|
Bach, Johann Sebastian (1685-1750) |
|
Johann sebastian bach - leben und werk
Johann Sebastian Bach
.......... Christian Vadim In weiteren Rollen:
Erzähler Pierre
Semmler
**** 1 DVD - TDK - DV-DOCJSB - Januar 2007 ***** Eher nicht! Das wäre mein Ein-Wort-Urteil über diese Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm, der sich - zumindest nach dem deutschen Titel zu urteilen - das Ziel setzt, das Leben UND das Werk des vor allem als Leipziger Thomaskantors und deshalb Komponisten zahlreicher Kirchenkantaten, Motetten etc bekannt gewordenen, in Eisenach geborenen Begründers einer ganzen Musikerdynastie. So lobenswert erstmal das Ansinnen ist und ein anerkanntes Desideratum in jedem Falle, lässt dieser Realisierungsversuch doch einige Lücken spüren. Würde man den Titelbestandteil WERK streichen, träfe das den eigentlichen Inhalt sehr viel besser und man würde sich nicht fragen, wo denn selbiges in dem Film ist. Denn das Werk spielt allenfalls als Hintergrundmusik wirklich eine Rolle. Was das Biografische angeht, ist der Film aufschlussreich und kostümtechnisch auch ansprechend erschlossen. Die Filmszenen an sich sind aber auch zum Teil sehr lahm. Schließlich und endlich muss der Film natürlich ob seiner Kürze simplifizieren, wie man es z.B. am Schluss merkt, als Bachs Tod einzig und als sofortige Nachwirkung der Augenoperation durch den fahrenden Okulisten und selbsternannten Doktor Taylor dargestellt wird. Schließlich und endlich empfindet es der Rezensent störend, dass während des Filmes ein ständiger Wechsel der Sprache vorherrscht: alles vom Dokusprecher Gesagte ist in Deutsch, alle Spielszenen-Dialoge der Figuren in Original-Französisch mit deutschen Untertiteln. Warum man das nicht auch synchronisiert hat? Alles in allem kann sich der Rezensent also nicht der Empfehlung des Films durch die Neue Bach Gesellschaft in Leipzig anschließen. Da empfehle ich lieber die DDR-Filmreihe über den Thomaskantor. Vielleicht bringt die ja mal ein Label als DVD heraus oder eines der dritten Programme bringt sie mal wieder! Dirk Carius
Produktinformation: Eine Produktion von JSB Productions / Ahilio & Vincenza de Pagliara, lizensiert von JG Events. Regie: Jean-Louis Guillermou, Kamera: Laurent Fleutot. Bonus Feature: „The Making of...“
Entstehungsjahr:
2003
Untertitel:
Englisch, Deutsch Spieldauer: 105 Minuten (Spielfilm), 33 Minuten (Dokumentation „The Making of...“)
Hintergrundinformation / Pressetext - Courtesy of TDK Regisseur und Drehbuchautor Jean-Louis Guillermou greift bei der Schilderung von Bachs Leben auf bekannte biografische Fakten und Anekdoten zurück und zeichnet in seinem Film das eindringliche Porträt eines der größten Musiker aller Zeiten. Er bringt uns Johann Sebastian Bach als Menschen nahe – zwischen beruflichem Erfolg und Rückschlägen, in privatem Glück und in schwierigen Verhältnissen. Guillermous Blick auf Bach ist von Bewunderung vor einem zu Lebzeiten Verkannten geprägt. „Es war einmal...“ beginnt der französische Originaltitel und verweist damit nicht nur auf die Vergangenheit, sondern zugleich auf eine Erzählstimmung, die voller Ehrfurcht vor dem musikalischen Genie die Hauptfigur ein wenig in den Bereich des Legendenhaften, des Mythos entrückt. In prächtiger barocker Ausstattung evoziert der Film die wichtigsten Stationen und Menschen in Bachs Leben, musikalisch begleitet von zentralen Kompositionen Bachs. Er erfüllt historisch gesichertes Wissen mit seiner Vision einer entschwundenen Zeit und mit hinter den Fakten vermuteten Geschichten. Nicht zuletzt daher wird der Film auch von der Neuen Bachgesellschaft e.V., Leipzig empfohlen. Die Hauptfigur und seine beiden Ehefrauen werden von einem Dreamteam in Frankreich äußerst beliebter Schauspieler gespielt. Mit Christian Vadim, Sohn der Schauspielerin Catherine Deneuve, erhält Bach das Gesicht eines kämpferischen Komponisten, dem aber auch Momente der Resignation nicht fremd sind. Der Darsteller ähnelt einem nicht verifizierten Porträt aus dem Städtischen Museum Erfurt, das Bach als selbstbewussten Dreißigjährigen darstellt. Ihm zur Seite stehen zwei hochattraktive Frauen: Frédérique Bel als seine erste, verstorbene Ehefrau Maria Barbara und das russische Model und Fernsehmoderatorin Elena Lenina als Anna Magdalena. Mit dem Münchner Bach-Chor und -Orchester unter Karl Richter wird der Film von einer mittlerweile klassischen Bachinterpretation begleitet, die über Jahrzehnte wegweisend war. Bild und Ton bilden so eine gelungene künstlerische Einheit, um Leben und Werk dieses großen Musikschöpfers filmisch nacherleben zu können.
