einer Unschuldigen können sie aus ihrer ewigen Ruhelosigkeit erlösen. Adolar hält die Familientragödie geheim. Nun weiß Eglantine, womit sie Euryanthe und Adolar vernichten kann. Adolars Gefolgschaft freut sich auf seine Hochzeit mit Euryanthe. Lysiart umwirbt Euryanthe und wird abgewiesen.
2. Akt Die Rache schmiedet beide zusammen. Adolar sehnt Euryanthe und mit ihr die Gewissheit um ihre Treue herbei. Die Liebenden sind überwältigt von ihrem Wiedersehen und der bevorstehenden Hochzeit. Die ahnungslose Euryanthe findet sich vor dem Tribunal des Königs und seiner Männer wieder. Lysiart tritt als Sieger auf: Er beweist Euryanthes Untreue mit Emmas Geschichte und Ring und besteht auf der Einlösung des Wetteinsatzes. Enttäuschung breitet sich aus. Alle fallen über Euryanthe her. Adolar entzieht sich und Euryanthe der Gesellschaft.
3. Akt Der König ist auf Charity-Tour und findet Euryanthe. Jetzt kann sie über den an ihr begangenen Verrat sprechen. Der König verspricht ihrer Liebe Rettung. Euryanthe stirbt vor Freude, Adolar wiedersehen zu dürfen. Lysiarts und Eglantines Hochzeit steht bevor. Ein Zirkus sorgt für Unterhaltung. Adolar kehrt in seine Heimat zurück. Die Bevölkerung erkennt ihn und erhofft durch ihn Befreiung von dem gehassten Herrscherpaar. Sie appelliert an Adolar, nicht an Euryanthes Treue zu zweifeln. Eglantine stürzt in einen Gewissenskonflikt und bricht während der Feierlichkeiten zusammen. Adolar gibt sich zu erkennen und fordert Lysiart zum Kampf. Der König beendet den Kampf und unterrichtet Adolar von Euryanthes Tod. Eglantine triumphiert und verrät die Intrige. Lysiart tötet sie. Adolar ist völlig verzweifelt und nimmt alle Schuld auf sich. Lysiart sieht all seine Pläne zerstört und nimmt sich das Leben. Alle sehen sich der Hoffnung beraubt. Der König ist handlungsunfähig. Plötzlich bricht sich Freude bahn: Euryanthe lebt. Ihr und Adolars Schicksal wird zum guten Ende geführt. Alle finden in Harmonie zusammen und genießen dieses Glück. Für Dresdens Jubiläum eine Dresdner Oper (Text von der homepage der semperoper) Euryanthe von Carl Maria von Weber in der Semperoper Am 25. Februar 2006, 18 Uhr hatte die Oper "Euryanthe" von Carl Maria von Weber Premiere in der Semperoper. Die Oper wurde 1823 in Wien uraufgeführt, 1824 erstmals im Morettischen Opernhaus Dresden unter Leitung des Komponisten, dem Königlichen Kapellmeister Dresdens, gegeben und kehrte bis 1923 hin und wieder auf den Spielplan des Dresdner Opernhauses zurück. Die damalige Dresdner Inszenierung, von Georg Toller, hatte am 12. Oktober 1923 Premiere – unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch. Nach dem Erfolg des „Freischütz“ suchte Carl Maria von Weber wieder nach einem Libretto, das von einem Liebespaar und schweren Prüfungen handelt. Mit seiner Oper „Euryanthe“ (Libretto: Helmina von Chézy aus Dresden), die er als Auftragswerk für das Kärntnerthortheater in Wien in Dresden-Hosterwitz schrieb, begann eine neue Epoche – die des deutschen Musikdramas. Die musikalische Form (durchkomponierte Großform, Verzicht auf gesprochene Dialoge, Nummerncharakter, leitmotivische Strukturen, verwandte Tonarten im Aufbau der dramatischen Handlung, Kommentarfunktion des Chores) weist Jahrzehnte voraus zu Richard Wagners Musikdramen. Auf dem königlichen Schloss zu Préméry wird der eben beschlossene Frieden gefeiert. Graf Adolar singt ein Lied von der Sehnsucht nach seiner Braut Euryanthe, die er in Kürze wieder zu sehen hofft. Graf Lysiart stellt provokant die Treue der Frauen und damit auch die Euryanthes infrage. Bei einer Wette setzt Adolar seine Besitztümer gegen Euryanthes Treue. Lysiart versucht Euryanthe zu verführen. Ein aussichtsloses Unterfangen. Unerwartet bekommt er Hilfe von Eglantine, Euryanthes Vertrauter, die ihrerseits in Adolar verliebt ist. Beide schmieden ein Komplott, dem Euryanthe zum Opfer fällt. Von allen verstoßen, wird sie von Adolar im Wald ausgesetzt. Ursprünglich wollte er Euryanthe töten, da sie jedoch in einer lebensgefährlichen Situation ohne Zögern ihr Leben für das seine einsetzen will, „begnadigt“ er sie und lässt sie einsam im Wald zurück. In einer unerwarteten Begegnung mit der Jagdgesellschaft des Königs findet Euryanthe Mut, sich zu verteidigen. Das verräterische Paar entlarvt sich selbst, Euryanthe ist rehabilitiert. Gesamtdauer ca. 3 Stunden |
Fotos:
Matthias Creutziger |
Letztes Update: 13.11.2008, 17.46 Uhr |
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