Ratgeber: Aphrodisiaka |
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Einige im Folgenden erwähnte Substanzen fallen unter das Betäubungsmittelgesetz; ihre Verwendung ist verboten. Dazu gehören unter anderem:
Dazu können einzelne Inhaltsstoffe möglicherweise dem BTM-Gesetz unterstehen. Dies abzuklären hat der Autor nach bestem Wissen und Gewissen versucht, kann es aber nicht garantieren. Unter anderem deshalb gilt: Man lasse beim Umgang mit unbekannten Chemikalien und Pflanzenteilen stets Vorsicht walten, vermeide Überdosierungen und konsultiere seinen Arzt, sobald der Verdacht auf jedwede Ungereimtheit bei der Einnahme entsteht. Desweiteren sollten Allergiker bei Pflanzen stets sehr vorsichtig sein.
Folgende Substanzen bzw. Pflanzen sind bei Überdosierung giftig:
Doch kommen wir nun nach diesem Pflichtteil zum Eigentlichen: Die Lust beim Sex kann ja bekanntlich ziemlich schnell in Frust umschlagen. Wenn man auf einmal aus irgendeinem Grund nicht mehr will oder sogar nicht mehr kann, kann die Lust flugs zum Frust werden. Wie toll wäre es dann, einfach diskret eine Pille einzuwerfen oder ganz unauffällig ein Pülverchen übers Müsli zu streuen. Auch beim ersten Date mit dem Traumprinzen wäre es deutlich entspannender, wenn man, sollte der andere nicht wollen oder wenn man selbst ganz hippelig ist, den ultimativen Scharfmacher oder Beruhigungstee zur Hand hat. Selbst wenn dahingehend alles klappt, setzt eine perfekte Nacht bekanntlich Maßstäbe.
Nun ist guter Rat teuer. Wie soll man sich durch den Dschungel von mehr als tausend Pflanzen und die förmlich unüberschaubare Menge an tierischen Aphrodisiaka kämpfen? Da gilt es, Abhilfe zu schaffen und einen Überblick zu geben, was jenseits von Tigerpenis, Rhinozeroshorn, Schneckenkonzentrat oder dem Einlauf aus dem ausgekochten Kopf einer Ziege liegt. Dies turnt wahrlich nicht wirklich an.
Das Thema ist auch ein Multikulturelles: In China kaut man Ginseng vorbeugend, damit die Manneskraft erst gar nicht erschlaffe; in Indien hat der Sex eher spirituellen Charakter, das heißt, es wird dabei ordentlich gekifft. Und in Afrika schuf der ein oder andere Häuptling Tatsachen, indem er in seinem Harem mit Hilfe eines schrecklich schmeckenden Trankes aus der Rinde des Yohimbebaumes oft einige Tage am Stück waltete.
Trotz alledem, das Wundermittel gibt es heute noch nicht, auch wenn mittlerweile Scharen von Wissnschaftlern durch den Urwald streunen, um dort den Medizinmännern ihre Geheimnisse zu entlocken. Aber ein paar Vorschläge sind aus vergangenen Zeiten überliefert.
OK, Champagner ist immer eine gute Wahl, er regt die Sinne an, prickelt und erfrischt - kennt aber schon jeder. Wenn man ihn aber zum Beispiel mit Erdbeer-, Himbeermark, Holunderblütensirup oder Cassis-Creme veredelt, nennt sich das "Kir Royal", der als klassisches Aphrodisiakum gilt. Der Alkohol lässt das Gehirn Neurotransmitter ausschütten, und flugs erscheint das Gegenüber deutlich attraktiver. Wenn man aber zu viel trinkt, ist zwar der Geist noch willig, das Fleisch hingegen macht schlapp. Meistens.
Rotwein kann ein überdrehtes Gemüt beruhigen und richtig in Stimmung bringen, macht aber manchmal müde. Trotzdem sollte man ab und zu ein Glas trinken, denn Rotwein mindert das Krebsrisiko, genauso wie übrigens der grüne Tee, auf dass man ein langes erotikreiches Leben führen möge! Früher wurden dem Wein allerhand antörnende Kräuter und Gewürze zugefügt, wie zum Beispiel Rosmarin, Thymian oder Minze. Ein leckeres Rezept aus alten Tagen wäre zum Beispiel eine Mischung aus je zwei Kaffeemaßlöffeln gepulverter Ginsengwurzel, Vanille, Zimt und Koriander, die man zusammen mit einer Flasche Weißwein in einem gut verschlossenen Gefäß zehn Tage hat ziehen lassen (täglich einmal schütteln).
