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Leonardo LEO (1694-1744) |
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Amor vuol sofferenza
Marilyne Fallot (Alessandro)
Nuova Orchestra Scarlatti di Napoli
Mit einer Ernüchterung musste ich dann allerdings feststellen, dass es zwischen barocker oper seria und commedia doch einen sehr! großen und hörbaren Unterschied gibt, kommt die commedia zwar naturgemäß sehr viel flotter, aber leider auch sehr viel seichter und ohne große Arienhöhepunkte aus. Insofern ist zu bedauern, dass sich Leo eher um dieses Genre verdient machte, denn um die opera seria, in der er sicher manch bleibendes Hörerlebnis geschaffen hätte. Wobei ich nicht sagen will, dass die CD kein Hörerlebnis wäre. Die Solisten sind gut und stimmsicher und auch an der Leistung des nicht umsonst bekannten Scarlattti-Orchesters ist nichts auszusetzen. Indes die bleibenden Höhepunkte fehlen irgendwie. Das Verdienst der Edition ist es dennoch, uns einen Einblick darin zu geben, wie die kleine Tochter der opera seria sich so anhörte und Verdienst des Beiheftes, uns den Komponisten Leo noch näher zu bringen und die Neugier auf andere Werke aufrechtzuerhalten. Dirk Carius
*** Zusatzinformationen: aus dem Harmonia Mundi Kundenheft 06/2008 *** Zu den vergessenen Meistern der Barockoper gehört Leonardo Leo, zu Lebzeiten ein bedeutender Vertreter der neapolitanischen Schule, als deren führender Meister Alessandro Scarlatti gilt. Leo, aus dem apulischen San Vito degli Schiavoni gebürtig, kam schon früh zur musikalischen Ausbildung nach Neapel. Um den enormen Bedarf der Stadt an Sängern für die Kirchenmusik zu decken, hatten sich vier Konservatorien auf die Ausbildung von Musikern spezialisiert, zu unterscheiden durch die Farben der Institutskleidung – türkis im Falle des Conservatorio della Pietà. Folglich waren die Zöglinge unter dem Namen „Turchini“ geläufig. An diesem Conservatorio dei Turchini studierte Leo, hier ging 1712 auch sein Erstling über die Bühne, das geistliche Drama L’infedeltà abbattuta. Offensichtlich mit Erfolg, denn kurze Zeit später wurde der 18jährige zum Assistenzorganisten an der Kapelle des in Neapel residierenden Vizekönigs ernannt. Seine erste Oper Il Pisistrato brachte 1714 den Durchbruch, bis zu seinem Lebensende war Leo mit seinen Opern auch in anderen Musikzentren Italiens wie Rom, Venedig, Bologna, Turin und Mailand erfolgreich. Da der Markt der opera seria indessen heiß umkämpft war, verlegte sich Leo auf die Komposition komischer Opern, in denen er für kommende Generationen stilbildend wurde. Auch als Lehrer hat Leo Spuren hinterlassen: Zu seinen Schülern gehören u. a. Pergolesi, Jommelli und Piccinni.
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2 CDs Nuova Era Internazionale / Vertrieb Harmonia Mundi NEI 231575 - Juli 2008
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Letztes Update: 15.09.2008, 02.40 Uhr |
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