Händel, Georg Friedrich (1685 - 1759)

 

ALCINA - 1734   (HWV 34)

Dramma per musica in tre atti
Libretto von Anonymous, nach Vorlage von Riccardo Broschi "L'isola d'Alcina" und "Orlando Furioso" von Ludovico Ariosto

Alcina             Catherine Naglestad
Ruggiero        Alice Coote
Bradamante   Helene Schneiderman
Morgana         Catriona Smith
Oronte            Rolf Romei
Melisso           Michael Ebbecke
 

Staatsorchester Stuttgart 

Aufnahme aus der Staatsoper Stuttgart (1999)
Eine Produktion von SWR und Arte, produziert von EuroArts, Leipzig


Musikalische Leitung:  Alan Hacker
Inszenierung:            Jossi Wieler, Sergio Morabito
Ausstattung:             Anna Viebrock
 

Die DVD - Ausstattung

Zu kaufen ab: 11.02.2002
DVD-Bild:       16:9 PAL
DVD-Ton:       Dolby 5.1, PCM Stereo
Region Code:  RC 0
Untertitel:       GB, D, F, SP
Spielzeit:        159 Minuten

*** 1 DVD - Arthaus - 100 338 ***


Die Oper ALCINA entstand in etwa zur selben Zeit wie ARIODANTE und beide haben auch inhaltlich miteinander zu tun, erzählen sie doch beide unterschiedliche Episoden aus dem Leben des Rasenden Roland, jenes heroisch-komischen Ritterhelden aus dem Mittelalter. Auf Italienisch heißt das Ganze natürlich nicht der Rasende Roland, sondern Orlando Furioso.

Die Story rund um die Zauberin Alcina auf ihrer Insel entstammt dem sechsten und siebten Gesang des Orlando Furioso.

Und zumindest in der Legende und den boshaften Unterstellungen Orontes zufolge hat es Alcina faustdick hinter den Ohren. Nach ihm hat sie keinen Mann jeweils anbrennen lassen und wenn sie ihr zuwider waren, hat sie sie kurzerhand in Tiere verwandelt. Ihr aktueller Lover heißt Ruggiero und in der zweiten Szene des ersten Aktes berichtet er den beiden Neuankömmlingen in Alcinas Herrschaftsbereich auf deren Verlangen von ihrer beider Liebe. Als die beiden neu gekommenen Herren allein, gibt sich einer von ihnen, Ricciardo als Bruder von Bradamante, einer weiteren Schicksalsdame, die wiederum Ruggiero für seine Liebe zu Alcina verlassen hatte. Und eben dies will Ricciardo weder auf sich, noch auf seiner - vermeintlichen - Schwester sitzen lassen. Denn, wie sich später herausstellt, ist es eben Bradamante, die in den "Hosen" des Ricciardo steckt und Kopf und Kragen riskiert. Und nicht nur ihren.

Durch ihre flirtenden Blicke hat Bradamante alias Ricciardo Morgana in ihren Bann gezogen, deren eifersüchtiger Liebhaber Oronte (s. o.) fordert ihn daraufhin zum Duell, wird aber von eben jener Morgana an irgendwelchen finalen Lösungen gehindert. Als "Dank" trennt sich Morgana von Oronte (das hat man nun davon). Letzterer ist stinksauer und gönnt seinerseits auch Ruggiero nicht sein Glück und setzt eben die Gerüchte über die mannstolle Alcina in die Welt und macht ihm Angst, als nächster in ein Tier verwandelt zu werden, schließlich habe ja Alcina seit neuestem ein Verhältnis mit Ricciardo.

Keine feine Art, unliebsame Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, aber so und durch zahlreiche andere Verwirrungen gibt es wieder einmal genügend Stoff für zärtliche Liebesarien, gefolgt von furiosen Eifersuchtsszenen, Betörungsarien und Hasstiraden. Und das wiederum sorgt natürlich für reichlich Bewegung auf der Bühne.

Und eben jenes Liebesbünde und -abgründe werden auf der Bühne durch eine selten offenherzige Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito in sexuelles Knistern verwandelt. Wie bei den meisten Händel-Einspielungen aus neuester Zeit sind auch hier wieder ein beherzt spielendes Orchester mit einem einfühlsamen Alan Hacker am Dirigentenpult sowie ein ebenso engagiertes wie überzeugendes Ensemble hervorzuheben, dass gesangs- und orchestertechnisch nicht hinter den Einspielungen von Klassikgrößen wie Renée Flemming oder Joan Sutherland zurückstecken müssen.

Hervorzuheben ist Alice Coote in der Rolle des Ruggiero mit ihrer leidenschaftlichen, zu Liebesschwüren wie Intrigen gleich bereiten Mimik und entsprechend veränderten Vokalität. Eine glückliche Besetzung. Auch die in der Titelrolle brillierende Catherine Naglestad verdient durch ihre mühelos kommenden Hochtonkaskaden weitere Beachtung! D.C.



Links zur Oper

- Zusammenfassung des Geschehens
- das Original-Libretto in Italienisch
- und hier die gesamte Partitur

- hier noch eine Diskografie der bislang vorliegenden Alcina-Einspielungen

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- die DVD-Einspielung bei Arthaus
- CD-Gesamteinspielung (William Christie Susan Graham Renée Fleming) bei Erato/Warner (3 CDs)
- CD-Gesamteinspielung (Arleen Augér, Kathleen Kuhlmann) bei EMI von 1986 (3 CDs) - mit Hörproben!
- dieselbe EMI-Einspielung mit Arleen Augér als Midprice-Neuauflage vón 2006 - ohne Libretto
- Highlights aus Alcina / Julius Cäsar (Richard Bonynge Joan Sutherland, Margreta Elkins) bei Decca (3 CDs)

  

1 DVD
Label: Arthaus Musik
Katalog-Nr.: 100338

Spielzeit:          159 Minuten

Interpretation: 
Klang:
Inszenierung:

     sehr gut
     sehr gut
     bemerkenswert

 

Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr

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