Wenn der Schatz immer noch nicht genug hat und man selbst nach dem Akt halb tot in den Kissen schnauft, tun ein kräftiger Schluck aus der Tonic- bzw. Ginger-Ale-Flasche wahre Wunder. Das Chitin im Tonic und der Ingwer im Ale haben oft vergessende muntermachende Eigenschaften. Auch Anis ist seit der Anike bewährt, heutzutage lecker veredelt in Form von Pernod, Ouzo oder halt im Tee. Dem Tequila wird in Mexiko nachgesagt, dass seine Wirkung schon wenigen Schlucken niemand mehr in Abrede stellen würde. Dem Autor ist allerdings diese Wirkung bei seinen aufwendigen Trinktests nicht aufgefallen. (Spaß gemacht hat es trotzdem. :-)
Ein allerdings aus gutem Grund etwas in Vergessenheit geratener Scharfmacher ist der Wermut: Neben Absinthin enthält die Pflanze das Gift Thujon, das, über längere Zeit genommen, Halluzinationen und Verdummung auslöst. Deswegen war das Modegetränk Absinth lange Zeit verboten. Daran hat sich allerdings etwas geändert: Seit ca. einem Jahr ist Absinth in der EU wieder legal. Ausführliche Informationen zu Geschichte, Wirkung und Bezug gibt es auf http://absintheon.com. Vermouth enthält auch heute immer noch einen kleinen Teil Thujon - und ist legal. In Form eines Martini rosso hat vielleicht auch James Bond...?!:)
Man kann dem gefürchteten Durchhänger auch mit Kaffee oder Tee begegnen, was ja wohl jeder im Haus hat. Coffein hat kaum Nebenwirkungen. Nimmt man pro Löffel Kaffee einen halben Teelöffel Kardamom und süßt mit Kakao, hat man man eine noch bessere Mischung. Kardamom mit schwarzem Tee aufgebrüht, wirkt nicht so schnell, dafür aber umso länger. Ganz normalen schwarzen oder grünen Tee kann man für seine Zwecke "missbrauchen", indem man einfach ein paar aphrodisierende Kräuter dazugibt. Dafür eignen sich besonders: Ginsengwurzel, Süßholz, Ingwer, Piment oder Zimt.
Kommen wir zum Schluss wieder zurück nach Indien: In der Tat ziemlich energieweckend ist ein Tee aus je gleichen Teilen gemahlenem Ingwer, Schwarzem Pfeffer, Kardamom, Zimt und Nelken (pro Tasse ein halber Teelöffel), knapp 10 Minuten ziehen lassen: Fertig. Mit dieser Mischung kann man übrigens auch lecker würzen.
...womit wir schon beim nächsten Thema wären. Die ätherischen Öle vieler Kräuter werden beim Essen über die Mundschleimhaut aufgenommen und über das Blut ins Gehirn befördert, wo sie entweder berauschend oder als Reizstoffe wirken. Die Petersilie zum Beispiel: Die Blätter sind eine wichtige Vitamin C-Quelle, die Wurzeln enthalten Apiol, das die Harnwege reizt und so eine gewisse stimulierende Wirkung hat. Neuerdings hat man die Petersilie auch als Deo entdeckt. Und die Wissenschaft forscht zur Zeit intensiv an der Entwicklung. Liebstöckel und Basilikum werden auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben. Pfefferminze galt früher als Mittel gegen Impotenz, heute ist ihre Bedeutung zumindest gegen schlechten Atem immer noch groß (Fisherman´s in akuten Fällen). Dill beruhigt das Herzklopfen vor dem Date (Recht ansprechend schmeckt´s mit Räucherlachs.).
Die orientalischen Liebesrezepturen kamen zusammen mit den orientalischen Liebespraxen nach Europa. Eine nette Mischung wäre zum Beispiel Pfeffer, Zimt, Ingwer, Kardamom, Muskat und Nelken, die man einfach über die Tütensuppe streuen kann. Man sollte den Pfeffer nicht unterschätzen, denn seit einiger Zeit ist der verantwortliche Inhaltsstoff identifiziert. Ein paar Pfefferkrümelchen auf reifen Erdbeeren sollte man bei entsprechendem Experiementierwillen auf jeden Fall einmal ausprobieren.
