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Desmarest, Henry (1661-1741) |
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Vénus
et Adonis Karine Deshayes : Vénus Choeur de l'Opéra de Nancy et de Lorraine Les Talens Lyriques Ambroisie - eine kleine Abtei in in der ostfranzösischen Region Bresse - hat sich inzwischen nicht nur zu einem edlen und weithin wahrgenommenen Festivalort gemausert, sondern auch als kleines, aber edles Alte-Musik-Label etabliert. Deren neueste Einspielung ermöglicht Einblicke in die französische Oper nach Lully und vor Charpentier. Interessante, hörenswerte Eindrücke. Natürlich ist Altmeister Lully, der die eigenständig französische Oper im Unterschied zur italienischen Oper durchsetzte, sehr wohl zu hören. Der Stoff indes ist abseits der eingelaufenen Pfade und gerade dies macht auch einen der Reize dieser wiederum in ansprechender Aufmachung daherkommenden Einspielung der 1697 uraufgeführten Tragédie lyrique VÉNUS & ADONIS. Ein gut verlesenes Ensemble trägt dafür Sorge, dass auch musikalisch alles von Anklang findender Perfektion ist. Glückwunsch, Christophe Rousset und bald was Neues! (Da wir gerade dabei sind: die ebenfalls von Rousset künstlerisch verantwortete Drottningholmer Inszenierung der neuesten Rameau-Oper "Zoroastre" ist soeben bei Opus Arte auf DVD erschienen!) Dirk Carius PS. Vergleiche auch die ganz aktuelle Reportage auf ARTE über Ambroisie und
das gleichnamige Festival http://www.arte.tv/de/kunst-musik/Maestro/1709478.html *** weitere Info - Courtesy of Harmonia Mundi *** Vénus & Adonis, eine tragédie lyrique von Henry Desmarest auf ein Libretto von Jean-Baptiste Rousseau, ging am 28. Juli 1697 mit solchem Erfolg über die Bühne der Pariser Académie Royale de Musique, dass alsbald eine gekürzte Version des Werkes im Verlag des Pariser Druckers Christophe Ballard erschien. Das Werk feierte mit seiner Mischung aus Zögern, Begehren und Furcht die Einweihung in die Mysterien der Liebe, die dem jungen Helden schließlich den Tod bringen wird. Gleichzeitig mit diesem triumphalen Erfolg auf der Opernbühne erlebte der 36jährige Komponist selbst ein unglaubliches Liebesabenteuer, das zum wirkungsvollen Stoff für die Bühne getaugt hätte: Er war eine Liebesbeziehung mit Marie-Margue rite de Gombert, der Tochter des mächtigen président de l’élection de Senlis, eingegangen und hatte die 19jährige schließlich sogar entführt. Auf solche Verbrechen stand die Strafe des Erhängens, Desmarest und seine Geliebte entzogen sich der Strafverfolgung durch Flucht nach Brüssel, das als Hauptstadt der österreichischen Niederlande außerhalb der Reichweite des Arms französischer Gerichte lag. In Paris fand allerdings in Abwesenheit des Angeklagten ein Prozess statt, in dem Desmarest zum Tod verurteilt wurde; am 28. Mai 1700 baumelte statt seiner ein Bild von ihm am Galgen, die Todesstrafe war in effigie vollstreckt worden, wie es damals in der Rechtssprache hieß. 1707 fand Desmarest Anstellung als Hofmusiker im damals noch souveränen Lothringen, er blieb bis zu seinem Tod in der lothringischen Hauptstadt Nancy. Ludwig XIV. weigerte sich zeitlebens, Desmarest zu begnadigen; das Todesurteil wurde erst 1721 aufgehoben, und die Ehe konnte endlich nach französischem Recht gültig werden – der Bräutigam war zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre alt. Lediglich fünf Ehejahre blieben dem so verspätet legitimierten Ehepaar noch: Marie-Marguerite starb 1727, ihr Ehemann überlebte sie um 14 Jahre und starb 1741 im für die damalige Zeit hohen Alter von 80 Jahren. (Harmonia Mundi Monatsheft 08/2007)
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2 CDs ambroisie / Vertrieb: Harmonia Mundi AM 127 September 2007
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Letztes Update: 07.10.2007, 20.14 Uhr |
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