Rossini, Gioacchino (1792 - 1868)

 

TANCREDI
Melodramma eroico in two acts Libretto by Gaetano Rossi after Voltaire's Tancrède

Tancredi, a Norman Knight ......... Daniela Barcellona
Argirio, ruler of Syracuse ...........  Raúl Giménez
Amenaide, his daughter .............. Darina Takova
Isaura, her confidante ................. Barbara Di Castri
Orbazzano, ruler of Syracuse ...... Marco Spotti
Roggiero, friend of Tancredi ........ Nicola Marchesini

ORCHESTRA E CORO DEL MAGGIO MUSICALE FIORENTINO
RICCARDO FRIZZA

Choreinstudierung: Piero Monti
Inszenierung: Pier Luigi Pizzi

 

Aufnahme aus dem Maggio Musicale Fiorentino in Florenz im Herbst 2005
(Inszenierung entstand jedoch schon für das Rossinifestival in Pesaro 1999)



***** 1 DVD  -  TDK  -  DVWW-OPTANC  -  Januar 2007 *****


Die DVD

Spielzeit: 155 Minuten

Booklet : English/ German/ French

Untertitel in
+ Italienisch
+ Deutsch
+ Englisch
+ Französisch
+ Spanisch

Bild: 16:9 anamorph
Ton:  DD 5.1 • DTS 5.1 • PCM Stereo



Mit dem TANCREDI (Tankred) hat sich Rossini eines Buches und Autors erinnert, die schon sehr lange in der italienischen Kultur und auch Operntradition ihre Spuren hinterlassen haben: Torquato Tassos Gerusalemme liberata. Aus diesem Urquell war es indes der Franzose Voltaire, der den vom Schicksal geschlagenen, weil aus seinem Reich Syrakus vertriebenen, normannischen Kreuzritter Tankred zum Held eines Drama machte und als edlen Ritter (in seiner und der Urfassung der Oper) zum heroischen Ein-Mann-Befreier eines ganzen Staates.

Auf der anderen Seite haben wir seine Geliebte Amenaide, die natürlich dem bösen Eroberer versprochen wurde, das ganz und gar nicht gut findet und eben nunmehr mit ihrem Schicksal hadert - oder halt auch nicht, denn sie opponiert und hält weiter an ihrem Geliebten fest, ohne ihn, als diese Bande auffliegen, zu verraten - ganz ritterlich eben.

Eine unglückliche Liebe in einen geschichtlichen und christlichen Kontext eingebettet - was will man mehr, daraus lässt sich doch ein prima Musikdrama bauen - sagte sich Rossini und schrieb, wie so oft, eine passgenaue, sehr eingängige, die dramatischen Höhepunkte betonende Musik. Werkgeschichtlich und biografisch gesehen markiert Tancredi den Aufstieg Rossinis in die Riege der angesehenen und angesagten Opernkomponisten.

Nach den Einaktern zuvor, bei denen er sich mit einer kleinen Besetzung, einer kleinen Bühne begnügen und meist ohne großes Bühnenbild auskommen musste, war Tancredi nunmehr seine erste Arbeit für DAS Theater Neapels, das LA FENICE.

Nicht nur hatte er hier einen großen Saal mit betörender Akkustik (so liest man, das alte La Fenice ist ja abgebrannt), nein, auf der ansprechenden Bühne konnte er sich auch entsprechende Auf- und Umbauten, die ein geschichtliches Drama bräuchte erlauben. Und nicht zu vergessen: am La Fenice konnte er auch sängerensemblisch auf ganz andere Größen zurückgreifen als an den kleineren Theatern zuvor.

Und so merkt man auch der Musik einen weiteren Entwicklungssprung und höheren Komplizierungsgrad an. Doch sind das keine Hürden, die die von Riccardo Frizza handverlesene Crew nicht mühelos umschiffen könnte.

Die Titelrolle ist mit Daniela Barcellona hochkarätig besetzt und grandios verkörpert - genauer gesagt war es diese Rolle, die der Barcellona zum endgültigen Durchbruch verhalft.

Darina Takova macht als von Tancredi Geliebte eine sehr gute Rolle, auch wenn sie in ihrer Dramatik und Stimmfülle nicht mit Maria Bayo, die dieselbe Rolle in der Arthauseinspielung der 1992 bei den Schwetzinger Festspielen in Koproduktion mit dem Teatro alla Scala in Mailand entstandenen Inszenierung verkörpert, vergleichbar ist.

Doch dafür haben die Akteure der hier zu besprechenden Aufzeichnung aus dem Maggio Musicale Fiorentino genügend Auslauf auf der Bühne und die Farb- und Klangqualität übertrifft den Vorgänger von vor 15 Jahren deutlich und setzt neue Maßstäbe.

Dennoch will der Rezensent keine der beiden Einspielungen verdammen, beide haben interessante Aspekte und ihre Vorzüge wie Nachteile. Also am besten beide anschauen.

Ansprechender, farblich vielleicht einfacher, aber markanter sowie vor allem bild- und klangschärfer daher kommt allemal die neue Aufzeichnung aus Florenz! Dirk Carius


Handlung
(Courtesy of impressario,ch)

Erster Akt

Argirio, der Herrscher von Syrakus, hat seine Tochter Amenaide seinem Widersacher Orbassan versprochen, um alle Parteien gegen den gemeinsamen Feind, die Sarazenen, die die Stadt belagern, zu einigen. Aber Amenaide liebt Tankred, den Sohn des aus Syrakus vertriebenen ehemaligen Königs. Sie vertraut ihre Sorgen Isaura an und will ihrem Geliebten eine Botschaft übermitteln lassen, in der sie ihn bittet, das Land von Orbassan zu befreien. Im Park des Schlosses begegnet Amenaide Tankred, von dem man glaubt, dass er sich an Syrakus rächen will. Das Mädchen beschwört ihren Geliebten, zu fliehen, ohne ihn über die geplante Hochzeit zu informieren. Inzwischen ist Orbassan der an Tankred gerichtete Brief, der abgefangen wurde, übergeben worden. Unter dem Verdacht, Amenaide habe an den Sarazenenfürsten Solamir geschrieben, wird das Mädchen verhaftet und zum Tode verurteilt.