Wie der Pfeffer sorgen auch die Ingwerwurzel oder Zimt, direkt am Sexualorgan aufgetragen, für feurige Erotik, so steht es zumindest geschrieben. In der Praxis ist allerdings deutlich davon abzuraten!!! Man sollte, wenn einem die körperliche Unversehrtheit lieb ist, sich das Zeug lieber oral zuführen.
Muskatnuss hat es besonders in sich. Bei übermäßigem Genuss kann man eine gewisse psychedelische Wirkung nicht verleugnen, mit Nebenwirkungen wie Herzbeschwerden und Vergiftungserscheinungen. Ihr ätheriches Öl, das Muscalin, ist nicht umsonst die Ausgangssubstanz für die Herstellung von Ecstasy. In Maßen genossen beugt sie allerdings Schwächezuständen im Gemächt vor und schmeckt dazu auch ganz passabel.
Auch Safran ist ein Rauschmittel. Früher - in Mangelzeiten - wurde es anstelle von Opium konsumiert. Es soll zum ultimativen Orgasmus verhelfen, was es dem Verfasser allerdings schuldig geblieben ist.:)
Nicht zuletzt: Chili. Eine recht feurige Angelegenheit. Der Inhaltsstoff reizt die Schleimhäute sehr stark, das Gehirn deutet diese Reizung als Schmerz und setzt zum Gegenangriff an, indem es Endorphine, also körpereigene Opiate, freisetzt. Diese lassen den Schmerz abklingen und vermitteln ein Glücksgefühl, so dass nun dem erotischen Abenteuer nichts mehr im Wege steht.
Man mag es kaum glauben, auch die Brennnessel hat eine gewisse Tradition, und zwar die sogenannte Urtication, in der man das Genital mit frischen Pflanzen peitscht: Die Haut wird durchblutet, der Akt verlängert Wers braucht...), und man hat nicht die unangenehmen Nebenwirkungen der 'Spanischen Fliege' (siehe unter "Nicht zu empfehlen").
'Piment' kennt wahrscheinlich jeder in Form des klassischen Weihnachtsgebäcksgewürzes. Es schmeckt wie eine Mischung aus Nelken, Zimt und Muskat und vereint in sich prinzipiell auch deren Wirkung. Eine neue Variante wäre sicher ein Löffel gemahlen Piments auf eine Tasse Kakao.
Auch wenn Mandeln keine Kräuter sind, eignen sie sich ausgesprochen gut als Aphrodisiakum. Ein altes orientalisches Buch empfiehlt "zur Stärkung der Manneskraft drei Tage lang eine Mischung aus Honig, 20 zerstoßenen Mandeln und 100 Pinienkernen" zu sich zu nehmen.
Düfte sind eine clevere Masche, den Angebeteten rumzukriegen. Wohingegen Wahrnehmungen wie das Sehen und Hören über das höher entwickelte Großhirn verarbeitet werden, wandern die Daten der Nase ins primitive limbische System, das - zusammengefasst - für Triebe und Emotionen zuständig ist. Am stärksten wirken dabei vom menschlichen Körper produzierte Duftstoffe, die Pheromone. Man nimmt diese Düfte meist unbewusst auf, es sei denn, man hat einige Tage im eigenen Saft geschmort.
Einige ätherischen Öle ähneln den Pheromonen, zum Beispiel Substanzen wie Moschus, Weihrauch oder Sandelholz. In Sachen Erotik eignen sich Düfte auch deswegen, weil sie zuzüglich zu ihrer Wirkung auch noch gut riechen, entspannen und einfach zu einem gelungenen Ambiente beitragen. Obwohl man Duftöle mittlerweile überall bekommen kann, sollte man lieber ein paar Mark drauflegen, und in Parfümerien oder Apotheken einkaufen. Denn nur dort kann man sicher sein, dass man auch ein "echtes" Öl gekauft hat. Wenn 'Duftöl' oder 'naturidentisch' auf der Flasche steht, hat man ein synthetisches Produkt erworben, dessen Duft und Wirkung weit hinter der eines 'naturreinen' Produktes liegt.
Bei der Wahl des richtigen Duftes muss sich jeder selbst durch den Dschungel der klassischen Liebesdüfte schlagen. Als Anfänger versucht man am besten zuerst neben den oben Genannten: Ylang-Ylang, Rose (1 ml kostet allerdings etwa 14 Mark), Muskatellersalbei, Nelke, Gardenie, Iris oder Patschuli.
