Max Emmanuel Cencic (Countertenor, Sopranist)

 
ROSSINI

01 AURELIANO IN PALMIRA: Ouvertüre
02 Perché mai le luci apprimo (Arsace)
03 TANCREDI: Ouvertüre
04 Oh patria! ... Di tanti palpiti (Tancredi)
05 SEMIRAMIDE: Ouvertüre
06 Eccomi ... Ah, quel giorno (Arsace)
07 In si barbara sciagura (Arsace & Chor)
08 LA DONNA DEL LAGO: Mura felici (Malcolm)
09 Quelle spietate ... Ah si pera (Malcolm)

Orchestre de Chambre de Genève
Michael Hofstetter

*** 1 CD - Virgin / EMI Music - 3857882 - 18. April 2008 ***

Ich wollte es nicht glauben, als ich in dem äußerst zu empfehlenden Interview, das Ausnahme-Countertenor Max Emmanuel Cencic anlässlich der Veröffentlichung seines neuesten Soloalbums, diesmal bei Virgin, dem Klassikmagazin RONDO (Heft 2 / 2008, S. 10-11) gegeben hat: Da hat man seine neueste Scheibe dem anerkannten High-End- und aus dem Fernsehen bestens bekannten Kritiker und Opernspezialisten Karl-Dietrich-Gräwe als Blind-CD vorgelegt und um seine Meinung gebeten und er hat die Sopranistin über den grünen Klee gelobt.

Sollte es wirklich möglich sein, dass sich Countertenöre nicht nur dem weiblichen Timbre annähern, sondern in der Tat zum Verwechseln imitieren? Nach zweimaligem Hören kann ich bestätigen: es geht. Es ist einmalig, wie Cencic diese Rossini-Sopranarien hinschmettert, da gehen einem Schauer über den Rücken - ein Genuss sondersgleichen!

In dem Interview für RONDO spricht Cencic (der auf dem Foto wirklich richtig niedlich rüberkommt) ausführlich über das Verschwimmen von Geschlechtergrenzen, über das Spiel damit auf der Bühne wie auch über die immer noch vorhandenen Bedenken bei Intendanten wie künstlerischen Leitern, Countertenöre zu besetzen.

Cencic wird unterstützt und begleitet von einem fulminant aufspielenden Kammerorchester Genf unter makelloser Leitung von Michael Hofstetter, das neben der Begleitung der Arien auch mit einigen Ouvertüren glänzt. (Das verwirrt beim ersten Hören, erwartet man doch ein Soloalbum des Sängers ...)

Warum nur? Das ist ein einzigartiges Klangerlebnis - und nicht nur diese CD herzlichst anempfohlen.

Dirk Carius

Übrigens: Zuletzt war Cencic bei EMI in der sagenhaften Einspielung der Urfassung von Händels Sosarme (Fernando, Re di Castiglia) zu hören und im Mai 2008 gibt es hier eine ganz einzigartige Einspielung: die einer Barockoper mit ausschließlich Countertenören - nämlich Stefano Landis IL SANT ALESSIO (auf DVD!)
 
 

 

*** EMI / Virgin Pressetext ***

Die Hosen an:
Der Mezzosopran Max Emanuel Cencic Wenn man über einen Mann sagt, er habe die Hosen an, dann klingt das erstmal etwas merkwürdig. Schließlich wird die Formulierung meist bei besonders durchsetzungsstarken Frauen benutzt. Doch bei Max Emanuel Cencic und seiner Aufnahme verschiedener Arien von Gioacchino Rossini hat sie durchaus ihren Sinn.

„Hosenrollen“, so nennt man in der Oper männliche Alt- oder Sopranrollen, die im 20. Jahrhundert aber immer von Frauen gesungen wurden. Dabei war das zu ihrer Entstehungszeit noch ganz anders. Gerade heroische Partien in seinen Opere serie schrieb Rossini in der Regel für männliche Soprane – Kastraten, die lange Zeit die gefeierten Stars der Opernbühne waren.

