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Philippe Jaroussky (*1978) |
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Une Concert pour Mazarin "Acclamate de terra" (Maurizio Cazzatti) Philippe Jaroussky, Countertenor ***** Virgin Classics / EMI 19.02.2004 - 7243 5 45656 2 5 ****
Aber wie auch schon in Italien nicht wenige Kardinäle eifrige Beförderer der Künste waren und z.B. die italienische Oper sich durchsetzen und einem jungen Händel zum Durchbruch verhalfen, fühlte sich Mazarin dieser Tradition verbunden und tat einiges zur Bereicherung des französischen Kulturlebens. Z.B. indem er zahlreiche italienische Künstler, darunter auch viele Musiker nach Frankreich und an den Hof des Königs holte. Natürlich ist seine Italienverbundenheit nicht von ungefähr, hat er doch, Giulio Mazzarini, auch selbst italienische Vorfahren. Einige dieser Kulturschaffenden würdigt der supreme Countertenor Philippe Jaroussky in seiner neuesten Einspielung, die Entdeckungen italienischer Komponisten aus französischen Autografensammlungen des 17. Jahrhunderts vereint - darunter von Maurizio Cazzati. Allein schon welch ein Name! Brossard, in dessen Sammlung das "Acclamate de terra" gefunden wurde, das die CD mit einem ephebisch vom Himmel herabklingenden Lobpreis einleitet, schrieb über ihn: "Dieser Komponist ist für die Schönheit und Güte seiner Musik zu bewundern, mehr noch aber für die erstaunliche Fruchtbarkeit seines Genius." Das zweite Cazzati-Stück auf dieser Scheibe - "Capriccio e ciaccona" (Track 10) - unterstreicht diese Aussage vollkommen. Neben diesem bodenständigen Werk sind natürlich Gesänge an die Jungfrau Maria dabei, denen Jaroussky ja 2006 eine weitere eigenständige CD widmet. Aber auch eher antiklerikale Stücke wie das anonyme "Madre, non mi far monaca" (Mutter, schick mich nicht ins Kloster), das nach einer generellen Unwillensbekundung mit den glänzend bissig intonierten Worten endet "Che posse la crepar" (Möge sie [die Äbtissin] doch verrecken!) Gewohnt tonsicher und mit einer Rein- und Weichheit von den höchsten bis hin zu den tiefsten Tönen (einen Stimmumfang hat der Mann - phantastisch!), wie man sie sonst nur selten findet, stellt der erst 1978 geborene Franzose Philippe Jaroussky nach Einspielungen von Klassikern hier Stücke vor, die es in der Mehrzahl erstmals zu entdecken gilt - und dann gleich noch in dieser Qualität, so dass die Scheibe zu einer Referenzaufnahme erkoren werden kann! Beim Hören der Scheibe entflieht man der Welt, besteigt die Flügel göttlichen Gesangs und schaut gleichsam von oben auf sich und die Welt herab. Wünschen wir uns weitere solche gesanglichen Ergüsse und wünschen dem auch optisch mehr als verlockenden Künstler eine lange Karriere und treue Fangemeinde. Und der neuen, ansprechend aufgemachten CD eine rege Käuferschaft. D.C.
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Biografie Philippe Jaroussky (EMI)
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© Foto Ana Bloom
© Foto: Marc Ribes & Albert Vo Van Tao (04/2006) |
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1 CD Spielzeit: 60'48''
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