Sammartini, Giuseppe (1693-1750)

 

Giuseppe Baldassare Sammartini (1693-1750)

Sonate Per Flauto e Basso Continuo

Maurice Steger (Blockflöte)

mit Sergio Ciomei (Cembalo) Margret Köll (Harfe) Mauro Valli (Violoncello) Christian Beuse (Basson) Eduardo Egüez (Theorbe, Gitarre) Naoki Kitaya (Orgel)
Maurice Steger (Dirigent)


*** 1 CD - Harmonia Mundi - HMC 905266 - Dezember 2007 *** (Tracklist s. unten)


 

Virtuosität muss nach dieser CD neu erfunden werden! Diese CD schlägt ein wie eine Bombe!

Was Maurice Steger mit seinem Organ und seinen wendigen Fingern aus der Bockflöte herausholt und vor allem was Giuseppe Sammartini ihm an Hörergüsse hervorrufenden Klangerlebnissen aufs Papier gebracht hat, ist so schnell nicht zu toppen.

Die CD und die Sonaten für Blockflöte, die hier eingespielt wurden, sollten ihren Stammplatz in den Top 10 der Bläserliteratur finden.

Gewachsen indes werden diesen Noten nur die Besten der Besten sein, so verzwickt und flink wie hier neue Töne ergriffen werden müssen. Steger macht das souverän und bietet auf der ganzen CD nicht einen Patzer - und Problemstellen gäbe es hier wahrlich genug. Und so hat es mehr als seine Berechtigung, dass man Steger auch als "Weihnachtsmann"-Gabe auf die November/Dezember-Ausgabe des Harmoni-Mundi-Kundenmagazins gewählt hat. Nett anzusehen ist er ja obendrein.

Eine Rundherum - und - Unbedingt - Empfehlung!!!

Dirk Carius

 


*** Harmoni-Mundi-Kundenmagazin 11-2007 ***

Man hat Maurice Steger als „Paganini der Blockflöte“ gepriesen, aber dieser direkte Vergleich mit dem genialen Geiger ist dem jungen Künstler nicht sonderlich sympathisch. Steger beweist allerdings Humor: Der Ausdruck „Teufelsflöter“ gefällt ihm gleich bedeutend besser, lag doch in Paganinis Beinamen „Teufelsgeiger“ etwas von dem unheimlichen Zauber, mit dem der legendäre Virtuose sein Publikum im Bann hielt.

Die Blockflöte ist das Einsteigerinstrument ins Reich der Musik, tapfer ertragen die übrigen Familienmitglieder die selten harmonischen ersten Schritte ihres musikalischen Nachwuchses. Schwer hat das Instrument überdies am hartnäckigen Vorurteil zu tragen, für viel mehr als die Hausmusik und den Blockflötenkreis der Kirchengemeinde nicht zu taugen. Das ist nicht gerade der Humus, auf dem Virtuosenlegenden gedeihen. Maurice Steger, 1971 im schweizerischen Winterthur geboren, kam auf Umwegen zu seinem Instrument: Der Wunsch des Neunjährigen, es seinen musikalischen Klassenkameraden gleichzutun und auch ein Instrument zu lernen, führte geradewegs zur Blockflöte (wie konnte es anders sein) – und in die Sackgasse. Das Klavier und die Querflöte wiesen den Weg aus den motorischen Problemen mit dem Erstlingsinstrument. Kammer musikalische Aktivitäten seiner Musikschule führten den jungen Steger zur Blockflöte zurück und ließen die Alte Musik zu einer Passion werden.

Sein Studium in Zürich bei Pedro Memelsdorff und in der Meisterklasse von Kees Boeke schloss Steger 1995 „mit höchster Auszeichnung“ ab; es folgten mehrere Kultur- und Wettbewerbspreise, so 2002 der renommierte Karajan-Preis der Eliette von Karajan Kulturstiftung. Schon zu Studentenzeiten entfaltete Maurice Steger eine intensive Konzerttätigkeit, die ihn seither regelmäßig in die bedeutenden Musikzentren Europas führte: London, Rom, Madrid, Berlin, Zürich…

Seinen Ruf als souveräner Virtuose und makelloser Techniker empfindet Steger durchaus zweischneidig: Einerseits verblüfft die „so kleine, einfache, auch ein bißchen primitive“ Blockflöte (wie Steger selbst sagt) stets aufs neue durch ihre immense Vielfalt, und darin liegt auch ein Anreiz für seine Spielfreude, der sich technische Probleme nie wirklich in den Weg gestellt haben. Andererseits sollte die reine Virtuosität die musikalischen Qualitäten nicht in den Schatten stellen, wie Steger am Beispiel des Violinparts in Bachs viertem Brandenburgischen Konzert verdeutlicht: „Wenn solche instrumentalen Figurationen bei Vivaldi stehen, erntet man im Konzert Bravorufe. Bei Bach gibt es nur noch so viel musikalisches Material drumherum, daß der an sich virtuose Geigenpart nicht vordergründig er - scheint.“

Mit hintergründigen, innovativen Programmen, die von der Alten Musik bis zur Uraufführung zeitgenössischer Werke führen, ist es Maurice Steger gelungen, sich als international führender Blockflötist der jungen Generation zu etablieren. Und gerade in der Vereinigung von virtuoser Brillanz mit musikalischer Tiefe erweist er sich als „Teufelsflöter“, und dieser Ausdruck hat durchaus etwas „Cooles“, wie Steger selbst findet.


Biografie Maurice Steger  http://www.mauricesteger.com/

Der Schweizer Maurice Steger gehört weltweit zu den tonangebenden Blockflöten-Virtuosen und beliebtesten Solisten seiner Generation.

