Mozart, Wolfgang Amadeus (1756 - 1791)

 

La Clemenza di Tito

Tito ........ Rainer Trost
Sesto .... Magdalena Kožená
Vitellia ... Hillevi Martinpelto
Publio ... John Relyea
Servilia .. Lisa Milne
Annio ..... Christine Rice

Scottish Chamber Orchestra
Dirigent: Sir Charles Mackerras

*** Deutsche Grammophon 4775792 ***
 

DER Publikums- und Kritikererfolg beim Edinburgh-Festival in einer wunderbaren CD-Studio-Einspielung!

Mit einer traumhaften Magdalena Kožená in der Rolle des Sesto und einem dem nicht nachstehenden Rainer Trost in der Titelrolle.


La Clemenza di Tito - die Krönung des Titus - ist eine der letzten Opern Mozarts, die er begann und beendete, während er an seinem All-Time-Hit, der "Zauberflöte" schrieb. Na, eigentlich auch kein Wunder, dass er sich so beeilte.

Nicht nur waren die Zeitvorgaben sehr eng, nein, diesmal war auch der Lohn mehr als ansprechend, bot der Impresario Guardasoni das Doppelte des sonst üblichen Salärs.

Nämlicher war recht kurzfristig, drei Monate vor den Feierlichkeiten, mit der Aufführung einer für alle kostenlos aufzuführenden Krönungsoper zu Ehren der Thronbesteigung Kaiser Leopold des II beauftragt worden und musste sich sozusagen sputen. Ein Hintertürchen der Vereinbarung nutzend, griff Guardasoni auf ein bereits vorhandenes und schon zweimal (1734 von Caldara und 1754 von Gluck!) vertontes Libretto von Pietro Metastasio zurück, das er jedoch dem Geschmack der Zeit anpassen ließ durch den derzeitigen Hofschreiber und Nachfolger des Mozartlibrettisten di Ponte, Caterino Mazzolà.

Leopold war erklärtermaßen Fan der wahren italienischen Oper. Irgendwo verständlich, dass drum der italienische Impressario zunächst nicht den für nach eher deutschem Verschnitt gefertigte Stücke bekannten Mozart ansprach, sondern versuchte, Salieri, der ja zugleich der Hofkomponist war, zu gewinnen. Dieser war jedoch "überlastet" und drum griff Guardasoni auf Mozart zurück, mit dem er ja schon einmal in Prag ein glänzendes Geschäft und gute Erfahrungen in Bezug auf zuverlässiges Arbeiten unter Stress gemacht hatte.

Am 6. September 1791 folgte die Aufführung, die jedoch beim Herrscherhaus nicht auf das gewünschte wohl geneigte Ohr stieß - hatte doch Mozart damit geliebäugelt, durch die Clemenza in Zukunft weitere Aufträge seitens des Kaiserhofes an Land ziehen zu können. Leopolds Gemahlin gar sprach von einer "deutschen Schweinerei", die die Oper darstellte.

Mozart selbst wurde durch den überwältigenden Erfolg der Zauberflöte 24 Tage später entschädigt und spätere Aufführungen im 19. und 20. Jahrhundert wurden vom Publikum sehr viel wohlwollender aufgenommen. Dabei hatte sich Guardasoni nicht lumpen lassen und neben erstklassigen "Autoren" auch ein hochwertiges Ensemble engagiert, darunter den bekannten Kastraten Domenico Bedini für die Rolle des Sesto und den schon in Prag mit Mozarts Don Giovanni groß herausgekommenen Antonio Baglioni für die Titelrolle. Von beiden sprach die zeitgenössische Kritik nur in den höchsten Tönen - und selbiges kann man ohne Abstriche auch für die hochwertige Einspielung unter Leitung von Sir Charles Mackerras bei der Deutschen Grammophon, nach vorausgegangenem großen Publikumserfolg auf dem Edinburgh Festival, sagen.

Opera now jubelte “Given the importance of Sesto’s role in that opera but, more particularly through Magdalena Kožená’s superb singing, this was something of a one-woman show. Kožená’s two main arias . . . were ravishingly sung, in parts so much so it quite took your breath away.” Der Rezensent möchte indes eine mindestens ebenso große Lanze für den herausragenden Rainer Trost als Titus Vespasian brechen - ein traumhafter Tenor, der mit Bravour die mozartschen Klippen umsegelt und die Partie mit Glanz erfüllt!

Ohne zu enthusiastisch sein zu wollen: diese Einspielung sollte der geneigte Mozartanhänger wenn nicht selbst besitzen, so doch in jedem Falle zu Ohren nehmen! D.C.

ZUSATZINFORMATIONEN / HÖRPROBEN

- Deutsche Grammophon bieten auf einer einspielungsbezogenen Spezialhomepage zahlreiche Backgroundinformationen, eine fundierte Einführung in die Entstehung, Bedeutung und Aufführungsgeschichte von Nick Kimberley (aus dem Begleitbuch der CD), ausgiebig musikalische Kostproben und Cast-BioDiskographien.

- Ausführliche Hörproben wie immer auf der Amazon-Homepage

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Links zur Oper

- Zusammenfassung des Geschehens
- das Original-Libretto in Italienisch
- das Libretto in Deutsch

Einspielungen

- Eine super Aufführung aus dem Schloss Drottningholm
- Die DVD der Einspielung von Glyndebourne (Langridge, Putnam, Montague / arthaus) bei Amazon.de.
- Die an Originalschauplätzen gedrehte Tito-Verfilmung durch Ponnelle mit den Wiener Philharmonikern (von Deutsche Grammophon) 
- La Clemenza di Tito in einer weiteren vie versprechenden Inszenierung der Opéra National de Paris von 2005  (Graham, Minutilo, Naglestad / opus arte) - hier gibt's den Promo-Clip

- Die CD-Einspielung mit Magdalena Kožena in der Rolle des Sesto (+ausführliche Hörproben) wie immer auf der Amazon-Homepage
- Klanglich beeindruckende SACD-Aufnahme von Harmonia Mundi unter René Jacobs mit Bernarda Fink und Mark Padmore
- Die CD-Aufnahme unter Harnoncourt von 1994 als CD (mit Klangproben)

TITO auf der gaystation

- DVD-Einspielung Glyndebourne
- DVD der Tito-Verfilmung durch Ponnelle
- DVD-Einspielung Drottningholm 

  

2 CDs in einer Box
Label: Deutsche Grammophon
Katalog-Nr.: 477579-2 (DDD)

Spielzeit: 2h07'31"

Interpretation:
Klang:

    sehr gut
    ausgezeichnet  

 

Letztes Update: 27.02.2007, 01.18 Uhr

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