Und wie bringt man den Duft bestmöglich zur Geltung? Am besten mit einer Duftlampe. Es ist nämlich sehr gefährlich, ätherische Öle unverdünnt auf die Haut zu geben oder sie innerlich anzuwenden. Auf diese Weise sind akute Vergiftungen vorprogrammiert, zusammen mit unschönen Krämpfen der oberen Atemwege! Allgemein gilt bei Duftlampen: Weniger ist oft mehr. Die ätherischen Öle wirken am besten, wenn man sie gerade so wahrnimmt. Ist man in Sachen Duft fortgeschritten, kann man mit netten Mischungen zur Tat schreiten, zum Beispiel mit
und so weiter. Am Ende wird sich jeder aber seine eigene Lieblingsmischung zusammengemischt haben.
Um den Rahmen nicht zu sprengen, seien Räucherstäbchen und Massagen nur am Rande erwähnt. Für ein duftendes Bad in der Badewanne bringt man die Sinne und somit sich selbst auf Touren, indem man etwa 10 Tropfen (insgesamt!) Jasmin, Patschuli, Geranie oder Rosmarin, vermischt mit einem kräftigen Schluck Sahne, ins Badewasser gibt (Das ist dann fast wie bei Cleopatra.).
...sind viele Rezepturen aus vergangenen Zeiten, wie zum Beispiel die 'Spanische Fliege' oder 'Yohimbin', die zwar heute frei verkäuflich, aber nur noch homöopatisch dosiert sind. Wenn man die Dosis auf das entsprechende Maß erhöhen würde, sind die Risiken aber wesentlich größer als der Nutzen.
Ein recht abschreckendes Beispiel ist die Spanische Fliege, deren Wirkstoff aus einem Käfer gewonnen wird. Das, was im Eifer des Gefechtes unter Umständen als lustvollen Glühen empfunden wird, ist eigentlich massive Reizung vor allem der Harnwege, die zu Entzündungen und unangenehmen Blasen am Erfolgsorgan führen kann. Um es noch einmal deutlich zu sagen, die Spanische Fliege ist hierzulande verboten. Neben einer Dauererektion ist der Gift-Tod die wohl unerwünschteste Nebenwirkung.
Ähnlich "erfolgreich" ist das Yohimbin. Die reine Substanz ist rezeptpflichtig, die Rinde an sich kann man allerdings frei kaufen. Massiv hautreizend sind auch verschreibungspflichtige Mixturen aus Yohimbin, Atropin und Strychnin. Pech oder Glück - wie man es nimmt - für diejenigen, denen dieser Test also verwehrt bleibt.
Aus dem Mittelalter sind auch diverse Kräuter überliefert, die ihre Wirkung nicht verfehlen. Sie sind leider nur wieder recht giftig, und man kann jedem vom Gebrauch nur abraten, obwohl man sie im Prinzip überall in Wald und Flur pflücken kann. Als Beispiel soll die Alraune dienen, die man früher in Wein eingelegt hat. Deren Alkaloide wirken gleichzeitig halluziogen und einschläfernd. Man kann sich ganz gut vorstellen, dass die erotischen Phantasien aufgrund der hallozinogenen Wirkung auftreten, die während des halbnarkotisierenden Zustandes des Probanden durchaus wilde Enthemmungen zur Folge haben können. Weitere Pflanzen in dieser Tradition sind Bilsenkraut (man enthemmte die Gäste in den Badehäusern mit ein paar Samen in der Glut des Ofens), Stechapfel (steht incognito auf manch einem Balkon), Coca, Opium und (rein rechtlich) der Hanf. Wenn man mit den Drogen umgehen kann, kann man sicherlich auf einen unvergesslichen Trip kommen, kann man es nicht, ist es wahrscheinlicher, dass die Jungs in den orangenen Jacken vor der Tür stehen, auch wenn man vorher vielleicht eine Erleuchtung hatte oder eine neue Dimension entdeckt hat.
Über den Hanf könnte man in diesem Zusammenhang sicher auch ein paar nette Zeilen schreiben, der Autor würde das aber wegen der derzeitigen Rechtslage gern auf einen - hoffentlich nicht allzufernen - Zeitpunkt verschieben.
Sollte übrigens jemand zu viel sexuelles Feuer in sich spüren, kann man sich ganz gut abtörnen mit Baldrian, Hopfen, Sauerampher und Kümmel. Oder man denke der Einfachheit halber an Else Kling...... - nackt!
Letztes Update: 14.06.2003 |
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