Max Emmanuel Cencic musste sich natürlich nicht mehr der schmerzhaften Prozedur mit dem Skalpell unterziehen, um seine Sopranstimme bis ins Erwachsenenalter zu bewahren. Er, der bereits mit sechs Jahren zum ersten Mal auf der Bühne stand – im kroatischen Fernsehen sang der damals die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ - lernte durch gezieltes Training der Muskeln in Hals und Kehlkopf eine Technik, die es ihm erlaubte den Stimmbruch zu umgehen.

Mit 16 Jahren begann er seine Karriere als männlicher Sopran. Mit dem Orchestre de Chambre de Genève legt er nun eine beeindruckende Einspielung mit Rossini-Arien vor.

Zu Max Emmanuel Cencic

Biografie
Max Emanuel Cencic (Countertenor)

Max Emanuel Cencic, eine markante und kühne Erscheinung unter den Countertenören unserer Tage, begann seine Karriere als Sopranist und erweitert nun sein Repertoire über diese Stimmlage hinaus.

Cencic wurde in Kroatien, im damaligen Jugoslawien, geboren und beeindruckte das Publikum bereits mit sechs Jahren, als er in einer Fernsehshow die berüchtigte Arie der Königin der Nacht sang. Daraufhin trat er an der Oper Zagreb auf und wurde in seiner Heimat ein Star. Von 1986 bis 1992 war er Mitglied der Wiener Sängerknaben, danach begann er seine Solokarriere, wobei ihm eine spezielle Technik half, trotz Stimmbruchs bis 1997 weiterhin in Sopranlage zu singen. Konzerttourneen durch Europa, die USA und Japan folgten, er sang an der Oper in Wien, in Schwetzingen, Potsdam, Cremona, Kopenhagen und Drottningholm, wo er sich als Amor in Glucks "Orfeo" einen Namen machte.

2001 wechselte Max Emanuel Cencic zum Countertenorfach. Zu den Dirigenten, mit denen er seither zusammengearbeitet hat, gehören William Christie, Alan Curtis, Andrea Marcon, Günther Neuhold, Christoph Rousset, Michael Hofstetter, Rene Clemencic, Diego Fasolis, Eduardo Lopez Banzo und Jean Christoph Spinosi.

Für seine Interpretation des Nerone in Monteverdis Oper "L'Incoronazione di Poppea" 2003 in Basel wählte die Zeitschrift "Opernwelt" Cencic zum Nachwuchssänger des Jahres. Opern- und Konzertauftritte in Europa, den USA und Japan waren u.a.: "Poppea" (Ottone); "Il nascimento dell'Aurora" von Albinoni (Apollo); Werke von Domenico Scarlatti und Antonio Caldara; von Vivaldi die Opern "La Fida Ninfa", "Orlando Furioso" und die "Serenata Andromeda Liberata"; Händels "Tamerlano" (Titelrolle), "Dionisio re di Portogallo", "Sosarme", "Griselda", "Rodrigo" und "Saul" sowie Glucks "Ezio".

Aus späteren Epochen hat Cencic in Toulouse Orlofsky in der "Fledermaus", Cherubinos Arien aus "Le nozze di Figaro" gesungen. Für Virgin Classics hat Max Emanuel Cencic sein erstes Solo-Recital mit Rossini-Arien eingespielt, die ursprünglich für Mezzosopran komponiert waren. Das Album wird am 18. April veröffentlicht. Seine erste Aufnahme für Virgin Classics, die im Frühjahr 2007 erschien, war die Rolle des Sancio in Händels "Fernando" mit Il Complesso Barocco unter der Leitung von Alan Curtis.

Geplant sind Auftritte in Stefano Landis Oper "Il St. Alessio" unter William Christie in Paris, Nancy, Genf, Luxemburg und London, Orlofsky und Sesto ("Giulio Cesare") in Lausanne.

April 2008

www.cencic.net
 

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1 CD
Virgin / EMI Music
3857882
18. April 2008

Interpretation:
Klang:

    ausgezeichnet
    ausgezeichnet  

 

Letztes Update: 27.04.2008, 19.19 Uhr

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