Maria Callas - Die Kunst der Selbstinszenierung

 

Maria Callas - Die Kunst der Selbstinszenierung

Bildband (Katalog) - Herausgegeben vom Deutschen Theatermuseum München

Verfasser: Gunna Wendt

Für Freunde der großen oder gar größten Operndiva des letzten Jahrhunderts dürfte dieser Katalog eine Fundgrube sein. Mit über einhundert Duotone-Abbildungen dieser einzigartigen Sängerin, die sie auf der Bühne oder privat zeigen, wird der Callas-Fan reichlich belohnt. Daneben gibt es noch ein biografisches Essay über den Werdegang der Maria Callas. Skandalgeschichten in aller Ausführlichkeit werden so gut wie ausgeklammert. Dafür erfährt der geneigte Leser mehr über die Karriere, angefangen mit dem ersten Auftritt als dreizehnjähriges Mädchen auf dem Schiff Saturnia. Das war im Februar 1937 während der Überfahrt von Amerika nach Griechenland. Ihr Programm: La Paloma und die Habanera aus Bizets Oper Carmen. Das ewig gespannte Verhältnis zu ihrer Mutter Evangelia wird näher beleuchtet, ebenso ihre ersten Gesangsstunden bei Maria Trivella, die sie später nie mehr erwähnen sollte. Dafür sprach sie in ihren Interviews von ihrer zweiten Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo mit weitaus mehr Enthusiasmus. Nun, galt sie doch als musikalisches Wunderkind und war auf allen großen Opernbühnen der Welt zu Hause. Auf drei Künstler, mit denen die Callas sehr eng zusammengearbeitet hat, wird besonders eingegangen. Da wäre einmal Tullio Serafin, seines Zeichens Dirigent, mit dem Maria Callas sich bestens verstand, mit dem sie viel und gerne gearbeitet hat. Eine künstlerisch sehr fruchtbare Begegnung - und wenn sie von Serafin sprach, geriet sie immer ins Schwärmen. Der Regisseur Luchino Visconti, eine weitere wichtige Begegnung im Leben der Callas, hat mit ihr fünf Opern inszeniert. Als dritter noch der Filmregisseur Pier Paolo Pasolini, der Maria Callas für die Titelrolle der Medea für seinen gleichnamigen Film verpflichtete. In Cherubinis Oper Medea hatte die Callas bereits 1953 große Erfolge zu verzeichnen. Hier, bei Pasolini, glänzte sie nicht als Sängerin, sondern als außergewöhnliche Schauspielerin. Ein Markenzeichen, durch das sie sich in all ihren Opernpartien auszeichnete. Und damit kommt das Buch zu drei ganz großen Operngestalten, mit denen die Callas glänzte und die die Schar ihrer Verehrer immer größer werden ließen: Norma, Violetta (La Traviata) und Tosca. Begrüßenswert ist, dass es im Anhang ein detailliertes Aufführungsverzeichnis gibt, so dass die künstlerischen und sängerischen Stationen der Callas, beginnend 1938 und 1974 endend, genauestens verfolgt werden können. Insgesamt ein herrlicher Bildband über Maria Callas, der mir ausnehmend gut gefallen hat.  A.L.

 

  

1 Katalog (Bildband)
Verlag: Henschel-Verlag
ISBN-13: 978-3-89487-537-4

Seitenzahl: 176

Ladenpreis: 29,90 €

Aufmachung & Inhalt: 
Bildmaterial:

sehr gut
sehr gut

 

Letztes Update: 27.02.2007, 01.16 Uhr

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