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Vivaldi, Antonio (1678-1741) |
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LA FIDA NINFA 1738 nach dem Libretto La Partenope von Silvio Stampiglia Licori
.... Sandrine Piau S Ensemble Matheus *** 3 CDs - Naive OP 30410 - 2009 *** DIE OPERNEINSPIELUNG DES JAHRES 2008 Grandios! Ein Meisterwerk! Barock at its best! Ein Feuerwerk an Einfällen! Die erste Garde der Barockinterpreten gibt sich ein belebendes Stelldichein! Noch nicht mal in ein Wort kann man das Werk fassen, das hier den neusten Band der Operneinspielungen Vivaldis bildet, die im Vivaldibestand der Nationalbibliothek von Turin lagern und Stück für Stück musikologisch aufbereitet auch auf CD das Licht der Welt erblicken sollen. Freilich ist LA FIDA NINFA - die treue Nymphe in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Das fängt schon mit der eröffnenden Sinfonia - ein solch orchestrales Feuer entzündet sich selten zu Beginn einer Barockoper - und genau so selten wird der orchestralischen Ausgestaltung so viel Augenmerk zuteil. Was aber nicht heißt, dass den Sängern und Sängerinnen, die allesamt allererste Sahne sind, weniger Aufmerksamkeit zu Teil würde. Was die leisten, welche Kaskaden bestehen müssen, ist einfach nur beeindruckend - und in den Augen des Rezensenten jeden Barockliebhaber beglückend. Dazu hat Jean-Christophe Spinosi, der nicht die erste Vivaldi-Einspielung verantwortet und bei Naive unter Exklusivvertrag steht, wieder mal ein goldenes Händchen gehabt, hat die Besetzung der einzelnen Rollen handverlesen. Lorenzo Regazzo, der eröffnende Bass, beispielsweise, ist vielleicht international noch nicht SOO anerkannt, wie er es bei dem Stimmvolumen und dieser Fiulminanz sein sollte, aber alle fünf seiner Arien sind Höhepunkte dieser CD-Einspielung. Auch Veronica Cangemi hat in dieser Einspielung offensichtlich eine sehr passende Rolle gefunden: als Bösewicht, denn nichts anderes als ein Pirat ist Morasto, kommt sie einfach gut rüber. Und das sowohl in Klagengesängen wie dem 2. Gesangsstück der Oper (1/9: Dolce fiamma) wie auch Zornesarien wie zB 3/11: Vanne, ingrato. Nach diesen beiden schon eh tollen Arien kommt ein absolut geiles Stück, eines der unterhaltsamsten der ganzen CD und des Barockrepertoires: das Duett Elpinas mit Osmino, ein Traum, vor allem weil hier ein weiteres Mal Echo-Klassik-Sänger des Jahres 2008 Philippe Jaroussky und die kanadische Mezzosopranistin Marie-Nicole Lemieux unter Beweis stellen können, wie sie miteinander harmonieren und sich zu wahren Höchstleistungen animieren. Es ist wohl kein Zufall, dass justament dieses Stück als Ausschnitt aus der Oper im Internet virtuell zu finden ist als Video: Guckst du hier?: http://www.youtube.com/watch?v=QV5i31YGr_0 Ein weiterer Höhepunkt wartet in Track 18 auf CD 1 : Ausnahmesopranistin Sandrine Piau strapaziert ihre Stimme und brilliert in einer wahrhaft halsbrecherischen Arie, voller Kaskaden und Koloraturen, die seinerzeit Cecilia Bartoli in ihrem Vivaldi-Album der Vergessenheit entrissen hatte, deren Interpretation indes mit der Sandrine Piaus nicht mitkommt, die ist noch Wellen mitreißender, dabei zugleich natürlicher, weniger angestrengt und übertrieben. Eine gayniale Leistung: Alma oppressa da sorte crudele Auf CD 2 erlebt der geneigte Hörer dann ein herzergreifendes Tenor-Lamento interpretiert von einem weiteren exponierten Vertreter dieser Gattung: Topi Lehtipu. Seine Klage "Deh ti piega" - gesanglich zum Hinschmelzen Jedenfalls ist die Handlung des Stückes an sich recht kompliziert in Worte zu fassen - und das hat offensichtlich auch den Verfasser der Zusammenfassung im Beiheft recht durcheinander gebracht. Da stimmt jedenfalls einiges nicht. Das sollte aber dem Ergebnis keinen Abbruch tun. Die Arien sind Meisterwerke, allesamt, und die Solisten sind handverlesen. Kleiner Wermutstropfen wäre lediglich, das die Fulminanz im dritten Akt (CD3) etwas abnimmt und kurioserweise die Rezitative wieder mehr Platz einnehmen. Aber CD1 und 2 gehen Donnerwetter auf Donnerwetter. Eine uneingeschränkte Empfehlung
Dirk Carius
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ausführliche Biografie bei Wikipedia Zu dieser CD Francesco Maffei's libretto
http://www.ndrkultur.de/feuilleton/cds/ncdsvivaldi114.html Der Inhalt der Oper ist eher schwer durchschaubar: Es geht um eine verwechslungsreiche Liebesgeschichte zwischen unschuldigen Hirten, die von Piraten entführt wurden. Am Ende wird dank göttlicher Hilfe alles gut. Aber die Handlung ist hier nicht so wichtig - an der herrlichen Musik kann man sich trotzdem erfreuen: eine vom ersten bis zum letzten Ton mitreißende Vivaldi-Einspielung auf herausragendem Niveau. Lebendiger als hier lässt sich Barockmusik kaum aufführen. http://ionarts.blogspot.com/2009/05/vivaldi-edition-la-fida-ninfa.html#links in Englisch, mit Würdigung ausgewählter Arien
http://www.musicalcriticism.com/recordings/cd-fida-0309.shtml
http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Antonio-Vivaldi-La-Fida-Ninfa-RV-714/hnum/2090395
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Letztes Update: 20.03.2012, 23.18 Uhr |
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