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Händel, Georg Friedrich (1685 - 1759) |
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GIULIO CESARE Cesare ....... Flavio Oliver Gran Teatre del Liceu 2004 Orquestra Simfònica i Cor del Gran Teatre del Lieceu Dirigent: Michael Hofstetter TDK *** DVWW-OPGCES *** (2 DVDs) Ein traumhafter Countertenor (Flavio Oliver), ein Superbass (David Menéndez) und ein Krokodil auf der Bühne - eine neue, Klasse-Inszenierung mit einer traumhaften Inszenierung Händels Cäsar in Ägypten ist zweifellos seine bekannteste, meist aufgeführteste Oper - insofern fragt man sich vielleicht: wieso schon wieder eine neue Inszenierung? Andererseits: von guten Opern - und der Cäsar ist dies ohne jeden Zweifel - kann man nicht genug bekommen und in allen Aufführungen findet sich was Neues - und das mag für jeden etwas Anderes sein. Ich war einfach begeistert von Flavio Oliver in der Titelfigur, nicht nur weil ein Mann als Mann auf der Bühne - trotz der zum Teil wahren Meisterwerke, die Maske und Kostümschneider verbringen, um Frauen in Männersachen real aussehen zu lassen - nachvollziehbarer rüberkommt, sondern vor allem auch ob seiner stimmlichen Reinheit, der künstlerischen Bravour, mit der er seine Stücke ziert, und der beeindruckenden Mimik. Inszenatorisch ist die Aufführung eine Mischung aus Modernizität und Anlehnung an klassische Vorbilder, jedoch keineswegs Authentizität - so kommt Cäsar sehr wohl mit dem obligatorischen Siegerlorbeer und mit roter Tunika daher, darunter jedoch trägt er eine schwarze Anzugshose und ein weißes Hemd. Sein - stimmlich keinen geringeren Eindruck hinterlassend - Tribun Curio indes kommt in einer sehr modernen Militäruniform, die Soldateska erinnert in ihrer schwarzen Uniform mit Stahlhelm an den Zweiten Weltkrieg und auch die Damen haben prunkvolle Kleider, die jedoch eher ins Rokoko gehören. Doch macht die Mischung insgesamt keinen verstörenden Eindruck - im Gegenteil. Sie passt zu Wernickes Konzept, die antike Eroberung und Unterwerfung der ehemaligen Hochkultur Ägyptens in einen moderneren Kontext zu transponieren - nämlich die Ausschlachtung des altägyptischen Erbes durch die europäischen Hochkulturen, die mit der Entdeckung des Steins von Rosette und damit verbundenen Entschlüsselung der altägyptischen Schrift ihren intellektuell-wissenschaftlichen Anfang nahm. Symbolisiert wird diese Transformation des Lands am Nil auf der Bühne durch den das Zentrum als Untergrund dominierenden Stein sowie symbolisch durch eine stumme Bühnenfigur: ein Krokodil, das am Anfang gleichsam als Herr der Landschaft auftritt, der die Eindringlinge lediglich neugierig beäugt, die Soldaten sogar erschreckt und zur Flucht treibt, bis es am Ende - von Cäsar gezähmt - zum Ausstellungsstück degradiert. Das Bühnenbild selbst ist seltsam nüchtern und soll wohl an den Rändern eine die karge, von einschneidenden, die Landschaft gestaltenden Sanddünen durchzogene Kulisse Ägyptens darstellen. Je nach Szene erscheint diese in unterschiedlichen, jedoch immer kräftigen Farben, die aus der meist wenig veränderten Kulisse neue Aspekte hervorholen. In der Mitte findet sich die schräg gestellte Nachbildung des Steins von Rosette, AUF dem sich sozusagen die Handlung abspielt. Ach ja: Händelpuristen dürfte es zwar eh kaum geben, aber wenn, wird die Wernickesche Einspielung eher Abneigung hervorrufen, tut sie doch das, was schon Händel selbst sehr gern tat und was - nicht nur für diese - Zeit gang und gäbe war: neben Streichungen am echten Cäsar wildert er bei anderen Händelopern, um seine Aspekte unterstreichende Musikstücke werkzuentfremden. Heraus kommt dennoch ein gut komponiertes und textuiertes Ganzes in einer sehenswerten Aufführung. Die Ausstattung der DVD lässt wenig zu wünschen übrig, Bild- und Tonqualität sind auf höchstem Niveau und werden durch die üblichen aus- wie einblendbaren Untertitel abgerundet. Das Booklet jedoch ist, typisch TDK, eher kurz geraten mit einer Tracklist und einer zweiseitigen Besprechung der Inszenierung durch Juan Carlos Olivares. Eine Handlungszusammenfassung findet sich ebenso wenig wie Angaben zu den beteiligten Künstlern oder gar, was für Spezis, und vielleicht auch rein für das Interesse, durchaus wünschenswert wäre, eine Übersicht, welche Beiträge gestrichen und welche Fremdstücke aus welcher anderen Oper entnommen wurden. D.C. 2 DVD9
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2 DVDs Spielzeit: ca. 216 Minuten
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.18 Uhr |
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