Ratgeber: Krätze (scabies)

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scabies (Vulgo: Krätze)

Krätze, nicht zu verwechseln mit Filzläusen, ist eine ziemlich unangenehm juckende Angelegenheit, die man so schnell nicht vergessen wird, hat man sie sich einmal eingehandelt. Es ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, sondern wird von Milben verursacht, die sich unter der Haut einnisten und nur medikamentös wieder loszuwerden sind.

Symptome

Nach etwa drei Wochen zeigen sich die ersten Symptome: ein immer stärker werdendes Jucken vor allem zwischen den Fingern, in der Schamgegend und um die Brustwarzen herum. Allerdings findet man die kleinen Bläschen auch oft am Rest des Körpers, außer an Kopf oder Rücken. Wenn man genau hinsieht, erkennt man in der Mitte des Bläschens einen kleinen schwarzen Punkt: das ist der Übeltäter, genauer: die Übeltäterin. Das Fiese an der Sache ist, dass die Weibchen vor allem in der Nacht, wenn man im warmen Bett liegt, zur Tat schreiten. Man kratzt sich, bis mit der Zeit die Haut weg ist. Ziemlich unangenehm also.

Diagnose

Der nächste Weg sollte einen also zum Hautarzt führen. Allerdings tut sich der mit der Diagnose oft schwer, denn es hat sich die falsche Meinung breitgemacht, dass die Krätze in zivilisierten Ländern so gut wie ausgerottet sei. Sie ist es aber nicht, im Gegenteil. Zur Zeit suchen Deutschland kleine Epidemien heim. Oft schickt einen der Arzt unverrichteter Dinge wieder nach Hause, ohne diese Möglichkeit überhaupt in Betracht zu ziehen. Und selbst wenn die Überredungskunst des Patienten erfolgreich war, kann man Pech haben. Die Form der Diagnose stammt nämlich noch aus der medizinischen Steinzeit: Der Arzt rückt dem Probanten mit Farbe und Mikroskop zuleibe. Das geht öfter schief als einem lieb sein kann.

Behandlung

Hat man diese Hürde genommen, ist es fast geschafft. Man bekommt entweder das Insektenvertilgungsmittel Lindan ["Jacutin"]  (auch für Nicht-Insekten ziemlich giftig) oder "Crotamitex" (mit zweifelhafter Wirkung) verschrieben, oder der Apotheker mischt eine Salbe mit dem Klassiker Benzylbenzoat (riecht recht eigentümlich). Diese drei Mittel haben den Nachteil, dass man die folgenden drei/vier Tage Disziplin halten muss. Jeden Abend muss man sich vom Hals abwärts eincremen (lassen) und am Morgen Bettwäsche und Kleidung wechseln, denn die Milben überleben an jedem halbwegs warmen Ort ca. drei Tage: im Bett, in den Klamotten, auf der Couch. Eigentlich überall, wo Stoff in der Nähe des Körpers war. Der Hauptübertragungsweg ist allerdings der direkte Körperkontakt. Und vor allem, wenn man mit seinem Freund Tisch und Bett teilt, dauert es erfahrungsgemäß etwas länger, bis man die Tierchen wieder los ist. Da kommt Freude auf.

Allerdings gibt es auch eine Alternative. "Spregal" ist rezeptfrei für etwa 21 DM zu haben und muss nur einmal angewendet werden. Einsprühen, schlafen, (Bett-)Wäsche wechseln, fertig. Funktioniert auch ganz gut.

Und auch die Therapie via Tablette ist in Sicht. Eine Studie, letztes Jahr in Berlin durchgeführt, war recht vielversprechend. Bald wird auch der Mensch mit einem gängigen Rinderentwurmungsmittel erfolgreich behandelt werden können.

Weitere Infos zu Jacutin unter Filzläuse, Abschnitt "Behandlung"

Letztes Update: 14.06.2003

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