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Hasse, Johann Adolf (1699-1783) |
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ZENOBIA (1761) 1. Sinfonia: Allegro Assai - [02:21] Marta Boberska - Radamisto Musicae Antiquae Collegium Varsoviense, Wladyslaw Klosiewicz *** 1 CD - 1999 - ProMusicaCamerata Polen / KlassikCenter Kassel - PMC 023 *** Weltersteinspielung! Leider nur Auszüge Fantastisch! UNBEDINGT kaufen! Da wäre 1999 einer der zu Lebzeiten bekanntesten und in ganz Europa mit gleich übermäßigem Erfolg gespielter Komponist 300 Jahre alt geworden und die Plattenindustrie verschläft dieses Ereignis - und auch die Bühnen und Festivals überschlagen sich nicht gerade, Johann Adolf Hasse zu ehren. Dabei gab es eine rühmliche Ausnahme - und das abseits der großen Labels: Im polnischen Nationalpantheon, dem Wawel in Krakau, zeichnete das polnische Label PMC (ProMusicaCamerata) eine Aufführung der Oper ZENOBIA durch die Warschauer Kammeroper mit und brachte daraufhin eine Auswahl der Höhepunkte daraus als CDs auf den Markt. Mit Hasse vernachlässigt die Plattenindustrie bis heute einen Komponisten, den gar die Italiener, als "Urheber" der opera seria besonders kritisch und auf außeritalienische Künstler eher herabblickend, in ihr Herz schlossen und ihn gar den "divino sassone" nannten. Zusammen genommen lebte und wirkte Hasse um die 30 Jahre in Italien und eine Italienerin hat ihn (oder er sie) besonders in Herz geschlossen: Faustina Bordoni-Hasse, eine der großen Sopranistinnen der Zeit, die bei vielen Opern nicht unwesentlich dazu beitrug, dass sie zum Erfolg wurden. Wieso die Italiener ihn Sachse nannten, liegt nicht nur daran, dass vieles nördlich der Alpen zu Sachsen deklariert wurde, nein, er kam wirklich ursprünglich aus Sachen und später sollte er über viele Jahre als königlich-sächsischer Hofkapellmeister unter August dem Starken und Friedrich August III., den bekanntesten sächsischen Königen und Kurfürsten, wirken. Auch 1761, da ZENOBIA geschrieben wurde, war Hasse noch in diesem Amt, allerdings kriegsbedingt beurlaubt, da seit 1756 preußische Truppen das geliebte Dresden besetzt hatten und der König samt Hofstaat in die erkaufte Hauptstadt Warschau ins Exil gehen mussten - August der Starke war ja nach gelungener Bestechung der Adelsmagnaten zum Katholizismus übergetreten und zum polnischen König ernannt worden. Doch auch im Exil war die expansive Hofhaltung nicht zu Ende und schließlich musste der sächsische König mit den polnischen Adelsfamilien mithalten, die ja zumeist selbst private Opernensemble unterhielten. Und so brachte er 1761 gleich 2 Hasseopern auf die Bühne - ARMINIO und eben die nunmehr in Auszügen zu hörende ZENOBIA, ein Hohelied auf weibliche Tugenden, von einer vom Schicksal wahrlich nicht verschonten Frau. Obwohl ihr Vater, König Mitridate von Armenien, sich wahrlich nicht königlich zu ihr verhält, bleibt sie ihm treu ergeben und gibt sich auch in die Ehe mit Radamisto, obwohl sie eigentlich Tiridate liebt (der ihre Gefühle auch erwidert. Noch bewundernswerter aber ist ihre Treue zum (Zwangs-)Ehemann Radamisto, der sie quält und gar zu töten beabsichtigt. Obwohl Hasse so ungefähr der Zwanzigste war, der sich das 1737 von Metastasio verfasste Manuskript zur Vertonung vornahm, erwies sich ZENOBIA auch in Warschau zu einem vollen Erfolg und erreichte allein im Premierejahr 1761 14 Aufführungen. Auch in der Neuaufführung in Warschau und Krakau rief die Oper wahre Begeisterungsstürme hervor, insofern ist es kaum zu verstehen, dass das Label PCM sich nicht dazu durchringen konnte, die gesamte Oper auf CD herauszubringen. Eine BEST OF hätte man ja in jedem Falle nachlegen können. Auf jeden Fall ist die hier vorliegende CD ein Muss für jeden Barockliebhaber. Dass Hasses fantastische Musik auch ordentlich beeindruckt, sorgen (ganz zum Schluss) Ausnahme-Countertenor Jacek Laszczkowski als Mitrane, Olga Pasiecznik in der Titelrolle sowie Marta Boberskas fantastischer Alt als grausamer Ehemann Radamisto! Hoffen wir, dass nach einer Neuauflage in anderer Besetzung (beim Warschauer Festival Alter Musik; Ausschnitte davon liefen seinerzeit im polnischen Radio) die Oper ZENOBIA weiter rege aufgeführt wird in Polen und dass sich möglicherweise PCM oder gar ein großes Label findet, dieses Glanzstück barocker Opernkunst in Gänze auf CD zu brennen. Genug Klassikliebhaber und Hassefans in ganz Europa warten bereits darauf. Der 225. Todestag 2008 ist zwar nicht wirklich ein rundes Jubiläum, aber hoffen darf man ja wohl noch! So bleiben vorerst nur 47 Minuten barocker Hochgenuss! Dirk Carius
Johann Adolf Hasse www.hasse-compositeur.net - DIE Seite zu Hasse gibt es leider bislang nur auf Französisch!!! +
Biografie Hasses (auf Deutsch; Carus-Verlag) +
die umfangreichste Diskografie bei hasse-compositeur.net +
Die geplante Hasse-Gesamtausgabe (bislang noch recht bescheiden) |
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1 CD - 1999
ProMusicaCamerata Polen /
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Letztes Update: 17.09.2007, 02.29 Uhr |
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