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Händel, Georg Friedrich (1685 - 1759) |
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Serse (Xerxes) Dramma tragico per musica
Musikalische Leitung: Christoph Rousset Aufnahme aus der Semperoper Dresden (Dresdener
Musikfestspiele Juni 2000) Zu kaufen ab: 01.06.2005 Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch *** TDK *** Bei der Uraufführung am 15. April 1738 kläglich untergegangen und nach nur 5 (!) Vorstellungen abgesetzt, feiert die Oper für den persischen König Xerxes seit ihrer Wiederentdeckung bei den Händel-Festspielen in Göttingen im Jahre 1911 und 1924 eine wahre Renaissance und ist heute die zweithäufigst aufgeführte Händeloper! Nur Julius Cäsar ("Giulio Cesare in Egitto") kann noch mehr Aufführungen verbuchen.
Der Stoff des XERXES an sich ist alt, selbst in der Bibel wird der Perserherrscher Xerxes beschrieben. Herodot gibt ein eher ausführliches Porträt. Das schließlich auch Händel zugrunde liegende Libretto SERSE von Niccolò Minato wurde erstmals 1654 von Francesco Cavalli vertont und in Venedig uraufgeführt (Einspielung bei Harmonia Mundi 901 175-8 - 4 CD). Selbst einen deutschen Xerxes gab es – das von dem Hamburger Opern- und Oratoriendichter Christian Postel unter dem Titel DER MÄCHTIGE MONARCH DER PERSER,XERXES, IN ABYDUS wurde 1689 in der Vertonung von Johann Philipp Förtsch just in Hamburg, der Stadt, in der auch Händel eine gutes Jahrzehnt später zumindest kurzfristig wirken sollte, herausgebracht. Dieser Perserkönig von 480 v. Chr. also ist nicht einfach zu verstehen: einerseits schlägt er eine Brücke zwischen Asien und Europa (in eben jenem Abydus, in dem auch die Oper spielt), andererseits ist er derjenige, der mit seinen Heeren in Griechenland einfällt und somit Europa verwüstet. In dieser Oper jedoch bleibt weder von dem grausamen Feldherren, noch von dem visionären Politiker nichts oder nicht viel übrig. Vielmehr geht es, wie in der Barockoper üblich abermals um Liebe, Eifersucht, List, Betrug und andere Verwicklungen, die sich aber natürlich in einem glücklichen Ende auflösen. Die Handlung dieser Oper kurz gefasst: Xerxes ist durch eine Platane in romantische Stimmung versetzt und verfällt nur durch das Hören der in der Ferne singenden Romilda dieser Dame ganz und gar. Diese ist jedoch schon die Geliebte seines Bruders Arsamene, der sie, verständlicherweise, nicht mehr hergeben möchte. Weitere Spannung in das Dreieck bringt die ebenfalls in Arsamene verliebte Schwester der Romilda, Atalanta mit Namen, die alles daran setzt, nicht nur die beiden Liebenden auseinander zu bringen, sondern auch noch den König gegen die beiden aufzustacheln. Und schließlich haben wir Amastris (Amastre), die von Xerxes sitzen gelassene ehemalige Geliebte. Diese ist, als Soldat verkleidet, an den Königshof gekommen, um ihren Xerxes zurückzuerobern. Wie in vielen Opern des Barock, hat auch Händel die beiden wichtigsten Männerrolle mit auftrumpfenden Kastraten besetzt, was heutige Inszenierungen vor das Problem stellt, entweder auf in den Koloraturen nicht immer sichere Countertenöre zurückzugreifen (da hätte man das richtige Geschlecht) oder aber Frauenstimmen einzusetzen. Letzteres war das Mittel der Wahl für die Dresdener Inszenierung. Und ich muss sagen, die sonst so stark hervortretende Konfusion bezüglich der falschen Geschlechterrolle trat hier nicht so ein. Nicht dass man nicht merkt, dass Xerxes und Arsamene Frauen sind, aber es ist doch ziemlich gut versteckt. Auch die Mimik geht weit über typisch "Weibliches" hinaus. Gewöhnungsbedürftig ist das eher blasse, wenig farbige, gar nüchterne Bühnenbild, um so mehr, wenn man das eigentlich pompöse Ambiente des Saales der Dresdener Semperoper bedenkt Schwarz, Dunkelblau, Metallic, Grau und Weiß sind die beherrschenden Farben, selbst die liebliche Platane, von deren Schatten spendender Wirkung Xerxes in seinem berühmten Largo ganz gefangen genommen ist, wird durch ein nur baumgerüstähnliches Gebilde ohne Laub dargestellt, das zudem in einer durch seine Metallfarben stark Licht reflektierenden Konstruktion eingepfercht ist. Trotz dieser Schwäche kann man der Inszenierung einiges abgewinnen, insbesondere auch durch die ganz eigenwillige Bedeutung, die dem Baum im Laufe der Oper noch zukommen wird, oder durch die vielen gekonnt eingesetzten Effekte. Andererseits braucht man ja auch nicht unbedingt eine grellbunte Oper, wie man sie sich zu Barockzeiten vorzustellen hat. Stimmlich-gesanglich ist die Einspielung ein Vergnügen, welches wieder einmal beweist, dass es nicht nur die teuren Superstars sind, die einer Oper die richtige Größe verleihen. Besonders Paula Rasmussen in der Titelrolle und die Sopranistin Isabel Bayrakdarian in der Rolle der Romilda sind wahre Glanzpunkte am Sängerinnenhorizont. (Natürlich haben sie in ihrer Hosenrolle – und wohl auch so von ihrer Statur – nicht das Charisma einer Diva, aber das ist ja auch nicht zwangsläufig nötig.) Natürlich vermisst man bei Xerxes die seiner Person auch in dieser Oper zugeschriebene tyrannische Herrschsucht. D.C.
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1 DVD Spielzeit: ca. 160 Minuten
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr |
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