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Sammartini, Giovanni Battista (1700/01-1775) |
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TRIOS für 2 Violinen, Violoncello & Cembalo Roberto Noferini, Violine
Der Milanese Giovanni Battista Sammartini ist unbegreiflicherweise heute kaum bekannt - und wenn dann nur in seiner Eigenschaft als strenger Lehrer zum Beispiel eines Gluck, als eigentlicher Begründer der modernen Sinfonik, von dem Haydn nach eigenem Bekunden eine Menge gelernt hat. Auch andere Komponisten wie Jommelli, Boccherini, Johann Christian Bach und selbst der junge Mozart verweisen auf den in Mailand ansässigen und dort zu seiner Zeit keineswegs unbekannten Komponisten, Lehrer und Dirigenten. Wie kommt es dann, dass weder sein Leben, noch (und vor allem) sein Werk auch nur einigermaßen bekannt sind? Das ist doch eigentlich unbegreiflich. Nachdem sich in den letzten Jahren für das Label Naxos Daniele Ferrari mit seinem Symphonica Ensemble und ebenso engagierten wie noch kaum bekannten Solisten verdient gemacht hat um die Ersteinspielung einiger geistiger Kantaten (z. B. Gerusalemme) und auch einiger Sinfonien, ist es durch die vorliegende Edition einiger Trios und einer Sonate für Violoncello auch möglich, das kammermusikalische Schaffen Sammartinis näher zu beleuchten. Dass Sammartini als der eigentliche Begründer der modernen Sinfonik gilt, ist auch hier bereits erwähnt worden. Durch ihn wurden barocke Gestaltungselemente langsam überwunden und eine ebenso strenge wie einfache Melodieführung hielt Einzug in alle Bereiche seines musikalischen Schaffens (und Sammartini war in der Tat in allen Bereichen tätig!). Damit ist auch das überhaupt nicht schlecht gemeinte Grundcredo Sammartinis dargelegt, wodurch sich eben auch die Musik Glucks, des Neuerers der Oper auszeichnet und die auf seinen italienischen Lehrer zurückzuführen ist: einfach, aber effektvoll. Und davon künden die hier eingespielten Trios meisterhaft. Anders als viele spätere sind alle vier hier vorgestellten nur in 2 Sätzen (schnell-langsam), die Sonate natürlich in der traditionellen 3-Satz-Form. Der Sonate Nr. III für Violoncello & Cembalo in G-Dur widmet die Textautorin des Beiheftes eine Extrapassage und kontrapunktioert sozusagen die Aufschrift auf der Hülle (und auch Titulierung oben): die für Violoncellisten keineswegs so unbekannte Solokantate sei angeblich gar nicht von Giovanni Battista Sammartini, sondern sei vielmehr aufgrund einer nicht eindeutigen Titulierung diesem nur irrtümlich zugeschrieben worden. Interessanterweise nennen die vier erhaltenen Ausgaben der 1748er Edition dieses Stücks auch in der Tat drei verschiedene Namen: 2 x Sammartini, 1 x Philippo Martino und 1 x Francois Martin. Nach neuesten Erkenntnissen indes sei der im Originalmanuskript lediglich als Sig Martino überlieferte Komponistenname als Martin Berteau (auch Bertault oder Bertau geschrieben) zu lesen. Mögen Musikwissenschaftler darüber streiten und in Zukunft eine gesicherte Lesart vorlegen und die hier noch vermutete Autorenschaft Sammartinis widerlegen - es ändert nichts an der Tatsache, dass diese Solosonate für Violoncello wie die kammermusikalischen Trios einen Musikgenuss liefern! Nach dem Bild und diversen Parallelen in den geschilderten Lebensläufen zu urteilen, sind erster Violonist Roberto und Cellist Andrea Noferini lediglich um zwei Jahre unterschiedliche Brüder und Abkömmlinge des ehemaligen Leiters des "G.B.Martini"-Konservatoriums in Bologna, auch wenn ihre musikalische Ausbildung eben nicht an der väterlichen Musikhochschule, sondern in verschiedenen Zentren in Europa erfolgte. Eine Empfehlung!! Dirk Carius
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Spielzeit:
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Letztes Update: 29.07.2007, 17.58 Uhr |
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