Geboren in Winterthur, studierte er an der Musikhochschule Zürich, wo er u.a. von Pedro Memelsdorff unterrichtet wurde und von 1991 bis 1994 seine Studien in der Meisterklasse von Kees Boeke fortsetzte. Nach weiteren Ausbildungsstationen in Europa schloss Maurice Steger 1995 sein Solistendiplom «mit höchster Auszeichnung» ab, gewann in der Folge mehrere Kultur- und Wettbewerbspreise, darunter den Friedrich Hegar Preis sowie im Jahr 2002 den hoch dotierten Karajan-Preis des Eliette von Karajan Kulturfonds. Seine instrumentalen Studien ergänzte Steger mit Unterricht in Direktion bei Marcus Creed in Stuttgart. Bereits während seines Studiums begann Maurice Steger eine rege Konzerttätigkeit, die ihn seither regelmässig in die bedeutenden Musikzentren Europas führte: Wigmore Hall London, Accademia Santa Cecilia Rom, Berliner Philharmonie, Teatro Real Madrid, Konzerthaus Berlin, Tonhalle Zürich, Kultur- und Kongresshaus Luzern, Musikhalle Hamburg, Gewandhaus zu Leipzig. Anfang Juni 2003 eröffnete er im Rahmen einer ausgedehnten Südamerika-Tournee das Musikfestival im brasilianischen Belem.

Als Solist ist er gefragter Gast von den führenden historischen Originalklang-Ensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin, der Musica Antiqua Köln, dem Barockorchester Europa Galante, der Accademia Bizantina oder I Barocchisti. Gleichzeitig musiziert er ebenso intensiv mit modernen Kammerorchestern, ist Solist bei den London Mozart Players, den Berliner Barock Solisten, bei der Cappella Istropolitana, beim Württembergischen Kammerorchester und beim Zürcher Kammerorchester, das er zudem in einigen Projekten auch leitet. Wiederholt ist Maurice Steger zusammen mit namhaften Künstlern wie Hilary Hahn, Rainer Kussmaul, Igor Oistrakh, Marcus Creed, Jörg Faerber, Fabio Biondi, Sandrine Piau, Howard Griffiths , Andrew Manze, Diego Fasolis, Albrecht Mayer oder Ruth Ziesak aufgetreten.

In den Rezitals mit vornehmlich barocker Musik wird er regelmässig vom Continuo Consort und Naoki Kitaya, Alexander Weimann, Sergio Ciomei und Markus Märkl begleitet. In seinen Konzerten engagiert sich Maurice Steger immer wieder für innovative Programmkonzepte und setzt sich ebenso beherzt für selten gespieltes Repertoire ein – von Alter Musik bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Werke.

Besondere Resonanz fand sein Kinderprojekt Tino Flautino, ein Musikmärchen für Kinder ab 4 Jahren, das bei Philips auch als CD-Einspielung vorliegt. Hinzu kommen mehrere international ausgezeichnete CDs, darunter An Italian Ground, An English Collection, La Castella, Solos und Trios von Telemann sowie Blockflötenkonzerte von Vivaldi.

Die Flötenquartette von Telemann hat Maurice Steger mit Reinhard Goebel und der Musica Antiqua Köln für die Deutsche Grammophon eingespielt.

Im Frühling 2006 erschienen ist seine CD mit den Solokonzerten von Telemann für Harmonia Mundi, mit der Akademie für Alte Musik Berlin. Die Aufnahme erfreut sich weltweit grosser Beachtung bei Publikum und Fachpresse und wurde mit den wichtigsten Preisen (Diapason d'or, Fono Forum, Choc du monde de la musique, Amadeus i migliore del mese, Classicstoday 10/10, Toccata, Figaro, les 10/10 du mois classicstoday france) ausgezeichnet. Maurice Steger lebt in Zürich und gibt sporadisch Meisterkurse in Europa und Übersee.


Tracklist

Giuseppe Baldassare Sammartini (1693-1750)

Sonate Per Flauto e Basso Continuo

Time: 72'39

Sonate op. 2, no. 3 e-moll 1.
(1) 1. Allegro
(2) 2. Andante
(3) 3. Minuet

Sonate no. 21 B-Dur
(4.) 1. (Allegro)
(5.) 2. Adagio
(6.) 3. Allegro

Sonate op. 2, no. 4 G-Dur
(7.) 1. Andante
(8.) 2. Allegro
(9.) 3. Affetuoso
(10.) 4. Allegro assai

Sonate no. 23 F-Dur
(11.) 1. Andante
(12.) 2. Allegro - Adagio - Allegro - Adagio - Allegro
(13.) 3. Adagio
(14.) 4. Andante

Sonate op. 13, no. 5 g-moll
(15.) 1. Andante
(16.) 2. Presto
(17.) 3. Minuetto 1 - Minuetto 2

Sonate op. 13, no. 1 G-Dur
(18.) 1. Andante
(19.) 2. Allegro assai
(20.) 3. Adagio
(21.) 4. Allegro assai

Sonate op. 13, no. 4 G-Dur
(22.) 1. Andante
(23.) 2. Allegro
(24.) 3. Adagio
(25.) 4. Minuet
 

s. auch CD-Tipp BR
s. auch CD-Tipp NDR



Pressefotos 1-3 (c) Kasskara



Pressefoto 4 (c) Ketterer

 

*** 1 CD
Harmonia Mundi
HMC 905266

Dezember 2007 ***

 

Interpretation:
Klang:

herausragend 
herausragend  

 

Letztes Update: 23.12.2007, 18.29 Uhr

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