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Rameau, Jean-Philippe (1683 - 1764) |
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Les Paladins (1760) Atis - Topi Lehtipuu Les Arts Florissants Bühnen-Regie: José Montalvo **** 2 DVDs Opus Arte / BBC - November 2005 - Katalog-Nr.: OA 0938 D *****
Noch dazu, wenn es - wie immer bei den Premium-Ausgaben von Opus Arte - vorbildlich gestaltete, gut dokumentierte und sorgsam und für den Zuschauer bestens abgemischte Aufnahmen wie diese sind. (Ich meine, natürlich kann man sich darüber streiten, ob die Auswahl des Liebesmotivs mit dunklem Hintergrund bei all der Farbgewaltigkeit der gesamten Aufführung die wirksamste Werbung für dieses außerordentliche DVD-Ereignis ist, oder ob nicht z. B. die farbenfrohe Vermählungsszene mit dem androgynen Feenmann vor dem hellbunten, mit üppiger Vegetation, Pfauen und chinesischen Palästchen verzierten Bühnenbild des dritten Aktes [s. Bild 2 im Rahmen rechts] deutlicher zeigen würde, welch optischen Genuss diese Aufführung bereit hält. Aber das liegt vielleicht im Auge des Betrachters und tut dem höchsten Lob keinen Abbruch!) Auch international waren die Rameau-Aufführungen an der Pariser Nationaloper (Les Indes Galantes oder Les Boreades) oder dem Pariser Châtelet (Platée) ein einschlagender Erfolg, die Kritiker europaweit und auch in Japan z. B. geradezu euphorisierten. Der Referent der Gaystation kann sich dem nur anschließen und dem barockbegeisterten Publikum nur wünschen, dass Rameau, wie auch bislang hierzulande wenig erkundete andere französische Ausnahmekomponisten, wie Charpentier oder der Favorit Ludwigs XIV. Lully, hoffentlich auch mal den Weg auf deutsche Bühnen finden. Aber selbst dann wird es eine derart aufwändige, ausgeklügelte und alle Sinne ansprechende Aufführung wie die unter den Les Arts Florissants so schnell nicht wieder geben. Die Leistung des Regisseurs und Choreographen der Châtelet-Inszenierung, José Montalvo, hat ihr ein wahres Meisterstück abgeliefert - und das weiß Gott nicht nur ob der schon angesprochenen Farbenpracht. Dennoch hat das Theater Basel einen äußerst interessanten Anfang gemacht, mögen ihm weitere Bühnen deutschsprachiger Länder folgen! Fast die gesamte Oper spielt sich auf mindestens zwei Ebenen ab: während unten eine oder mehrere Figuren agieren, zeigen die auf einer höheren Parallelebene angesiedelten Alter egos der handelnden Personen deren nicht zur Sprache gebrachte Beweggründe, Gedanken etc. in tänzerischer Form. Und dann die Effekte und Staffage: gleich am Anfang laufen Rehe - natürlich "nur" sehr reell rüberkommende projizierte - über die Bühne, die von anderen wilden oder zahmen Tieren im Laufe der Oper abgewechselt werden. Als dem nicht wirklich bösen "Aufpasser" Orcan (sehr zielgruppenaffin: Laurent Naouri) Furien und böse Geister erscheinen, werden diese den im Hintergrund und auf der Parallelebene wilde Tänze Veranstaltenden authentische Köpfe wilder Tiere oder Schlangen projiziert und einer der Höhepunkte ist sicher die Verwandlung des Schlosses des Anselme, in dem er das von ihm begehrte Mündel Argie, das jedoch den Ritter Atis liebt, ziemlich behütet verwahrt (um nicht zu sagen, gefangen hält), im dritten Akt in ein wahres Idyll. Das ist in der Tat eines der reichsten und üppigsten Bühnenbilder, wenn auch zu großen Teilen jedoch völlig authentisch und sehr plastisch projiziert, die ich in den letzten Jahren gesehen habe! Dabei war die Oper 1760, zu ihrer Uraufführung ein Flop. Man mag es kaum glauben, kann einige Kritikpunkte bei längerem Nachdenken vielleicht nachvollziehen - allen voran vielleicht den Schock, den ein einen strammen Hetero überzeugend als Frau verführender maurischer Sklave (Manto; überzeugend und sehr anregend dargestellt von Francois Piolino, der auch stimmlich eine gute Partie ist) im 18. Jahrhundert auf der Bühne ausgelöst haben muss. In vielem scheint es aber so zu sein, dass dieser Reinfall, nach 15 Aufführungen abgesetzt zu werden, wahrscheinlicher "nur" das Ergebnis einer Schmutz- und Verleumdungskampagne ist - Opernmobbing? Na, man gut, dass dies nicht dazu geführt hast, dass uns der Genuss, den diese Scheibe in jeder Hinsicht bereitet, vorenthalten wurde! D. C.
Bild: 16:9 Extras
+ Libretto (Original - Französisch) + Eine Besprechung
dieser DVD-Edition bei RONDO + Diskografie
dieser - wie auch weiterer - Opern Rameaus + Biografie
Rameau (engl.) mit Portraits in der Gaystation siehe auch + Besprechung
Les Indes Galantes (Les Arts Florissants / William Christie, DVD)
+ Diese
DVD bei Amazon kaufen + Platée
auf DVD
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DVDs Spielzeit: 145 + 59 Minuten
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr |
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