Johann Sebastian Bach wird von Christian Vadim verkörpert, einem äußerst beliebten französischen Schauspieler, Sohn von Catherine Deneuve und dem russischen Filmemacher Roger Vadim. 1963 geboren, begann er mit 20 Jahren in einer kleinen Rolle in einem Film seines Vaters und wurde schon 1984 von Éric Rohmer für die Hauptrolle in „Les Nuits de la pleine lune“ engagiert. 1999 spielte er neben seiner Mutter Catherine Deneuve die Rolle des jungen Bloch in „Le Temps retrouvé“ von Raoul Ruiz, für den er auch in „Combat d'amour en songe“ in 2000 und in „Ce jour-là“ 2003 eine Rolle übernahm. Christian Vadim ist außerdem regelmäßig in Theaterproduktionen auf Pariser Bühnen zu sehen. Anna Magdalena Bach wird von Elena Lenina gespielt. 1971 in Sibirien geboren, war sie schon in jungen Jahren in Russland ein Star. Gleichermaßen bekannt als Mannequin, Fernsehmoderatorin und Schauspielerin hat sie eine große Fangemeinde in ganz Europa. In einer Autobiographie hat sie ihren weiten Weg von Sibirien nach Paris beschrieben. Maria Barbara Bach stellt Frédérique Bel dar. Die 1975 geborene Französin hat in Straßburg moderne Literatur studiert und wurde in Frankreich vor allem durch Fernsehrollen bekannt. Buch und Regie führte Jean-Louis Guillermou. 1946 geboren, ist er als Schauspieler, Autor und vor allem Regisseur bekannt geworden. Nachdem er sich bereits 1990 mit dem Film „La Messe en si mineur“ einem musikalischen Thema gewidmet hatte, konnte er mit dem dokumentarischen Spielfilm zu Johann Sebastian Bachs Leben einen Erfolg verbuchen. 2006 wandte er sich dann mit „Antonio Vivaldi - prince à Venise“ erneut einem Meister des Barock zu.
