|
Martín Soler (1754-1806) |
|
Ifigenia
in Aulide (Madrid 1779) Oper in 3 Akten (in Italienisch) Libretto di Luigi Serio Ifigenia - Olga Pitarch Real Compaña ópera de cámara Aufnahme aus der Salle des Fêtes de
Sarrebourg (Moselle), 27.-31. Mai 2006) Bekanntheit und Nicht-Bekanntheit von Komponisten (aber auch anderen Sachen) gehen ja manchmal merkwürdige Wege. Vicente Martín y Soler ist so ein Fall. Zu Lebzeiten mit Mozart nicht nur verglichen, sondern im direkten Wettstreit sogar mal überlegen, ist der aus dem spanischen Valencia stammende Komponist ein Beispiel für einen solch unverdient Vergessenen und von den Labeln Vernachlässigten. Dabei hat der zunächst (ab 1775) in Madrid in der Gunst des späteren Königs Karl IV Stehende, dann 8 Jahre in Neapel Tätige, wie man liest, einige brillante Opern geschrieben! Nunmehr kann man eine dieser Opern auf CD genießen. In der Musik von Gluck ist der Stoff der auf Aulis auf Grund eines Orakelspruchs vom Vater Agamemnon schweren Herzens geopferten und in letzter Minute geretteten Iphigenie ja recht gut bekannt. Nun also eine zweite musikalische Version - und eine, die sich mit der Variante Glucks sehr gut messen kann. Und zudem auch einiges mit dieser gemeinsam hat. Die Musik ist vielleicht recht einfach in ihrer Komposition, aber wirkungsvoll sondersgleichen und das Drama faktisch selbst erzählend. Das geht schon los mit der Ouvertüre der Oper. Selten hat man so ein schwung- wie kraftvolles Stück am Anfang, das einen so in den Sog zieht! Wohl bekomm's! Die Investition lohnt. Einziger Wermutstropfen: Das Libretto der italienisch gesungenen Oper gibt es nur in Originalsprache und französischer Übersetzung, den Begleittext in Französisch und Englisch. Dirk Carius *** Hintergrundbericht / Presseartikel - Courtesy of Harmonia Mundi (Magazin 02/2007) *** Vicente Martín y Soler hat bei Mozartliebhabern schlechte Karten, sie verübeln es dem Komponisten, dass seine Oper Una cosa rara Mozarts Le nozze di Figaro nach nur wenigen Vorstellungen vom Spielplan verdrängte. Der Meister selbst war da weniger nachtragend, in seiner nächsten Oper Don Giovanni ließ er eine Melodie aus Una cosa rara als Tischmusik beim letzten Mahl des Bösewichts aufspielen. Der 1754 in Valencia geborene Martín y Soler war einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit. Er begann seine musikalische Laufbahn als Chorsänger an der Kathedrale sei - ner Heimatstadt. Der weitere Bildungsweg führte ihn Mitte der 1770er. Jahre nach Bologna, wo er möglicherweise bei Padre Martini studierte, der auch in Mozarts Leben bedeutsamen musikalischen Autorität. Nach ersten Erfolgen in Madrid wirkte Martín y Soler ab 1777 für acht Jahre in Neapel, wo er am berühmten Teatro San Carlo seinen Ruf als Opernkomponist festigte. 1785 ging er nach Wien, in Zusammenarbeit mit Lorenzo da Ponte entstanden hier fünf erfolg reiche Opern, darunter auch besagte Cosa rara. 1788 folgte Martín y Soler einem Ruf der Zarin Katherina der Großen nach Petersburg, wo er zunächst als Kapellmeister und ab 1790 neben Domenico Cimarosa als Kom ponist für das kaiserliche Theater wirkte. Von 1792 bis 1796 folgte ein Intermezzo in London, wo er dem inzwischen am Wiener Kaiserhof in Un - gnade gefallenen da Ponte wieder begegnete. Ihrem gemeinsamen Projekt, der Oper La capricciosa corretta, war allerdings kein dauerhafter Erfolg in der britischen Metropole beschieden. Nach Rußland zurückgekehrt, bestätigte der neue Zar Paul II. ihn als Hofkomponist, ernannte ihn zum Kaiserlich Russischen Hofrat und machte ihn zum Inspektor des italienischen Hoftheaters. 1806 ist Martín y Soler im Alter von 52 Jahren in St. Petersburg gestorben. Detmar Huchting in Harmonia Mundi Magazin 02/2007; S. 7
-
Biografie bei wikipedia (DEU)
|
|
|
|
2 CDs K617 (Vertrieb Harmonia Mundi) K617192/2
|
Letztes Update: 02.03.2007, 09.40 Uhr |
- Alle Angaben ohne Gewähr! - |