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Belcanto - Die Tenöre der Schellackzeit |
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Enrico Caruso Folge 1 von "Die Tenöre der Schellackzeit". Die einstige Fernsehserie, die immer Sonntagmittag ausgestrahlt wurde, gibt es nun auf DVD-Video – die erste Folge mit sechs Tenören ist gerade erschienen. Es ist wunderbar, einige Tenöre der Vergangenheit in Ton und bewegten Bildern erleben zu können. Filmausschnitte, Szenen aus Bühnenauftritten, Berichte von Zeitzeugen und die Kommentare von Jürgen Kesting runden die Portraits ab. Ein Genuß für die Freunde herrlicher Tenorstimmen. Enrico Caruso wird am 27.2.1873 in Neapel geboren und stirbt dort auch am 2.8.1921. Er kommt aus ärmlichen Verhältnissen und bildet sich deshalb hauptsächlich autodidaktisch aus. Ab 1894 singt er an kleinen italienischen Bühnen, ohne großen Ruhm zu erlangen. Das ändert sich mit der Uraufführung der Oper Fedora (Giordano) am Teatro Lirico. Er wird von Petersburg und London eingeladen und reist 1903 erstmalig in die USA. Die Met wird zum Zentrum seiner Auftritte. Er tritt dort 17 Jahre lang in über 600 Vorstellungen in 36 verschiedenen Rollen auf. In folgenden Uraufführungen wirkt Caruso mit: Fedora (Giordano), L'Arlesiana und Adriana Lecouvreur (Cilea), La fanciulla del West (Puccini). 1921 kehrt er in seine Heimat zurück und stirbt kurz danach an einem Lungenleiden. Caruso war wohl der bedeutendste Sänger des 20. Jahrhunderts. Er besaß eine lyrische Tenorstimme, die aber zu großer dramatischer Steigerung aufblühen konnte. Auf über 200 Schallplatten kann man seine Stimme bewundern. Beniamino Gigli wird am 20.3.1890 in Recanati geboren und stirbt am 30.11.1957 in Rom. Mehr über Leben und Karriere ist unter Arien & Sängerportraits Beniamino Gigli - The very best of nachzulesen. Tito Schipa, geboren am 2.1.1889 in Lecce und am 16.12.1965 in New York verstorben, gibt 1911 am Stadttheater von Vercelli sein Debüt als Alfredo in Verdis La Traviata. Zwei Jahre später ist er bereits Gast am Teatro Colón von Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro. Im Jahr 1915 hat er seinen ersten Auftritt an der Mailänder Scala als Wladimir in der Oper Fürst Igor von Borodin. Wiederum zwei Jahre später wirkt er in der Uraufführung von Puccinis La Rondine an der Oper von Monte Carlo mit. Er ist für viele Jahre gern gesehener Gast an der Oper von Chicago, am Teatro Colón Buenos Aires, an der Mailänder Scala, an der zwanzig Jahre singt, in der Arena von Verona, an der Met, an der Oper von San Francisco. Auch bei Gastspielen in Moskau, Leningrad und Riga wird er gefeiert. Schipa hat bis ins hohe Alter gesungen und trat sogar mit 70 Jahren noch im Konzertsaal auf. Er besaß eine wunderschöne lyrische Belcanto-Stimme, nicht unbedingt mit großem Volumen, dafür aber äußerst tragfähig, von großer Mühelosigkeit, nuancenreich. Seine Phrasierungskunst, Ausdrucksweise und die Modulation seiner Töne waren von unbeschreiblicher Schönheit. Davon kann man sich auf dieser DVD überzeugen. Richard Tauber wird am 16.5.1891 in Linz an der Donau geboren und stirbt am 8.1.1948 in London an Krebs. Er will ursprünglich Dirigent werden, läßt dann aber doch seine Stimme ausbilden – auch wenn man ihm wenig Hoffnung macht, ein großer Sänger zu werden, da seine Stimme ein Zwirnsfaden sei. Die Ausbildung bei Karl Beines in Freiburg bringt dann aber doch den ersehnten Erfolg. 