Purcell, Henry (1659-1695)

 

ENGLAND, MY ENGLAND
The story of Henry Purcell (UK 1995)

Screenplay: John Osborne, Charles Wood
Music: Henry Purcell

Musikeinspielungen durch Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiner

mit Simon Callow ... Charles II; Michael Ball ... Henry (Harry) Purcell; Rebecca Front ... Mary II; Lucy Speed ... Nell Gwyn; Letitia Dean ... Barbara Palmer (Lady Castlemaine); Nina Young ... Frances Purcell; John Shrapnel ... Samuel Pepys; Robert Stephens ... John Dryden; Terence Rigby ... Captain Henry Cooke u.a.

 
**** 1 DVD - Warner Classics  -  September 2007  ****
 

Henry Purcell - einer der wenigen zu Weltruhm gelangten genuin britischen / englischen Komponisten aus der Zeit des Barock - gehört bis heute fest zum Repertoire klassischer Konzerte mit dem Schwerpunkt Barock und auch seine beiden bekanntesten Opern Dido and Aeneas sowie King Arthur werden noch immer hier und da gespielt und sind in mehreren guten Einspielungen greifbar. Zum Teil auch auf DVD.

Was bislang, völlig unverständlicherweise, fehlte, war der grandiose Film, den John Osborne und Charles Wood um das Leben dieses musikalischen Genies konzipierten und der in den 1990ern auch, aber wie immer nur vereinzelt, im deutschen Fernsehen lief. Damals sogar in Synchronisation.

Insofern nicht hoch genug anzurechnen, dass dieses cineastische und akustische Genussstück nunmehr endlich Klassikbegeisterten zugänglich gemacht wird. Um so unbegreiflicher, dass man lediglich die rein britische DVD-Ausführung nun auf dem deutschen Markt einführt, ohne sich die sicher nicht so teuren Rechte an der deutschen Synchronisierung der Dialoge zu sichern. Das, wie auch die rein englischsprachige Broschürenbeilage, schmälert sicher das Verdienst Warners, hätte man sich doch für den kaufstärksten europäischen Klassikmarkt eine größere Beachtung der kulturellen Eigenart, die nun mal synchronisierte Filme eindeutig bevorzugt.

Dennoch ist der Film ein Genuss und bietet viele bombastische Spielszenen, die einfach nur gut sind. Der Klang hätte hier und da noch etwas verbessert werden können, möchte mir scheinen. Aber vielleicht erinnere ich mich auch nur falsch an die Erstausstrahlung im Fernsehen, die mir ausgewogener in Erinnerung ist. Aber da kann ich mich nach so langer Zeit auch irren.

Im Soundtrack des Films sind folgende Stücke zu hören:

- King Arthur: Come if you dare»
- King Arthur: Fairest isle»
- Music for the funeral of Queen Mary (excerpts)»
- Saul and the Witch of Endor: In guilty night»
- Sonata for trumpet and strings»
- The Married Beau: Overture»
- Close thine eyes and sleep secure»
- The Indian Queen: Adagio»
- Come, ye sons of art away: Sound the trumpet»
- King Arthur: Act III»
- Rondeau [Abdelazer (or The Moor's Revenge)]
- Come, ye sons of art, away»
- In our deep vaulted cell [Dido and Aeneas]

Wenn man Glück hat, erwischt man die seinerzeit einzig (und bei Erato) erschienene CD mit dem Soundtrack des Films noch antiquarisch.

Dirk Carius

*** weitere Info - Courtesy of Warner Classics ***

 
Die Regie für dieses einzigartige Filmdrama über den großartigen Komponisten Purcell führte Tony Palmer. Über das Leben des Komponisten weiß man nur sehr wenig, aber das Script von Charles Wood und dem bereits verstorbenen John Osborne, löst das Problem, indem es eine Gruppe von Schauspielern in den 1960ern auf eine Entdeckungsreise in das Jahr 1660 und das späte 17. Jahrhundert schickt, sprich: jene außergewöhnliche Epoche, in der Purcell lebte.

Aber die treibende Kraft hinter all der Dramaturgie ist und bleibt die Musik Purcells, wie der überwältigende Soundtrack zeigt, dessen Einspielung John Eliot Gardiner dirigierte.

In Memory of John Osborne

(Pressetext Warner Classics)


This British biopic attempts to chronicle the life of 17th-century tunesmith Henry Purcell. The filmmakers have had to do much speculating about Britain's first great composer, as little is known about his life back then. It is known that Purcell had been a chorister as a child and then became the court composer for three kings: Charles, James and William. Before his death at age 37, Purcell penned over 1,000 songs and sired a few children, most of whom died at birth. While little is actually known of Purcell, the film successfully recreates the tumultuous era in which he lived. Also running parallel to Purcell's story is a set in the 1960s when English society and values seemed to be rapidly eroding, just as they were in the composer's time. The story concerns a playwright's attempts to research the life of Purcell for his next play. In the last part of the film, several lavish musical numbers from Purcell's vast repertoire are presented. ~ Sandra Brennan, All Movie Guide

(http://movies.nytimes.com/movie/135627/England-My-England/overview)

 

1 DVD
Warner Classics 
September 2007

 

Interpretation & Klang:

       gut

Inszenierung        sehr gut

 

Letztes Update: 08.10.2007, 02.11 Uhr

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