Ponchielli, Amilcare (1834 - 1886)

 

LA GIOCONDA

Deborah Voigt (La Gioconda)
Elisabetta Fiorillo (Laura Adorno)
Ewa Podles (La Cieca)
Carlo Colombara (Alvise Badoero)
Richard Margison (Enzo Grimaldo)
Carlo Guelfi (Barnaba)

Orquestra Simfònica i Cor del Gran Teatre del Liceu
DANIELE CALLEGARI


*** 2 DVDs  -  TDK Europe  -  DVWW-OPGIOC  -  September 2006 ****


Der Name schon mal: Amilcare Ponchielli (man denkt ehrfürchtig an Hamilkar Barkas, den Vater des Hannibal; oder) - der allein müsste einen doch richtig neugierig machen, nur ist er im Klassikbereich noch einer derer, die es zu entdecken gilt. La Gioconda ist wohl das einzige Werk von Ponchielli, das sich im Repertoire der Opernbühnen immer mal wieder behaupten konnte. Und das obwohl die Uraufführung im Jahre 1876 an der Mailänder Scala zu einem fulminanten Erfolg geriet.

Aus seiner literarischen Grundlage,Victor Hugos Drama Angelo, tyran de Padoue in der Libretto-Bearbeitung von Arrigo Boito alias Tobia Gorrio, schuf Ponchielli ein prächtiges Gemälde der schönen und prunkvollen Stadt Venedig im 17. Jahrhundert, in der man sich vor dem schäbigen Hintergrund einer auf Intrigen, Rache und Verrat basierenden despotischen und korrupten Macht dem Luxus, den Festen und dem Karneval hingibt.

Sei es Gioconda, eine bescheidene Straßensängerin und Musterbeispiel für Güte und Großherzigkeit, sei es der ruchlose Spion Barnaba, der die Grausamkeit und Lügenhaftigkeit einer kranken Gesellschaft verkörpert oder sei es Enzo Grimaldo, ein charakteristischer Held des italienischen Melodrams – der widersprüchliche venezianische Charakter wird von den Hauptfiguren dieses leidenschaftlichen Melodrams prägnant verkörpert.

Ob aus der Werbung oder von Helmut Lotti als Schlager umgeschrieben: Der “Tanz der Stunden” ist ein Ohrwurm, genauso wie die Oper, aus der er entstammte.

La Gioconda ist nicht die einzige aber die einzig bekannte Oper des italienischen Komponisten Amilcare Ponchielli - und sie ist ein wahres Meisterwerk auf dem Weg ins Verissimo. Im Mittelpunkt steht eine Straßensängerin, die in ihrem Edelmut auf Ihren Geliebten verzichtet und diesem und seiner Liebsten das Leben und die Freiheit schenkt.

Die Aufnahme besticht durch das exzellente Sängerensemble und das filigrane, wenn auch manchmal etwas zaghafte Dirigat von Daniele Callegari.

Die Wagner-Diva Deborah Voigt in der Hauptrolle besticht durch wahnsinnige Bühnenpräsenz und dramatische Stimmgewalt. Der Mann an ihrer Seite Richard Margisson verkörpert den Enzo Grimaldo mit Souveränität, auch wenn er manchmal etwas blass wirkt. Zudem erscheint sein Lederkostüm nicht besonders authentisch in der an sich doch eher stimmig inszenierten Aufführung.

Die blinde Mutter Giocondas wirkt durch die eigentlich auf Hosenrollen spezialisierte Ewa Podles und ihr androgynes massiges Contralto etwas karikiert. Elisabetta Fiorillo, einst als stimmschwache Cieca zu hören, erscheint hier als eine wohlversierte Laura.

Einzig der Bösewicht Barnaba ist mit Carlo Guelfi etwas zurückhaltend, wenn nicht blass besetzt.

Insgesamt macht die Aufführung dem Teatro del Liceu mal wieder alle Ehre. Dirk Carius und David Thomaschvilli

Die DVD

Sound: DD 5.1 DTS 5.1 PCM-STEREO
Bild: 16:9
Untertitel: GB, D, F, I, E, Katalanisch

ca. 174 mins
mit Booklet in GB, D, F, I, E


Leben des Amilcare Ponchielli 
Die Opern des Herrn Ponchielli (karadar)

Libretto der LA GIOCONDA (in Italienisch; karadar)

Neben der Neueinspielung aus dem Liceu in Barcelona gibt es auch noch die ältere Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper von 1986 mit Eva Marton, Placido Domingo, Matteo Manuguerra auf DVD

 

  

2 DVDs
TDK Europe 
DVWW-OPGIOC 
September 2006

Spielzeit: 174 Minuten

Inszenierung
Interpretation 
Klang
Bild:

sehr gut
sehr gut
sehr gut
sehr gut

 

Letztes Update: 26.03.2007, 00.21 Uhr

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