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Georg Friedrich Händel (1685-1759) |
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ARIODANTE HWV 33 Dramma per musica in tre atti von Libretto: Anonyme Bearbeitung von Ginevra, Principessa di Scozia
von Antonio Salvi (1708) In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Der König von Schottland: Harold Wilson Händelfestspielorchester Halle (auf historischen Instrumenten) Musikalische Leitung: Federico Maria Sardelli Choreografie: Nicola Bowie Gemeinschaftsproduktion der OPER HALLE und der Direktion der
Händel-Festspiele Halle
Dazu noch eine historisierende, sehr ansprechende und die Mühe und Gedankenarbeit, die in sie hineingesteckt wurde, zeigende Inszenierung und Bühnenausstattung, die für die erstklassige Intonation den würdigen Rahmen bietet. Und zu intonieren war und ist bei Ariodante reichlich! Schließlich ist Ariodante eine der Barockopern mit den wenigsten Rezitativen, dafür aber den ansprechendsten und anspruchvollsten Arien! Das ist keine Musik, die man mal schnell nebenbei eintrainiert. JEDE Rolle dieser Oper verlangt gesangeskünstlerische Schwerstarbeit und lange Vorbereitung. Hoch hängen da natürlich auch die Messlatten, liegen doch mittlerweile mehrere erstklassige Gesamteinspielungen vor und sind absolute Schmuckstücke / Juwelen von mehreren Solisten in ihren Händelalben auf CD gebannt und für den Genuss der Klassikfreunde auf den Markt gebracht worden. (Ich erwähne nur das SCHERZA INFIDA, die beeindruckende Arie des vermeintlich geprellten Verlobten, der kurz vor der Hochzeit mit seiner geliebten Ginevra diese in den Armen des allseits verhassten Emporkömmlings und Thronprätendenten Polinesso vorbeistolzieren zu sehen meint und sich daraufhin in den Tod stürzen will!) Doch müssen die Solisten dieser Aufführung den Vergleich mit den "Großen" der Alte-Musik-Szene IN KEINSTER WEISE scheuen! Die am Teatro Colón in Buenos Aires groß gewordene Nidia Palacios überzeugt nicht nur in ihrer Hosenrolle, sondern auch mit einer lupenreinen, über jede Anstrengung erhabenen Interpretation der zahlreichen Gefühlswandlungen des jungen!!! (man soll nicht vergessen, die reale Gestalt ist ja Anfang, maximal Mitte 20!!) Prinzen, der eine wahre Berg- und Talfahrt der Gefühle durchmacht. Dasselbe trifft zu für die nicht nur Freude ausstrahlende, sondern jederzeit auch Grund zur (Hör- wie Seh-) Freude bietende Jutta Böhnert in der Rolle seiner geliebten Ginevra, die wie die Jungfrau zum Kinde zu der Beschuldigung kommt, ihren BEN IDOL MIO betrogen zu haben. Von Himmelhoch jauchzend bis nicht nur abgrundtief schluchzend, sondern dem Wahnsinn nahe kommend (wenn nicht kurzzeitig wirklich verfallend) - Frau Böhnert bringt die Koloraturreihen wie Schmerzensschreie nicht nur mit gleicher Inbrunst und ohne jede Anstrengung, sondern dem Publikum Mitgefühl abringend zu Gehör. Ein Meistergriff - wie auch schon ihre Besetzung als Ginevra in der Göttinger Aufführung des Händelschen PORO im Jahre 2006 (von der der Rezensent noch einmal betonen möchte, wie schade es ist, dass diese nicht vollständig weder auf CD, noch auf DVD herausgekommen ist; Arte brachte lediglich einen immerhin einstündigen einstündigen Querschnitt eben mit Ausschnitten aus dieser prachtvollen Inszenierung!) Von dem durchweg überzeugenden Ensemble möchte der Rezensent nur noch zwei besonders würdigen: Countertenor Axel Köhler bietet mit seiner darstellerisch wie stimmlich überzeugenden, koloratursicheren und vor allem auch den Saal mit Leichtigkeit klanglich ausfüllenden Interpretation des Fieslings der Oper, Polinesso, der nur seinen eigenen Aufstieg zum König von Schottland vor Augen hat und damit sogar über Leichen geht, die zweifelfrei beste Countertenor-Besetzung der 2008er Händelfestspiele und den Beweis, dass es zweifelsfrei richtig und kein Wagnis sein muss, einen Counter für eine Barock-Schlüsselrolle zu besetzen. Schließlich sei auch des seit neuestem in Halle fest engagierten Harold Wilson gedacht, der sowohl den fürsorglichen, Tochter und angehendem Gatten wohlwollenden König als auch den kränklichen, später gebrochenen Vater und Schwiegervater mit wahrer Inbrunst nicht nur darstellt, sondern jede Gefühlsregung mitfühlen lassend intoniert. Ein Hochgenuss allein diese Rolle der großen Oper ARIODANTE. Möge die Inszenierung noch viele Aufführungen erleben. Für 2009 ist sie jedenfalls schon einige Male angesetzt! Dirk Carius
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Un ballo alla Scozia Ginevra und Ariodante auf ihrer Verlobungsparty sozusagen
Ginevra dem Wahnsinn nahe, als sie mit dem Tod ihres Geliebten und gleichzeitig dem Vorwurf konfrontiert wird, sie sei daran schuld und habe sich, bis sich jemand findet, der ihre Ehre und Unschuld verteidigt, nicht mehr beim geliebten Vater blicken zu lassen.
Die unverständlicherweise in Polinesso verliebte Dalinda gesteht ihre Schuld: Sie hatte sich in Ginevras Kleid für kurze, freudige, aber falsche Minuten in Polinessos Armen gewiegt. Nun liegt sie am Boden, auf Vergebung von Ariodante (2.v.r.) und dem König (Mi) hoffend.
alle Fotos (c) Gert Kiermeyer
Opernhaus Halle
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Letztes Update: 14.06.2008, 23.56 Uhr |
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