Aria - Les plus beaux airs (1600 - 1800)

 

ARIA 1600-1800
Ein Streifzug in die Geschichte der Arie in Barock und früher Klassik in 3 CDs
 

CD1: Die Arie in den italienischen Opern und Oratorien 1607-1729
Monteverdi, Luzzaschi, Cavalli, Vivaldi, Carissimi, Caldara, Pergolesi, Scarlatti

CD2: Die Arie im europäischen Barock
Lully, Charpentier, Rameau, Purcell, Händel, Bach

CD3: Der deutsche Barock und die Wiener Klassik
Telemann, Keiser, Dauvergne, Graun, Mozart, Haydn, Beethoven

ein Wiederhören mit Einspielungen der Harmonia Mundi 1979-2002

mit einer umfangreichen Abhandlung und Dokumentation von einem Autorenkollektiv (13 Seiten!)


**** 3 CDs  -  Harmonia Mundi   -   HMX 2908150.52  -  September 2004
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War LES PLUS BELLES SCÈNES DE L'OPERA BAROCQUE von 1998 (HMX290869) noch eher wie ein klassischer Sampler konzipiert, der die Hörer mit Appetithäppchen natürlich super unterhalten, aber auch anregen sollte, die Volleinspielungen der verdienstvollerweise Anfang-Mitte der 1990er von Harmonia Mundi produzierten EInspielungen großer französischer, italienischer, deutscher und auch englischer Opern aus der Zeit des Barock zu animieren, verfolgt diese Zusammenstellung hier neben dem Höraspekt auch einen zusammenführenden, im positiven Sinne Wissen schaffenden Anspruch. Sie verdeutlicht und dokumentiert die Entwicklung der Arie aus den ersten, den polyphonen Renaissance-Gesang (wie er uns in Monteverdis Madrigalen noch klassisch vorgeführt wird) überkommenden Ariengesängen bis zur Blütezeit des Belcanto im Barock und seinen Nachklängen in der Wiener Klassik.

Natürlich MUSS ein solcher Überblick mit einer der ersten Opern überhaupt - Monteverdis L'Orfeo - beginnen und was eignet sich generell besser als Geschmacksanreger wie der berühmte Prolog eben dieser Oper. Und natürlich war es auch jener Monteverdi, der die Arie weiterentwickelte und dem belcanto den Weg ebnete, was durch Auszüge aus seinen Ritorno d'Uliise in Patria und L'Incoronazione di Poppea eindrucksvoll verdeutlicht wird. Eine hier ausgegrabene Kostbarkeit, die wenig bekannt ist, aber das Herausbilden der Arie als einer solistischen Gesangsform in erhabenen Tönen gefördert haben mag und in jedem Falle einen Klanggenuss bereitet, ist das Madrigal T'Amo mia Vita von Luzzasco Luzzaschi (1547-1607) (Track 1/4).

Einen Höhepunkt erreicht die italienische Arie sicher im Schaffen von Alessandro Scarlatti, der dies in weit über 100 Oratorien und Opern unter Beweis gestellt hat. Leider ist er auf dieser Gesamtschau nur durch das Duett zwischen Abel und Kain aus dem Oratorium Il Primo Omicidio - Caino und durch eine von Dorothea Röschmann brillant intonierte Arie der Griselda aus der gleichnamigen Oper vertreten. Nun ja, man muss sich ja eben immer auf eine Auswahl beschränken.

Einmal herausgebildet, zieht der Belcanto sich durch die Werke zahlreicher Barockkomponisten, die zu den anerkannten Meistern ihrer Zunft gehören - seien es der Begründer der französischen Nationaloper Lully (neben Ouvertüre 2 Arien aus der Armide), Charpentier (1 Arie aus der Médée), Rameau (je 1 aus Les Indes Galantes [einfach toll!!!] und Castor & Pollux), der Engländer Purcell (King Arthur sowie Dido & Aeneas) oder aber der Meister und Ureuropäer Georg Friedrich Händel (mit Auszügen aus dem Rinaldo, Serse, Giulio Cesare, Ottone) und schließlich das Kirchenmusikschaffen eines Johann Sebastian Bach.

Schließlich und endlich dokumentiert dieser Überblick die Weiterentwicklung und Ausklänge des Belcanto in den Werken von Telemann, Keiser, Dauvergne, Graun, in den vereinzelten Beispielen bei Mozart und schlussendlich in den Epigonen der Wiener Klassik Haydn (vielleicht auch in Ermangelung einer bei HM eingespielten Oper die Kantate Hob XXIVa:4 Qual Dubbio Ormai) und Beethoven (Oratorium Christus am Ölberge).

Eine sehr lehrreiche, aber in keiner Weise belehrende musiktheoretische Hintergrunddokumentation im Begleitheft und eine sehr ansprechende, geschmackvolle Aufmachung des ganzen Packs runden den schon musikalischen Hochgenuss noch ab und für um die 30 EUR (NP) für die drei CDs ist das nachgerade ein Schnäppchen, kriegt man doch gewohnt erstklassige Einspielungen von führenden und anerkannten Stars der Barockmusikinterpretation. D. C.


Eine genaue Auflistung der Tracks gibt es bei CDUniverse.

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3 CDs
Harmonia Mundi 
HMX 2908150.52 

September 2004

Spielzeit:
CD1: 75:57
CD2: 78:56
CD3: 78:39

Interpretation & Klang:

       sehr gut

   
        

 

Letztes Update: 27.02.2007, 01.16 Uhr

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