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Cecilia Bartoli |
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Opera Proibita Arien aus seinerzeit verbotenen Opern von Händel, Caldara und Scarlatti (1660-1725)
Les Musiciens du Louvre Tracklist 1. Alessandro Scarlatti 3. Georg Friedrich Händel 4. Antonio Caldara 5. Antonio Caldara 6. Alessandro Scarlatti Lange mussten Barockfans darauf warten, jetzt singt Cecilia Bartoli auch Händel! Das neue Platten- und Aufführungsprojekt der Ausnahme(mezzo)sopranistin hat sich einiger einzigartiger Werke der im frühen 18. Jahrhundert in Rom tätigen Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) / Antonio Caldara (1671-1736) / Alessandro Scarlatti (1660-1725) angenommen, die sie hier zusammen mit den Musiciens du Louvre zusammen eingespielt hat. Clever waren die Leute schon immer, wenn es darum ging, Regeln oder Vorschriften zu umgehen bzw. sich neuen Gegebenheiten anzupassen, ohne allzu viel zu verändern. Der geschäftstüchtige Händel gehörte zweifelsohne zu dieser Spezie. Andererseits war die Kirche schon immer für irgendwelche ebenso unverständlichen wie die eigene Beschränkung offenbarenden Vorschriften berühmt. Hier nun war es Papst Innozenz X. (welch passender Name), der kurzerhand einiges "Anstößige" verboten hatte, das ihm schon die ganze Zeit ein Dorn im Auge war. Er verpasste den antiken Statuen das berühmte Feigenblättchen und verbot auch sämtliche szenische Aufführungen, also auch die Oper! Naja, zumindest die szenische, also gespielte Oper. Folglich sagten sich die Herren Komponisten, dann machen wir eben was neues Altes - und erfanden das Oratorium! Das Wechselspiel von Rezitativ und Arie, wie es für die italienische Oper typisch war, blieb erhalten, und wohl auch das prächtige barocke Bühnenbild, nur eben keine szenische Darstellung. Und so konnten sich auch die Sänger weiterhin in ihren Koloraturen vergessen - und mussten sich nicht mal mehr bewegen. Ein wirklich gelungener Vertreter dieser Gattung ist der "Triumph der Zeit und der Täuschung" Il Trionfo del Tempo e del Disinganno von 1707, den Händel nicht nur noch des Öfteren für andere Werke ausschlachten sollte, sondern auch als eben jenes Stück noch zweimal überarbeitete. Das erste Mal 1737, nunmehr in London, in seiner persönlichen wie beruflichen Lebenskrise, kramt er dieses Stück wieder aus, ändert aber fast alles und richtet es, vor allem durch Hinzufügen zahlreicher neuer Chöre auf noch bombastischere Wirkung aus - allerdings ohne großen Erfolg, die Aufführung ist ein Durchfaller. Und ein weiteres Mal zieht Händel das Stück kurz vor seinem Tode noch einmal aus seiner Schublade, er ist mittlerweile 72, seit Jahren erblindet. Für die abermalige Überarbeitung lässt er den Londoner Librettisten Thomas Morrell den ursprünglich von seinem römischen Gönner von vor 50 Jahren, Kardinal Benedetto Pamphilj, ins Englische umdichten und bringt es, wiederum umgearbeitet unter dem endgültigen Titel The Triumpf of Time and Truth neu heraus. Für ihr Projekt jedoch wählte Cecilia Bartoli allesamt Stücke, die in ihrer Geburtsstadt Rom entstanden sind, was ja auch ob des Titels nahe liegt. Mit der Auswahl der Stücke will sie uns in die einzelnen Gefühlswelten der Zeit am Anfang des 18. Jahrhundert entführen - und gerade auch dafür sind ja auch die thematisch in die Richtung weisenden Stücke bestens geeignet. Schon in Händels Stück werden Belleza (Schönheit), Piacere (Vergnügen), Tempo (Zeit) und Disingnanno (Täuschung) zu allegorischen Figuren, die nicht nur damals und nicht nur auf der Bühne um ihre Vormachtstellung buhlen. So lange die Schönheit noch in ihrer Jugend ist, haben Zeit und Disingnanno schlechte Karten, Belleza von ihrer Selbstgenügsamkeit und Vergnügungssucht abzuhalten und zu einem "gottgefälligen" Leben zu überreden. Zu vielfältig und verlockend sind ja auch die Verlockungen des Piacere. Und da hat die Belleza mit ihrer Arie "Un pensiero nemico di pace" (Track 3) gut reden. Erst später besinnt sich Belleza, auch dank des unermüdlichen Zurredens seitens Disingnannos und Tempos, dass es Zeit ist den Vergnügungen zu entsagen ("Addio Piacere"). Ernüchterung tritt ein (die man auch durchaus der Figur der Täuschung, Disingnanno, zuschreiben kann), da die Schönheit nun einmal nicht ewig ist. Beschaulicher drum die Arie des Piacere "Come nembo che fugge col vento" (Track 7). Alles in allem eine sehr ansprechende Mischung, äußerst genüsslich zu hören. Und wem die Kostpröbchen bei diversen Klassikläden zu wenig sein, hat auf der Homepage der Sängerin bei Decca die seltene Möglichkeit weitaus größere Ausschnitte aus dem aktuellen Album zu vernehmen - eine schnelle Onlineverbindung vorausgesetzt kann er unter Umständen das ganze Album hören. Ein Musikgenuss ist die CD vollauf. Auch in diesem neuen Album glänzt die Bartoli mit fantastischen barocken Koloraturen, ihrem ausdrucksstarken, die vom Komponisten intendierten Tonstärken gefühlvoll nachvollziehenden Gesang, unterstützt von einem fabelhaften Orchester. Allein muss man kritisch anmerken, dass das Booklet die Sängerin gegenüber den Musikern über Gebühr in den Vordergrund rückt und sie mehr als einmal in unterschiedlichen Posen ablichtet. Trotzdem kann ich nur sagen: sofort kaufen, bei amazon und jpc derzeit zum absoluten Sonder-Einführungspreis (bis Oktober 2005). D.C.
- Einleitung
in Cecilia Bartolis Projekt (Englisch) Kaufen bei AMAZON
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1 CD Spielzeit:
71'55"
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Letztes Update: 27.02.2007, 01.16 Uhr |
- Alle Angaben ohne Gewähr! - |