Zweiter Akt

Argirio ist über das Schicksal seiner Tochter besorgt, weil sie sich weigert, den Namen des Empfängers des Briefes zu nennen. Der König muss das Urteil über seine Tochter bestätigen. Orbassan wünscht, dass ein Gottesurteil ihre Schuld oder Unschuld beweisen soll. Niemand ist bereit, gegen Orbassan zu kämpfen. Ein maskierter Ritter tritt vor und erschlägt Orbassan im Zweikampf. Er reitet, in der Annahme, verraten worden zu sein, davon; niemand hat ihn erkannt. Erst Roderich, der Knappe des Fremden, erzählt, dass Tankred der Unbekannte war, den man sucht und in der Nähe der feindlichen Truppen findet. An der Spitze des Heeres schlägt Tankred die Sarazenen, das Volk jubelt ihm zu. Argirio segnet das junge Paar.

In der Neufassung der Oper kehrt Tankred siegreich, aber tödlich verwundet vom Schlachtfeld zurück; erst jetzt erfährt er von der Unschuld und Treue Amenaides. Argirio traut das Paar noch, bevor der Held stirbt.


The Artists:
(Courtesy of TDK-Europe)

Contralto Daniela Barcellona was born in Trieste where she also studied music. After winning several international competitions she made a major career breakthrough with the role of Tancredi at the Rossini Opera Festival of Pesaro in summer 1999. She is well versed in the mezzo belcanto roles and in selected French repertory. She has sung at numerous opera houses in Italy and in major European and American music centres such as New York, Berlin, Paris, Munich, Vienna, Madrid, Geneva, Amsterdam, Marseille, Dresden and at the Festival Radio France Montpellier and at the Salzburg Festival. Daniela Barcellona performs regularly under such prominent conductors as Claudio Abbado, Riccardo Muti, James Levine, Riccardo Chailly, Myun-Whun Chung, Wolfgang Sawallisch, Colin Davis, Bertrand de Billy, Marcello Viotti, Gianluigi Gelmetti, Georges Pretre, Carlo Rizzi, Alberto Zedda, Fabio Biondi and Bruno Campanella.

Soprano Darina Takova was born in Sofia where she also graduated from the State Academy of Music. Her debut was in 1991 singing the title role in Lucia Di Lammermoor with the Sofia National Opera. After winning the International Competition for Young Opera Singers in Sofia in 1992 and several other competitions and touring with the Sofia National Opera in 1995 she sang the title role in Verdi's Luisa Miller in Germany and Switzerland and Gilda in The Golden Cockerel at the Rome Summer Festival. In 1998 Darina Takova made her debut at La Scala singing the Queen of the Night under Ricardo Muti. This was followed by performances of Donizetti's Lucrecia Borgia at La Scala. Additional appearances in Italy in 1998 included Lucia di Lammermoor in Florence and Violetta in Rome. In Lausanne she appeared in Ariadne auf Naxos and she appeared in The Golden Cockerel at Covent Garden. She debuted in the United States in 1997, when she sang in California and Detroit.

The Argentinian tenor Raúl Giménez made his professional début as Ernesto in Donizetti’s Don Pasquale at the Teatro Colón in Buenos Aires in the 1980-81 season. He made his first appearance in Europe in Cimarosa’s Le astuzie femminili at the Wexford Festival in 1984. He Specialises in the 19th century Italian repertoire and has sung this repertoire in Venice, Naples and other Italian cities in Rossini’s Armida, Otello and Tancredi, and in Rome in Mozart’s Il repastore and in La sonnambula. He made his London Covent Garden début in 1990 as Ernesto, a rôle he had also undertaken in Dallas. A series of important engagements in major opera houses has continued, with a 1993 début at La Scala, Milan, in Tancredi, and a parallel career in the concert-hall.

Riccardo Frizza was born in Brescia in 1971. He studied in Milan, Pescara and Verona as well as at the Chigiana Academy in Siena. From 1994 to 2000, he was conductor in residence for the Symphonic Orchestra of Brescia. He has been guest at the Rossini Opera Festival in Pesaro, at the “Due Mondi” Festival in Spoleto and all major opera and philharmonic festivals in Italy. He has also appeared at the Radio Festival in Montpellier, at the Wexford Festival and conducted at the Palacio de la Opera in La Coruna, at the Royal Festival Hall of London, at the Opera in Marseille, La Monnaie of Brussels, at the Opera of Lyon, at the Hercules Sall of Munich, at the Dvorak Hall Rudolfinum of Prague and in venues in Japan. Frizza has lead the St. Petersburg Philharmonic Orchestra, the London Philharmonic Orchestra, the National Orchestra in Belgium, the Sao Paolo Orchestra in Lisbon, the New Tokyo City orchestra and the Kyoto Symphony orchestra, to name but a few.


Die DVD

Booklet : English/ German/ French
Untertitel: English/ German/ French/ Spanish/ Italian

Bild: 16:9 anamorph
Ton:  DD 5.1 • DTS 5.1 • PCM Stereo

 

 

1 DVD 
TDK
DVWW-OPTANC

Januar 2007

 

Interpretation         ausgezeichnet
Klang:         sehr gut  
Inszenierung:         ausgezeichnet

 

Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr

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