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Händel, Georg Friedrich (1685-1759) |
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Clori, Tirsi e Fileno Suzie LeBlanc (Clori) Lautten Compagney *** 1 Hybrid SACD - New Classical Adventure - Vertrieb Harmonia Mundi - NCA 60188 - April 2008 *** Eine großartige Einspielung in einer Besetzung, die einfach traumhaft ist. Wolfgang Katschers Lautten Compagney, 1984 von ihm noch während des Studiums gegründet, hat in den letzten Jahren immer mehr mit szenischen Spektakeln aus der Zeit des Barock, mit Gastsängern und -sängerinnen auf die Bühne gebracht, für Furore und volle Konzertsäle gesorgt. Diese Einspielung der Kantate für 3 Gesangsstimmen mit Minimalbegleitung entstand im Rahmen der Halleschen Händel-Festspiele im Goethetheater in den Historischen Kulturanlagen in Bad Lauchstädt, in der Nähe von Merseburg, einem der wenigen original erhaltenen Minitheater aus der Zeit des Barock mit sehr intimer Atmosphäre. Auch wenn die Aufnahme schon aus dem Jahr 1997 ist, wird die CD / SACD sicher erst in ihrer Neuaufmachung in diesem Jahr, also reichlich 10 Jahre später, einer größeren Öffentlichkeit näher bekannt werden - sicher auch, weil NCA nunmehr durch Harmonia Mundi vertreten wird und somit in deren weit verbreiteten Monatsheft gefeaturet wird (siehe auch unten!). Zu wünschen ist dieser Aufnahme ein breites enthusiastisches Publikum allemal! Durch die innovative Hybrid-SACD -Technologie wird der so schon erstklassige Ton noch weiter gepusht und man kann sich von der ersten bis zur letzten Note nur erfreuen. Kantate indes ist schon fast untertrieben, ist dieses fast 77 Minuten lange Stück doch auch von seiner Handlung schon eine kleine Miniaturoper. In Rom entstanden spielt sie im für die Barockzeit sehr typischen Arkadien oder zumindest dessen Milieu. Schäferin Clori liebt die Hirten Tirsi und Fileno und eröffnet damit einen allseits und bis heute beliebten Dreieckskonflikt um Liebe, Leiden, Eifersucht. Neben zahlreichen Soloarien, die einfach Klasse sind (zum Beispiel Cloris Va col tanto oder Tirsis Povera fedelta) ist sicher das berühmte Duett Scherzando sul tuo volto ein wahrer Höhepunkt dieser Einspielung. Die starke, stets treffsichere Suzie LeBlanc und Countertenor David Cordier in der Alt-Rolle des Fileno machen dieses Stück zu einem Hochgenuss und stechen fast schon Joyce DiDonato und Patricia Ciofis Interpretation auf ihrer Händel-Duette-CD "Amor e Gelosia" unter Alan Curtis aus. Schließlich sei noch auf Ausnahme-Sopranist Jörg Waschinski (gut, die langen Haare sind Geschmacksache, auch wenn sie zum Barock passen) besonders hingewiesen - Hier verschwimmen auch die Geschlechterrollen bzw. eindeutigen Identifikationen! Eine Empfehlung aus ganzem Herzen! *** Pressetexte - Aus dem Kundenjournal von Harmonia Mundi Nr. 4 / 2008 ***
„In unserer Stadt ist ein Deutscher angekommen, ein ausgezeichneter Cembalospieler und Komponist, der heute seine Geschicklichkeit bewiesen hat, indem er die Orgel in der Kirche S. Giovanni spielte und allgemeines Erstaunen hervorrief.“ Dieser Tagebucheintrag des römischen Bürgers Valesio vom 14. Januar 1707 dokumentiert Händels erstes Auftreten in Rom. Wie viele andere deutsche Komponisten hatte es auch Händel ins gelobte Land der Musik gezogen. Zuvor hatte sich der ehemalige Hallenser Jurastudent, der nach dem Willen seiner Familie keinesfalls Musiker werden sollte, schon als Komponist in Hamburg mit italienischen Opern einen Namen machen können. In Italien lernte der 22jährige indessen eine völlig andere Kunstwelt kennen: Mäzene wie die Kardinäle Panfili, Ottoboni und Colonna oder der Marchese Ruspoli betrieben in ihren Palästen großzügige Förderung der Künste. Sie beschäftigten glänzende Gesangsvirtuosen und unterhielten eigene Kapellen, in denen hervorragende Instrumentalisten wie beispielsweise Arcangelo Corelli wirkten. Zwar waren im Kirchenstaat alle Opernaufführungen untersagt, doch wussten die geistlichen Musikliebhaber Auswege, sich das „sündige Musiktheater“ in anderer Form zu Ohren zu führen: In halbprivaten szenischen Aufführungen gingen in ihren Palästen Kantaten und Oratorien über die Bühne. Händels Werke in diesen Gattungen wie Clori, Tirsi e Fileno gehörten zu den Lieblingen der römischen Gesellschaft und machten ihn so berühmt, daß man ihn bald mit dem Beinamen „il caro Sassone“, der geliebte Sachse, ehrte.
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1 Hybrid SACD New Classical Adventure Vertrieb Harmonia Mundi
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Letztes Update: 23.04.2008, 22.03 Uhr |
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