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Georg Friedrich HÄNDEL (1685-1759) |
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Imeneo HWV 41 (1740) Wojciech Gierlach (Imeneo) Chamber Choir of the Warsaw Chamber Opera Wladyslaw Klosiewicz
Die Kulturszene Warschaus hat einiges zu bieten - und vieles ist leider im Westen völlig unbekannt und nur wenig gewürdigt. Zu den Preziosen zählt zweifellos die Warschauer Kammeroper, die auch und gerade im Bereich der frühen Musik Beachtsames auf die Beine stellt. Personifiziert werden diese Bemühungen in Wladyslaw Klosiewicz, der schon seit Jahrzehnten nunmehr das Musicae Antiquae Collegium Varsoviense, d a s Alte-Musik-Ensemble leitet und zu immer wieder neuen Ausgrabungen und mit frenetischem Beifall bedachten Inszenierungen führt. Ihm verdanken wir - glücklicherweise ebenfalls dokumentiert - eine der bis dato besten Einspielungen der als DER Uroper gehandelten Euridyce von Jacopo Peri, eine bislang nahezu unbekannte und selten gewürdigte Oper Domenico Scarlattis und - leider nur in Ausschnitten aufgezeichnete - wundervolle Zenobia von Hasse. Allesamt Highlights, die in keinem Klassikschrank fehlen sollten - und doch tun sie es oft, weil das kleine polnische Label ProMusicaCamerata hierzulande leider nur einem Kreis eingeweihter Barockliebhaber ein Begriff ist. Dem Label selbst, wie auch dem selbiges in Deutschland vertretenden KlassikCenter Kassel unter der rührigen Leitung von Dr. Kahleyss stehen leider nicht die Marketing-Etats eines Labels wie Harmonia Mundi oder gar Universal zur Verfügung, um solche Meisterwerke gebührend zu promoten. Und auch im Klassikhandel sind Scheiben des polnischen Kleinlabels eher selten zu finden, schon gar nicht bei den Großen wie Saturn etc. Nunmehr ein weiteres Meisterwerk aus dem Hause PMC: eine Händel-Oper. Genauer seine vorletzte, die die Herzen der Barockfans höher schlagen lässt. Auch wenn sie etwas weniger bombastisch daher kommt wie einige Vorgänger bietet sie Genuss von der ersten bis zur letzten Sekunde. Um so mehr, wenn sie von wahren Meistersängern vorgetragen werden. Allen voran möchte der Rezensent ein weiteres Mal Jacek Laszczkowski hervorheben, der als Countertenor der Spitzenklasse gelten und in jedermanns Munde sein sollte. Sein Tirinto ist so was von Göttlich, das einem die Knie schlottern. (Man beachte: die göttliche Stimme entspringt einem wahren Kerl von einem Mann, keinem Hänftling, wie es sonst bei Countern häufig ist; allerdings ist Maestro Laszczkowski auch nicht für die Community zu gewinnen. :-) Dem Verzaubern seiner Stimme steht die von Sopran Olga Pasiecznik in nichts
nach und es ist eine Schande, dass man beide Ausnahmesänger nicht noch sehr viel
öfter hören kann! Mit nur zwei Stunden Dauer ist Imeneo eine der kürzesten Opern Händels, fällt Imeneo in eine Zeit der Neuorientierung Händels. Schließlich war den zuletzt, 1738, erstmals aufgeführten Opern Faramondo und - völlig unbegreiflich heute - Serse nur mäßiger Erfolg beschieden. Da auch die Resonanz auf die Subskription für die nächste Saison nur gering war, verlegte sich Händel zunächst auf die Komposition eines neuen Genres, nämlich des Oratorio / Oratoriums. 1739 komponierte er Saul, der ihm offenbar erhebliche Probleme bereitete. Und so kam er doch auf den Imeneo zurück, auch wenn in Anbetracht der eher schlechten Aussichten es eher unwahrscheinlich war ihn je ausgeführt zu erleben. Das Libretto wurde ursprünglich 1723 in Neapel von Silvio Stampiglia für Nicola Porpora geschrieben. Händels Bearbeiter ist nicht dokumentiert. Der namensgebende Imeneo ist der griechische Gott Hymenaios, um den der Librettist eine eigene Fabel gesponnen hat. Nachdem die vorhergehenden drei Opern für das King's Theatre bestimmt waren, wurde Imeneo erstmals am 22. November 1740 im Theater in Lincoln's Inn Fields vorgestellt, wo auch die nächste – seine letzte – Oper Deidamia uraufgeführt wurde. |
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2-CD-Box ProMusicaCamerata PMC 024/025
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Letztes Update: 19.11.2007, 01.19 Uhr |
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