Ratgeber: Hepatitis |
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Zwei Vorbemerkungen: Zum einen schreibe ich hier über reine schulmedizinische Möglichkeiten der Therapie.
Zum Zweiten: Es gibt wie bei HIV im Falle einer chronischen Infektion ursprünglich keine kausale Therapie. Soll heißen: Den Virus dauerhaft aus dem Körper zu eliminieren ist Ziel der Medizin. Hierbei gibt es erste Erfolge mit Menschen, bei denen kein Virus mehr nachweisbar ist. Aber: es gibt keine Erfolgsgarantie und dieser Erfolg ist wohl auch selten. Des weiteren können in dieser Situation trotzdem noch Viren in den Wirtszellen (sprich Leberzellen) sein. Nicht nachweisbar heißt nicht, dass kein Virus mehr da ist, sondern dass er durch Tests nicht mehr greifbar ist. Selbstmurmelnd gilt das für die chronischen Verläufe von Hepatitis B und C. Ein akuter Verlauf, egal welcher Form, heilt von allein aus.
Zu all diesen Therapien befragt ihr natürlich am besten euren Arzt. Vor allem HIV/AIDS-Schwerpunktärzte sind mittlerweile sehr gut mit Hepatitis vertraut.
Jetzt werde ich doch mal kurz zur Kräuterhexe. Der Wirkstoff wird aus Mariendistelsamen gewonnen. Der Wirkstoff hilft der Leber, mit den Folgen der Infektion besser umgehen zu können. Die Zahl der Viren (Viruslast) im Körper wird aber nicht verringert. Legalon schwächt nur die Wirkung der Viren. Dabei ist es unabhängig, ob man den Wirkstoff als Tee oder Pille zu sich nimmt.
Andere Therapien sind wesentlich interessanter. Andere Medikamente - als da wären: Interferon, Lamivudin, Ribavarin und Hepsera - können die Viruslast drücken, was sich positiv aufs Krankheitsbild auswirkt. Außerdem ist ein Infizierter bei geringerer Viruslast auch weniger infektiös (gilt im übrigen auch für HIV).
Interferon ist ein körpereigener Botenstoff des Immunsystems und hemmt die virale Vermehrung. Der Wirkstoff wird regelmäßig subkutan injiziert, was man durchaus selbst machen kann. Allerdings ist diese Therapie von Nebenwirkungen begleitet wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Ganz selten treten depressive Verstimmungen auf. Interferon wirkt bei HBV sehr gut, bei HCV nur bei bestimmten Typen des Virus.
Lamivudin heißt der Wirkstoff, die Pille heißt mit Handelsnamen Zeffix. Ursprünglich wurde es zur Unterdrückung des HIV gegeben, bis man nebenbei merkte, dass es auch gegen Hepatitis B wirkt. Es ist nebenwirkungsarm und erspart einem das Spritzen. Tauchen Nebenwirkungen auf, sind diese leicht und grippeähnlich. Hier gibt es erste Ansätze von Heilerfolgen.
Ribavirin (Handelsname Rebetol) wird in Kombination mit Interferon bei Hepatitis C gegeben. Ribavirin alleine eingenommen senkt die Leberwerte und die Viruslast. Nach dem Absetzen steigen diese Werte wieder an. In Kombination mit Interferon aber hält die Wirkung länger an - auch nach dem Absetzen. Diese Kombination ist anscheinend recht neu. Es zeichnet sich ein Heilungserfolg ab. Momentan werden auch Kombinationen mit zusätzlichen Protease-Inhibitoren (PI) getestet. PI werden schon lange in der Therapie bei HIV angewandt. Welche Erfolge diese Variante haben wird, ist noch offen.
Mehr Infos: Was ist Ribavirin? vom Deutschen Hepatitis C Forum
Der Wirkstoff heißt Adevovir. Ursprünglich wurde es als Mittel gegen HIV entwickelt. Doch da es starke Nebenwirkungen an den Nieren zeigte, wird dieses Medikament nicht gegen HIV eingesetzt. Allerdings zeigte der Wirkstoff seine Wirkung bei Hepatitis B. Es hemmt den Einsatz eines Enzyms des Virus und seine Vermehrung. Indiziert ist dieses Medikament vor allem, wenn Zeffix ob einer Resistenz nicht wirkt. Nebenwirkungen an der Niere sind beim Einsatz gegen HBV nicht zu befürchten. Momentan ist dieses Medikament in den USA zugelassen und hier in Deutschland als Auslandsimport erhältlich. Die Zulassung hier erfolgt wohl im Frühjahr 2003.
Mehr Infos: Chronische Hepatitis B: Adefovir Dipivoxil (Hepsera®)
Noch ein Wort zu diagnostischen Mitteln: Neben einer Blutuntersuchung (Höhe diverser Abbauprodukte der Leber) wird natürlich auch die Leber selbst untersucht. Dies kann durch bloßes Abtasten passieren, durch Ultraschall oder eine Biopsie.
Ultraschall bietet durch die Schallwellen Abbilder der Leber (und anderer Organe) und ist nicht schmerzhaft.
Bei einer Biopsie (auch Punktion genannt) wird eine Gewebeprobe der Leber entnommen. Das ist etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Über den Sinn wird gestritten. Die einen meinen, eine Ultraschalluntersuchung würde reichen. Andere meinen, eine Biopsie wäre genauer. Klärt dieses im Fall einer Hepatitis genau mit dem Arzt ab.
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Letztes Update: 14.06.2003 |
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