Die Handlung: Seine Kindheit - Bach in Arnstadt und Lübeck Die Rückkehr nach Arnstadt Die Begegnung und Heirat mit Maria Barbara - Bach verlässt Weimar Aufenthalt in Weimar Auf dem Weg nach Köthen Der Tod von Maria Barbara Die Begegnung mit Anna Magdalena Die ersten Monate in Leipzig Probleme mit den Behörden - Erstaufführung der Matthäus-Passion Johann Sebastian Bach schwerkrank Bachs Tod nach einer unnötigen Operation Widmung an Johann Sebastian Bach
Der Vorspann zeigt die Beerdigung seines Vaters Johann Ambrosius im Februar 1695 in Eisenach. Der so mit knapp zehn Jahren zur Vollwaise gewordene kommt nun in die Obhut seines vierzehn Jahre älteren Bruders Johann Christoph nach Ohrdruf und wird von ihm zum Organisten ausgebildet. Dank eines Stipendiums kann Bach seine Schulbildung 1700 am Michaelis-Gymnasium in Lüneburg vollenden. Bei der Darstellung von Bachs Arnstädter Jahren zeigt Guillermou die Konflikte, die Bach unter anderem als anspruchsvoller Chorleiter des Lyzeums mit seinen Schülern hat: Als er einen von ihnen rügt, lauert der ihm im Dunkeln mit einem Knüppel auf – ein Vorkommnis, das in Wirklichkeit noch dramatischer war, weil Bach von fünf Primaner zusammengeschlagen wurde. Bachs Lübecker Aufenthalt bei Dietrich Buxtehude wird im Film durch eine bittersüße Romanze ergänzt: Buxtehudes junge und schöne Tochter Alexandra verliebt sich unsterblich in Bach, wird von ihm jedoch zurückgewiesen. Guillermou bezieht sich hier auf die Tatsache, dass Buxtehude Bach die Nachfolge für seine Organistenstelle an der Marienkirche anbot, was dieser jedoch ausschlug. Die Übernahme dieser Stelle war damals an die Bedingung geknüpft, die jüngste Tochter des Vorgängers zu heiraten – jedoch war sie tatsächlich neun Jahre älter als Bach. Bei der Schilderung der Weimarer Zeit stellt der Regisseur Bachs Dienstherrn Herzog Wilhelm Ernst in den Mittelpunkt. Er wird als fanatischer Lutheraner und Psychopath dargestellt, der Bach und seiner jungen Familie das Leben schwer macht. In der Tat war er ein skrupelloser Machtmensch, der Bach für vier Wochen inhaftieren ließ, als der ohne sein Wissen eine Kapellmeisterstelle in Köthen annahm. Doch ist es Bach in Weimar keineswegs nur schlecht ergangen. So verdoppelte Wilhelm Ernst beispielsweise zweimal sein Gehalt und ernannte ihn zum Konzertmeister. Bachs letzte Station in Leipzig als Thomaskantor und Leiter des Collegium musicum beschreibt der Film als Kulminationspunkt seiner Karriere, wiewohl es, wie hier auch angedeutet, erheblichen Probleme mit dem Stadtrat, dem Rektor der Thomaskirche und der Universität gab. Bachs Tod am 28. Juli 1750 schließlich wird im Film als unmittelbare Folge einer Augenoperation durch den reisenden Okulisten John Taylor dargestellt. Bach hatte sich bereits im Frühjahr zweier Grauer Star Operationen unterzogen. Die letzte war sogar erfolgreich, doch Bach war offenbar durch die Folgebehandlungen wie beispielsweise Aderlass und – wie man mutmaßt, auch Diabetes – schon so stark geschwächt, dass er Monate später einem Schlaganfall erlag. Der Epilog bietet einen kurzen Ausblick auf das Leben der Hinterbliebenen Bachs, insbesondere seiner begabten Söhne, und auf die Wiederentdeckung von Bachs Werk im 19. Jahrhundert durch Felix Mendelssohn Bartholdy.
Die Musik: Kantate "Ich will dir dein Kreuzstab gerne tragen BWV 56 Kantate "Ich habe genug" BWV 82 Kantate Actus tragicus "Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" BWV 106 Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21 Kantate "Herz und Mund und Tat und Leben" BWV 147 Kantate "Ich habe meine Zuversicht" BWV 188 Kantate "Christ lag in Todes Banden" BWV 4 Messe in h-moll BWV 232 Matthäus-Passion BWV 244
Interpretiert vom Münchner Bach-Chor und -Orchester Karl Richter, Dirigent Dietrich Fischer Dieskau, Edith Mathis, Janet Baker, Solisten _____________________________
Fantasia und Fuge g-moll BWV 542 Konzert d-moll für 2 Violinen BWV 1043 Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048 Konzert d-moll für 2 Violinen BWV 1043 Konzert c-moll für 2 Cembali BWV 1062 Konzert g-moll BWV 1058
Interpretiert vom Orchestre de Chambre de la Courée Ecole de musique de Collégiens et de Saint Thibaut Les Vignes Alexandre Levy, Cembalo, Orgel und Dirigent |
|
|
Spielzeit: 105 Mins
|
Letztes Update: 27.02.2007, 01.17 Uhr |
- Alle Angaben ohne Gewähr! - |