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Vivaldi, Antonio (1678 - 1741) |
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CATONE IN UTICA Cesare: Jacek Laszczkowski (Countertenor)
DIESE Platte jedenfalls gehört in JEDEN Sammlerschrank!!! Da haben wir zunächst die beiden Countertenöre. Der für Sänger dieser Klasse unüblich gewichtig-große Jacek Laszczkowski aus Warschau ist zwar auf den Bühnen Europas des Öfteren und gern engagiert, ist aber auf Platte gepresst nur selten zu leben. Dank des Themenabends bei Arte im Juli 2007 zu "Engeln wider Willen - Kastraten" und der eigens dafür produzierten Reportage über diesen einzigartigen, stets stimmsicheren und stimmumfänglich beeindruckenden Sänger mag er nun einer größeren Fangemeinde bekannt sein, doch vielleicht leistet diese CD einen weiteren Beitrag zur weiteren Popularisierung der Höreindrücke, die diese Sängergruppe hervorzubringen vermag. Übrigens liegen auch bei dem kleineren, in Deutschland kaum bekannten polnischen Label PMC (Pro Musica Camerata), das in Deutschland durch das KlassikCenter Kassel vertreten wird, noch einige weitere CDs mit Laszczkowski vor. (Das Label arbeitet ja auch eng mit der Warschauer Kammeroper zusammen, an der Laszczkowski angestellt ist.) Jedenfalls kann mit den Klangfarben und der Klangsicherheit des Polen ein von großen Labeln wie Harmonia Mundi oder zwischenzeitlich gar Universal geförderter Andreas Scholl in keinem Falle mithalten. Noch weniger kann er dies mit den wahrlich schon göttlichen Tönen gleichkommenden Gesangeskünsten Philippe Jarousskys in der Rolle des Arbace, der mit dieser Platteneinspielung sein Debüt im Klassikmarkt gab. Inzwischen ist er von Virgin / EMI unter Exklusivvertrag genommen und hat schon einige einfach nur fantastische Platten vorgelegt, darunter auch immer wieder Einspielungen der Musik Vivaldis, dem er also treu geblieben ist bzw. auf den er immer wieder zurückkommt. (Mehr zu diesem herausragenden Vertreter der Countertenöre siehe auch in unserem Exklusivinterview!) Den - nur aus persönlicher Vorliebe des Rezensenten zuerst behandelten - beiden Countertenören steht der als Rossini-Spezialist zu einem Namen gekommene Tenor Simon Edwards in keiner Weise nach. Eine klare, stets wohlklingende, höhensichere Stimme umschifft alle musikalischen Stolpersteine Vivaldis souverän. Schließlich sei noch Mezzosopranistin Diana Bertini herausgestellt: eine solche Vokalität - einfach nur ein Genuss. Ihre Interpretation von Fulvios fulminanter Arie "L'ira mia bella sdegnata fulminata" (Meine schöne Erzürnte, du wirst meinen Zorn ... entladen sehen) sollte in die Top 100 der Höhepunkte klassischer Musik unbedingt eingehen!!! Alle zusammen ein handverlesenes Ensemble, das Jean-Claude Malgoire 2001 zusammenfinden ließ, um mit ihm eine vergessene Oper Vivaldis wiederauferstehen zu lassen. SOOOOO macht man Perlen der alten Musik wieder populär und dieser Einspielung ist ganz sicher so schnell keine weitere ebenbürtig! Ein Genuss sondersgleichen. Nur zu empfehlen!!!
*** HANDLUNG (aus dem Beiheft der CD) ***
ERSTER AKT
DRITTER AKT
Erstmals im Teatro delle Dame in Rom im Karneval 1728 mit Musik von Leonardo
Vinci aufgeführt, liegt Catone in Utica wenige Jahre vor der vollen
literarischen Reife, die Pietro Metastasio mit Werken wie Artaserse, L 'Olimpiade,
Demofoonte zwischen 1730 und 1733 erreichen sollte. Zusammen mit Didone
abbandonata (1724) und Attilio Regolo (1740) ist Catone in Utica die einzige
Oper, für welche der Hofdichter einen Iragischen Schluß geschrieben hat. Nicht
nur dies, denn im Unterschied zu den beiden vorgenannten Werken ist für Cato der
Tod auf offener Bühne in den Armen seiner Tochter vorgesehen. Eine offenbar für
das Publikum des 18. Jhdts. ein wenig starke Szene. Insgesamt eigentlich auch
für die ausgewogene, aufgeklärte Poesie Metastasios, der - vielleicht auf an
seinem Werk geübte Kritik hin - den Schluss mit einem konventionelleren Bericht
Marzias über den Tod ihres Vaters umschrieb. Der Dichter wollte aber so sehr
nicht auf seine ursprüngliche Inspiration verzichten, dass er dem Verleger, als
er 1733 die zweite Fassung in Druck gab, empfahl, beide Fassungen des Finales zu
veröffentlichen. Vivaldi gehl daher über Metastasios Umarbeitung hinaus. Neben
Kürzungen des Librettos, die die dramaturgisch-musikalische Entwicklung
erleichtern sollen, wählt er entschieden ein Happyend. Dieses hat sicherlich
wenig mit der geschichtlichen Wirklichkeil zu tun, weist aber seinem Catone in
Utica einen Platz in der Strömung eines stärker verbreiteten und gefestigteren
Geschmacks zu.
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ausführliche Zusammenfassung und z.T. fotografisch unterlegte
Aufführungsgeschichte (in FRA)
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ausführliche Biografie bei Wikipedia Jacek Laszczkowski in der Gaystation + Händel. Teseo (DVD) |
Philippe Jaroussky
Jacek Laszczkowski |
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2 CDs
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Letztes Update: 13.10.2007, 22.29 Uhr |
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