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Landi, Stefano (um 1590 - um 1655) |
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IL SANT ALESSIO Patricia Petibon - Sant'Alessio Neuauflage der ERATO-Produktion von 1996
Die Oper "Il Saint' Alessio" nimmt im Repertoire des frühen Barock eine Schlüsselstellung ein. Als eins der ersten Werke ihrer Gattung erzählt sie die Geschichte einer historisch verbürgten Person, des Heiligen Alessio, der am Vorabend seiner Hochzeit in Rom ein Keuschheits-Gelübde ablegt und nach Jahren der Pilgerschaft unerkannt unter der Treppe seines Elternhauses starb. Das Libretto, das den Menschen Alessio in und seine Emotionen in den Mittelpunkt stellt, verfasste Giulio Rospigliosi (der spätere Papst Clemente IX), Stefano Landi, zu seiner Zeit der führende italienische Komponist, schuf die vielschichtige Oper im Auftrag der drei Enkel von Papst Urbano VIII (Maffeo Barberini), zwei Kardinälen und eines Präfekten Roms. "Il Saint' Alessio", uraufgeführt 1632, steht damit am Beginn einer überaus fruchtbaren Ära der Oper unter dem Mäzenatentum der Barberinis. Erst Rospigliosis Ernennung zum päpstlichen Nuntius in Spanien beendete 1643 diese Blüte. Doch es ist die dramatische Vielseitigkeit, die "Il Saint' Alessio" als stilbildendes Meisterwerk auszeichnen: so ist der Part des Titelgebenden Alessio psychologisch überaus genau gezeichnet und war den Konventionen der Zeit folgend für den reinen Sopran eines Kastraten vorgesehen. Nicht nur die Verlobte Alessios und seine Familie zeichnen auf der Suche nach dem Verschwundenen bewegende Bilder ihrer Verzweiflung, auch der Teufel und die Religion und im Prolog sogar die Heimatstadt Alessios, Rom, übernehmen tragende Rollen. Das kunstvolle Bühnenbild unterstützte schon bei der Premiere die dramatische Darstellung der inneren Kämpfe um das Seelenheil des Titelhelden. So erregte der "Flug der Religion", die eine ausgeklügelte Theatermechanik auf Wolken in den Luftraum der Bühne erhob, die Bewunderung des Publikums, das bald auch in der Reggio Emilia und in Bologna Aufführungen des Erfolgsstücks erlebte. Schließlich fügte Stefano Landi dem ernsten Sujet ein Gegenwicht hinzu und führte zwei Pagen in die Handlung ein, die ihre Späße sogar mit dem Teufel treiben. Unter Verzicht auf den dunkleren Gamben-Ton schuf Stefano Landi mit Geigen, Violoncelli, Lauten, Tiorbe und Cembalo eine Orchestrierung, die im frühen 17. Jahrhundert geradezu revolutionär geklungen haben mag. Seine Stellung im Dienst der Kirche am Petersdom, auf die ihn Urban VIII 1624 berufen hatte, wie auch als Kapellmeister in Santa Maria ai Monti gaben Landi die finanzielle und politische Sicherheit dazu. Abwechslungsreich verschränkt Landi Monodien und polyfone Passagen, komische Tänzen und ernste Arien und erweitert die einleitende Canzone in Form und Funktion zur Sinfonia. Der Cembalist und Dirigent William Christie zählt ohne Frage zu den führenden Interpreten der barocken Oper. 1971 führte ihn seine Begeisterung für die französische und italienische Musik nach Paris, wo er 'Les Arts Florissants' gründete. Im Lauf der Jahre brachte Christie, der als der Wiederentdecker der 'Tragedie Lyriqe' gefeiert wird, zahlreiche Meisterwerke des Barock in spektakulären Wiederaufführungen zurück ins Repertoire, darunter Lullys nahezu vergessene Oper 'Atys' oder Händels 'Theodora' beim Glyndebourne Festival unter der Regie von Peter Sellars. |
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2 CDs Warner Classics
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Letztes Update: 08.10.2007, 02.33 Uhr |
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