Ratgeber: Fesselspiele |
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Fesselspiele können ihren ganz eigenen Reiz haben. Das Fesseln des Sexualpartners verleiht Dir Macht über den anderen, Du kannst dann mit ihm tun, was Du willst. Auch wenn Du gefesselt wirst und dem anderen ausgeliefert bist, kann das ein besonderer Kick sein, da Du nicht weißt, was nun mit Dir geschieht und da Du Dich vor allem nicht dagegen wehren kannst. Daher sollte man sich in eine solche Situation auch nur bei großem Vertrauen begeben, wenn man kein Risiko eingehen will.
Es gehört mit zum Schärfsten, was man so im Bett miteinander machen kann. Vor allem dem 'Opfer' erschließt diese Technik - paradoxerweise - eine neue Dimension von Freiheit: sich beim Sex auch körperlich, mit den Muskeln oder (geknebelt) mit der Stimme völlig gehen lassen zu können.
Fesselspiele müssen nicht unbedingt etwas mit Sado-Maso-Spielen zu tun haben, es kann einfach nur um das Ausgeliefertsein und das gegenseitige Verwöhnen gehen. Trotzdem kann es auch hier sinnvoll sein, ein sogenanntes Passwort für den Notfall auszumachen. [Mehr dazu bei Sado-Maso]
Man sollte sich gegenseitig schon sehr gut kennen - zumindest sollte man vorher sehr offen darüber geredet haben, was man beim Sex mag und was nicht. Denn in der Situation selber kann man sich schlecht darüber verständigen; sobald man da herumfragt: "Darf ich das oder jenes mit dir machen?", ist der Drive weg - solche Spiele leben ja gerade davon, dass der passive Partner eben nicht gefragt wird, sondern wehrlos erdulden muss/darf. Deshalb sind auch Knebeln, Augenverbinden oder Ohrenverstopfen so beliebte Steigerungen dieses Spiels: das liefert noch mehr aus.
Selbstverständlich muss der passive Partner die Möglichkeit haben, auch mittendrin "Nein" zu sagen - aber wenn er es tatsächlich tut, ist die Atmosphäre weg, denn mit dem "Nein" gibt er die Passivität auf und übernimmt selbst wieder die Kontrolle über das Geschehen. Die große Kunst des aktiven Partners besteht darin, möglichst nah an die individuellen Grenzen des "Opfers", aber eben nie darüber hinaus zu gehen. Und dazu braucht er viel Einfühlungsvermögen und muss den Partner sehr gut kennen. Es empfiehlt sich, für das "Nein" eine bestimmte Kopfbewegung, ein Klopfzeichen mit der Hand o.ä. zu vereinbaren und irgendwelche verbale Äußerungen von vorneherein für unwirksam zu erklären: zum einen kann man dann den Partner auch knebeln, andererseits kann es für beide sehr reizvoll sein, wenn das 'Opfer' "Nein...! Nicht...!" stöhnt, obwohl es "ich hab zwar Angst, aber mach' um Himmels Willen weiter!!!" meint.
Es darf nichts einschneiden oder drücken (dünne Schnüre, Metallketten oder Handschellen sind höchstens für echte Masochisten geeignet). Also entweder DICKE Seile, die immer in mehreren Windungen (zur Druckverteilung) um die Gelenke geschlungen werden (die geeignete Technik kann man in Bondage-Magazinen nachlesen), oder BREITE Lederriemen/Stoffstreifen (manche schwören auf Seidenschals) oder im Idealfall breite gepolsterte Ledermanschetten mit mehreren Riemen zum Zuschnallen (gibt's in SM-Shops - in guter, belastungsfähiger Qualität allerdings sehr teuer). Je größer die Hautauflage, um so fester kann man's verschließen und belasten, ohne dass etwas weh tut oder taub wird - der Druck um die Gelenke verstärkt das prickelnde Gefühl des Ausgeliefertseins.
Der passive Partner muss wirklich mit aller Kraft daran zerren können, ohne dass die Fesseln merklich nachgeben oder gar reißen. Nicht nur, weil es sonst ein reizloses Sandkastenspiel wäre - auch für die Sicherheit des passiven Partners ist das wichtig: eine unkontrolliert einseitig reißende Fessel könnte ihn je nach Situation in eine unangenehme oder gar gefährliche Körperlage bringen. Für erste Versuche ist der "spread eagle" (gespreizte Adler) gut geeignet: in Rückenlage mit gespreizten Armen und Beinen auf das Bett fixiert. Wegen der erzwungenen Offenheit ist das eine sehr reizvolle Lage, man kann dabei nicht allzuviel falsch machen und braucht auch nur wenig Utensilien.
Das kann lebenswichtig sein!!! Also niemals z.B. Nylonstrümpfe an beiden Enden verknoten, ohne dann zumindest eine gute Schere griffbereit zu haben. Nie mit Schlössern arbeiten, die im Zweifelsfall klemmen können oder für die man im Ernstfall die Schlüssel nicht parat hat. Und immer bedenken: im Ernstfall ist man nervös! Wenn man dann mit zittrigen Händen erst noch an zugezogenen Knoten oder klemmenden Schlössern herumfummeln muss, kann alles zu spät sein. Und selbstverständlich: das 'Opfer' niemals hilflos total allein lassen - auch nicht für kurze Zeit! Wenn man öfter solche Spiele treibt, empfehlen sich stabile Karabinerhaken außerhalb der Reichweite des 'Opfers': die halten zuverlässig und lassen sich trotzdem schnell und einfach öffnen.
Es hat zwar auch seinen Reiz, mit dem Partner zusammen hin und her zu überlegen, zusammen einzukaufen und vorzubereiten. Aber der Akt selber muss dann spontan möglich sein: man lässt sich damit 'überfallen', oder der Partner legt sich spontan hin und bittet, ihn zu fixieren. Nichts turnt in so einer Situation mehr ab, als wenn man erst noch zig Vorbereitungen treffen muss und dabei manches nicht so funktioniert, wie man sich's vorgestellt hat. Also in Ruhe gemeinsam vorbereiten und ausprobieren und dann für den 'Ernstfall' funktionsfähig bereithalten.
Zum Beispiel im Wohnzimmer noch gepflegt bei Kerzenlicht miteinander ein Gläschen Wein trinken, während im Schlafzimmer die Fesseln schon fix und fertig vorbereitet sind und das 'Opfer' vielleicht sogar schon die Manschetten um die Handgelenke trägt, deren Metallringe nur noch in die Karabinerhaken einzuschnappen brauchen. Oder schon morgens alles herrichten: "Heute abend, wenn du vom Büro zurückkommst, bist du dran...!" Gerade bei solchen Spielen ist Vorfreude oft die schönste Freude.
Letztes Update: 14.06.2003 |
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