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Vivica Genaux |
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ARIEN VON HÄNDEL UND HASSE
Händel: Arien aus Hasse: Arien aus Vivica Genaux (Sopran)
2003 stellte sich Vivica Genaux mit ihrer ersten Solo-CD bei Virgin Classics vor, wie jede junge Sopranistin (oder doch Mezzo?) zunächst mit originär italienischen BelCanto-Arien, in ihrem Falle von Rossini und Donizetti. Schon bald jedoch hat sich die die junge, aus Alaska stammende Amerikanerin auch auf einem anderen Gebiet einen Namen gemacht, nämlich dem der Alten Musik. Und das mit durchaus beachtlichem Erfolg. In der 2005 erschienen Ersteinspielung von Vivaldis Oper Bajazet - ausgezeichnet mit einem ECHO Klassik 2006 - glänzte sie in der Rolle der Irene. Davor zeigte sie ihr Können als in dem fantastischen Oratorium von Alessandro Scarlatti La Santissima Trinità" (Virgin) sowie diversen Händeleinspielungen: - Arminio
(Virgin 2001) Ein sicher besonderes Unterfangen, das neben vielen Lobes auch einige kritische Stimmen erfahren hat, waren der Genaux Einspielungen von Arien des wohl berühmtesten Kastraten aller Zeiten Farinelli, des Ziehsohnes des oft vergessenen Nicola Porpora. Was jener für einen Stimmumfang gehabt haben muss und welche Stimmgewalt kann man nur erahnen bzw. sich anhand historischer Schilderungen vorstellen versuchen, das einzigartige Talent der Kastraten Publikumsscharen in Ekstase zu versetzen und zu Massenhysterien zu treiben, erleben wir wohl heutzutage eher bei Boy Groups. Naja, vielleicht sind ja auch an den alten Schilderungen gewisse Übertreibungen zu eigen. Einen Einblick, was eine hohe Männerstimme zu leisten vermag vermittelt übrigens der ebenfalls bei Virgin unter Vertrag stehende französische Countertenor Philippe Jaroussky, der für die Interpretation von Farinelli-Arien sicher noch prädestinierter gewesen wäre, der aber zunächst bescheidener war, im Januar 2007 jedoch mit einem fulminanten Best Of von stürmischen und besinnlichen Heldenarien aus Opern Vivaldis auftrumpft, einer musikalischen Kostbarkeit ersten Ranges! Doch zurück zu Vivica Genaux. In ihrem neuesten Album widmet sie sich wiederum barocken Arien, und auch hier wieder sehr anspruchsvollen Stücken: alle wurden von Händel und Hasse für einen der Konkurrenten Farinellis, den nicht minder berühmten und für beide jedenfalls erreichbaren Kastraten Giovanni Carestini geschrieben. Auch dieser muss einen sagenhaften Stimmumfang und die Stimme einen verzaubernden Klang gehabt haben, anders ist die Massenwirkung seinerzeit nicht zu verstehen. Das Besondere indes an der gesamten Vortragskunst Carestinis war sein Vermögen, feinste emotionale Nuancen in seiner Stimme zu kristallisieren und damit das Publikum zu begeistern. Wiederum also kein leichtes Brot, was sich die Genaux vorgesetzt hat und leider bewältigt sie das ihr vorgelegte Repertoire nicht von vorn bis hinten perfekt. Besonders die Hasse-Arien geben ihr einige Nüsse zu knacken. Aber es ist anzuerkennen, DASS sich eine einzige Sängerin den Herausforderungen, die Händel und Hasse an sie stellen, stellt und DASS sie über weite Strecken Hörgenuss pur bietet. Bei einige Stücken ist sie an einigen Stellen jedoch schon an die Grenzen ihres Stimmumfanges gestoßen, was die von ihr selbst getroffene Auswahl um so unverständlicher macht. Sicher, man weiß nicht, wie makellos Carestini war und ganz sicher hat man auch bei den Gesamteinspielungen von Alcina und Orlando die selben Knackpunkte. Das soll jetzt bitte nicht heißen, dass das Album in Gänze schlecht wäre. Um Gottes willen, da sind schon einige kleine Juwelen drauf. Aber am Gesamteindruck sind dennoch Kratzer - und das ist bedauerlich. D.C.
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CD Virgin Classics/EMI 7243 5 45727 29 Spielzeit: 72 Minuten
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.16 Uhr |
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