1913 debütiert er als Tamino in der Zauberflöte am Stadttheater von Chemnitz. Die Verpflichtung an die Dresdner Hofoper geht nahtlos über. Tauber singt in der Erstaufführung von Schrekers Der ferne Klang und die Premiere in Der Kuhreigen von Kienzl. Er wird Mitglied der Staatsopern von Berlin und Wien. In der Donaumetropole singt er bei der Premiere von Puccinis Turandot den Kalaf. Man feiert ihn bei den Salzburger Festspielen, in München, Berlin, Paris. Im Jahr 1924 lernt er den großen Operettenkomponisten Franz Lehár kennen und es entwickelt sich eine sehr fruchtbare Freundschaft. Lehár komponiert für seinen Startenor die Operetten Paganini, Der Zarewitsch, Friederike, Schön ist die Welt und Das Land des Lächelns. Allein die Rolle des Prinzen Sou-Chong aus der letztgenannten Operette singt Tauber über 700mal auf der Bühne. Dadurch fällt er bei den Opernfreunden in Ungnade. Dasselbe passiert ihm 1933 in Deutschland, da er Jude ist. Er muß Deutschland verlassen und geht nach England, wo ihm weiterhin großer Erfolg am Covent Garden und im Konzertsaal beschieden ist. Aus dieser Zeit stammen auch seine vielen Lieder mit englischem Text. Im Herbst 1947 singt er am Covent Garden mit dem dort gastierenden Ensemble der Wiener Staatsoper noch einmal den Don Ottavio im Don Giovanni von Mozart. Obwohl er bereits vom Tode gezeichnet ist, wird dies sein letzter großartiger Auftritt gewesen sein, wie Zeitzeugen noch heute berichten. Tauber hatte eine wunderschöne lyrische Stimme, die er immer nuanciert und intelligent im Ausdruck einsetzte. Er verstand sein Handwerk und hatte Ahnung vom Singen, war er doch nicht nur Sänger, sondern auch Dirigent und Komponist. Leo Slezak wird am 18.8.1873 in Mährisch-Schönberg geboren und stirbt am 1.6.1946 in Rottach-Egern. Er beginnt seine Laufbahn als Gärtner und Schlosser und läßt seine Stimme erst später ausbilden. Aber 1896 gibt er in Brünn schon sein Debüt als Lohengrin. Es folgen als Wirkungsstätte die Berliner Hofoper, das Opernhaus Breslau, der Covent Garden in London. Kein Geringerer als Gustav Mahler holt ihn an die Hofoper von Wien. In der österreichischen Hauptstadt wird er in insgesamt 44 verschiedenen Rollen zu erleben sein. Man bewundert ihn an der Opéra von Paris, an der Met, an den Hofopern von München und Berlin. Sein Repertoire beläuft sich auf 66 Rollen. Nach dem Gesang startet er eine zweite Karriere beim Film, u.a. in dem Film Heimat mit Zarah Leander und Heinrich George. Zur Feder greift er auch noch und verfasst einige humorvolle Schriften. Slezak zählte zu den größten Heldentenören des 20. Jahrhunderts. Eine enorme Fülle des Tones und ein strahlender Glanz waren die besonderen Merkmale seiner Stimme. Joseph Schmidt wird am 4.3.1904 in Davidende (Rumänien) geboren und stirbt am 16.11.1942 in einem Internierungslager in Girenbad (Schweiz). Er beginnt als Chorsänger in der Synagoge von Czernowitz. Eine Bühnenkarriere bleibt ihm auf Grund seiner geringen Körpergröße versagt. Nur ein einziger Bühnenauftritt ist ihm vergönnt: Im Januar 1939 singt er in Brüssel den Rudolfo in La Bohème (Puccini). Dafür hat er große Erfolge auf dem Konzertpodium, vor allem aber als Rundfunksänger, im Tonfilm sowie als Schallplattensänger. Auch er muß 1933 Deutschland verlassen, da er Jude war. Weitere Stationen seines Lebens können in der Rubrik Arien & Sängerportraits unter 'Joseph Schmidt - Alle EMI Aufnahmen' und 'Joseph Schmidt - Zum 100. Geburtstag' nachgelesen werden. A.L.
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1 DVD-Video Spielzeit: 170 Minuten
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr |
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