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Colum McCann
Nurejew war der unbestrittene Ballettkönig des 20. Jahrhunderts. Hier nun
eine Biografie, die bestimmt nicht nur für Ballettfans interessant ist: Im ländlichen
Sowjetrussland als Kind armer Eltern aufgewachsen, verfolgte Nurejew eisern sein Ziel, als Tänzer ganz nach oben zu kommen. Dabei biederte er sich weder
den kommunistischen Machthabern, noch nach der Flucht in den Westen der sogenannten guten Gesellschaft an. Er blieb ein ungeschliffener Diamant und
hatte wegen seines weltweiten Ruhms keine Probleme damit, sich seiner Umwelt so zuzumuten, wie er war, egal, ob es um Launen und Sonderwünsche ging oder
um sexuelle Eskapaden. Dieses wirklich wilde Leben erzählt McCann mit großer Eindringlichkeit. Ihm geht es darum, Nurejews Lebensgefühl nachzuspüren und
die Begleitumstände seiner Karriere zu erfassen. Der Mensch Nurejew steht im Mittelpunkt, nicht der glamouröse Tänzer, obwohl sich das eigentlich nicht
trennen lässt: Sein ganzes Leben war Tanz, wenn nötig trainierte er seinen Körper jede Minute sah blendend aus und war stockschwul.
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