Bononcini, Giovanni (1670-1747)

 

SAN NICOLA DI BARI

Lavinia Bertotti, soprano
Elena Cecchi Fedi, soprano
Gabriella Martellacci, alto
Furio Zanasi, baritone

Les Muffatti
Peter van Heyghen

*** 1 CD - Ramée / Vertrieb Codaex - RAM 0806 - September 2008 ***

Giovanni Bononcini ist wieder mal einer der zu Unrecht vergessenen Meister des Barock. Das ist insbesondere zutreffend für sein Vokalschaffen. Von seinem Instrumentalschaffen sind Kostproben nun schon greifbar, insbesondere die Divertimenti. Bei dem Vokalschaffen ist dies bislang nicht über diverse Kantaten-Einspielungen hinausgegangen.

Wobei der Rezensent den Wert dieser Einspielungen nicht unter den Tisch kehren will. Besonders die 2006 bei NCA erschienene CD Amore doppio (Serenata a tre von 1694) sollte in keinem Plattenschrank fehlen.

Hier nun eine weitere Kostprobe aus Bononcinis Schaffen: sein Oratorium für 4 Solisten und Orchester über die Jugend des Heiligen Nikolaus.

Das Stück ist wirklich erste Sahne, hat wahrliche Glanzpunkte barocker Gesangskunst zu bieten, die genau so das Zeug hätten, zu Allzeit-Klassikern zu werden. Hinzu kommt ein Ensemble, dem man samt und sämtlich die Begeisterung für Barockmusik anhört und das in persona des Bassbaritons Furio Zanasi dem Hörer wahre Schauer über den Rücken schickt, wenn er, als Epiphanes, sein Hohelied auf das treue Herz, das im Kampfe nicht verzagt, wenn es die Hoffnung und v.a. den Glauben nicht aufgibt (Se cinto di costanza; Track 11), singt.

Ähnlich begeistern die beiden Sopranistinnen Elena Cecchi Fedi (als Giovanna) und Lavinia Bertotti als titelgebender Heiliger Nikolaus. Erstere entführt in ihren Arien gleichsam in himmlische Gefilde. In der wunderschönen Arie "Augellino, che levasi a volo" (Track 3) kann man das besungene kleine Vögelchen und damit auch in gewisser Weise den Geist der Arkadier, den Wieder"herstellern" der Einfachheit und illysischen Schlichtheit in der Musik, zu denen zu gehören Bononcini sich rühmen konnte, sich zum Himmel erheben hören. Derartiger wirklich einzigartiger Klangerlebnisse bietet das Werk einige und man wird nicht müde zuzuhören!

Glanzpunkt der Titelfigur und somit des lupenreinen Soprans Lavinia Bertottis ist die Arie "Il Diletto è una Sirena" (Das Schhgtohraohsrug

Schließlich und endlich - und das Auge isst ja bekanntlich auch mit - macht die CD vom ersten Anblick im Regal, über das Auspacken und das Befühlen der glattestweißen und -weichen Verpackung bis zum Entnehmen der CD und dem Blick ins ausführliche Hintergrundinformationen in D, E, F sowie ganz natürlich den Librettotext in D, E, F und Ita entält.

Das ist als Leistung um so mehr zu würdigen, als es sich bei dem Label Ramée um einen Ein-Mann-Betrieb handelt.

Eine weitere Rundum.-Empfehlung aus dem Hause Ramée aus Aachen! Weiter SO!!!!

Dirk Carius

Biografie und Werk bei wikipedia

 

 

 

1 CD
Ramée / Vertrieb Codaex

RAM 0806 - September 2008

 

Interpretation:
Klang:

    sehr gut
    sehr gut  

 

Letztes Update: 07.10.2008, 01.18 Uhr

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